Geplatzte Termine: Senatorin hofft auf Einsicht der Bürger
Lübeck - Travemünde: Knapp 1.600 Termine hat das Stadtteilbüro Travemünde schon abgearbeitet. Es könnten noch mehr sein. Doch zu oft sitzen die Sachbearbeiter vor leeren Stühlen: Etwa 10 Prozent der Bürger, die einen Termin haben, kommen gar nicht zum Termin. Senatorin Monika Frank appellierte auf der Stadtteilkonferenz im Januar, doch darüber nachzudenken, dass andere auch ein Anliegen hätten.Anlass der Kritik am nachlässigen Bürger war ein Bericht über das Stadtteilbüro Travemünde. Dort wurde das Stadtteilbüro in der Parkallee am 20.12.2013 geschlossen und am 24.06.2021 als Bürgerservicebüro in der Kirchenstraße wiedereröffnet.
Service kostet 20.000 Euro im Jahr
Knapp 20.000 Euro im Jahr kostet das die Hansestadt, etwa für Mitarbeiter und Wachpersonal. Vergleichsweise wenig, aber das Bürgerservicebüro Travemünde öffnet ja auch nur zweimal wöchentlich (Dienstag und Donnerstag). Man kann dort zum Beispiel Melde- und Ausweisangelegenheiten erledigen. Auf Voranmeldung und mit entsprechender Wartezeit.
Bürger werden mehrfach an Termin erinnert
Damit niemand seinen Termin vergisst, erinnert die Stadt mehrfach per E-Mail daran. „Man braucht eigentlich nur auf einen Link zu klicken, um zu sagen, ach nee, ich brauch den nicht mehr. Oder wir schaffen es dann doch nicht“, erläuterte Senatorin Monika Frank, die auf der Konferenz den eigentlich zuständigen Senator Ludger Hinsen vertrat.
Geplatzte Termine nicht nur in Travemünde ein Problem
Das Ganze sei „nicht so schön, aber nicht nur in Travemünde ein Problem“, erläuterte Senatorin Frank. Gemeint ist „der mit zehn Prozent doch ziemlich hohe Anteil von Menschen, die sich einen Termin reservieren und damit für andere, die einen Service brauchen, blockieren, und am Ende nicht erscheinen.“
Bürger sollen „darüber nachdenken, dass andere auch ein Anliegen haben“
„Da kann man nur darauf hoffen, dass alle, die einen Termin buchen, darüber nachdenken, dass andere auch einige Anliegen haben“, so Senatorin Frank. Trotzdem: Knapp 2.000 Anliegen sind bei den 1.600 wahrgenommenen Terminen schon erledigt worden. Bürger haben Zeit und Wege gespart, was besonders den Älteren zugutekommt.
Wenn die Technik streikt
Der Termin, auf den man oft so viele Wochen warten muss, nützt allerdings auch nichts, wenn die Technik streikt. So berichteten Besucher des Travemünder Stadtteilbüros, dass sie ihren lange erwarteten Personalausweis am Dienstag (27.01.2026) im Stadtteilbüro zwar zu Gesicht, aber nicht in die Hand bekamen. Grund sollen technische Probleme bei der Ausstellung der notwendigen Unterlagen gewesen sein. Die Betroffenen müssen nun einen neuen Termin machen – und wahrnehmen.
Das sagt die Stadt zum Technik-Ausfall
Auf Nachfrage von HL-live.de erklärt das Presseamt der Stadt zum Technik-Ausfall im Stadtteilbüro: "Am Dienstag wurden in der Zeit zwischen 16:00 und 20:00 Uhr Wartungsarbeiten im Rechenzentrum durchgeführt. Vermutlich dadurch bedingt gab es dann an allen Standorten kurzfristige Ausfälle der Fachverfahren. So auch im Bürgerservicebüro Travemünde. Kurzfristig waren dort die Fachverfahren für rund 25 Minuten nicht in Betrieb. Die Bürgerinnen und Bürger konnten dadurch nicht vorab informiert werden. Sie wurden gebeten, kurz zu warten (mit einer unbekannten Wartezeit), oder es wurde ein neuer Termin vereinbart."

Jeder zehnte Besucher nimmt seinen gebuchten Termin im Stadtteilbüro nicht wahr. Nicht nur in Travemünde. Foto: Helge Normann
Text-Nummer: 177528 Autor: Helge Normann vom 29.01.2026 um 13.37 Uhr
