Museum für Natur und Umwelt ausgezeichnet

Lübeck - Innenstadt: Am Freitag (30.01.2026) wurden in der Herbert Gerisch-Stiftung in Neumünster erneut fünf Museen aus ganz Schleswig-Holstein mit dem Gütesiegel „Zertifiziertes Museum“ ausgezeichnet – die Herbert Gerisch-Stiftung, das Museum für Natur und Umwelt in Lübeck, das Nordfriesland-Museum Nissenhaus in Husum, das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum und Schloss Glücksburg.

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Die in diesem Jahr ausgezeichneten Museen spiegeln die ganze Vielfalt der schleswig-holsteinischen Museumslandschaft wieder: Die Herbert Gerisch-Stiftung hat sich seit vielen Jahren als ein Ort hochkarätiger aktueller Kunst in Schleswig-Holstein etabliert, das Schlossmuseum in Glücksburg repräsentiert bedeutende Epochen unserer Landesgeschichte, das 1799 gegründete Museum für Natur und Umwelt in Lübeck zählt zu den ältesten Museen Deutschlands und verfügt über international anerkannte zoologische und botanische Sammlungen und das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum präsentiert die Landeshauptstadt in all ihren Facetten – von ihrer maritimen Geschichte über stadtgeschichtliche Ausstellungen bis hin zu ihrer Industriegeschichte. Sie alle erhielten aus der Hand von Kulturstaatssekretär Guido Wendt die verdiente Plakette und dürfen sich nun „Zertifiziertes Museum“ nennen.

In seinem Grußwort dankte Guido Wendt den Museumsteams für ihr großes Engagement und sagte: „Diese Museen spiegeln die Vielfalt und Qualität der schleswig-holsteinischen Museumslandschaft wider. Und sie eint ein hoher Qualitätsanspruch. Denn Museen sind weit mehr als bloße Bewahrungsstätten, sie sind Orte des kulturellen Erbes und kultureller Bildung. Eine 2024 vom Kulturministerium geförderte Studie hat ergeben, dass Museen bei der Bevölkerung ein hohes Maß an Vertrauen genießen. Sie helfen, unsere Gesellschaft zu verstehen. Das ist ein großes Lob für die Museumsmacherinnen und -macher."

Die 2024 im Auftrag der Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein und des Deutschen Museumsbunds erstellte Studie zu Museumsbesuchen in Deutschland belegt: 75 % der in dieser Studie Befragten finden Museen einladend und freundlich und haben das Gefühl, im Museum etwas gelernt zu haben. 71 % finden sogar, dass Museen dabei helfen, die Gesellschaft besser zu verstehen, und 54 % der Menschen zwischen 18 und 49 Jahren möchten, dass sich Museen an Debatten beteiligen, die unsere Gesellschaft prägen.

Besonders erfreulich: 27 % der 18–26-Jährigen besuchen mindestens einmal pro Jahr ein Museum und wären sogar bereit, mehr für den Museumsbesuch zu zahlen. Diese Studie belegt: Museen sind auch für junge Besucherinnen und Besucher wertvolle und attraktive Orte. Das trifft auch auf die in Neumünster ausgezeichneten Museen zu und ist für sie zugleich ein Auftrag für die Zukunft.

Bei der Zertifizierung werden die Museen zunächst vor allem hinsichtlich der vom Deutschen Museumsbund (DMB) herausgegebenen „Standards für Museen“ überprüft und bei der Erstellung ihres Leitbilds und Museumskonzepts begleitet. Ihre Rezertifizierung nach fünf Jahren ist jedoch kein Selbstläufer: Hier wird insbesondere auf Themen wie „Notfallplanung“, „Digitalität“, „Forschung“, „Klimaschutz und Nachhaltigkeit“, „Inklusion“ sowie „Publikumsentwicklung, Partizipation und Diversität“ eingegangen. Die Museumsteams wählen bei ihrer Rezertifizierung hieraus ein Schwerpunktthema und entwickeln ein entsprechendes Konzept. Dabei werden sie durch Workshops und Beratungsangebote von der Museumsberatung und -zertifizierung fachlich unterstützt. Das Verfahren der Museumszertifizierung wird vom Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein finanziert.

Dr. Peter Thurmann, Beiratsvorsitzender der Museumszertifizierung in Schleswig-Holstein, würdigte die Museen in seinem Festvortrag und stellte fest: „Wir freuen uns, dass sich die Museumszertifizierung seit nunmehr 13 Jahren als ein wirksames Mittel erwiesen hat, die Museen in Schleswig-Holstein zu unterstützen. Sie sichert ihre fachliche Qualität, vernetzt und setzt sich nachhaltig für den Erhalt der vielfältigen schleswig-holsteinischen Museumslandschaft ein. Bester Beweis hierfür ist die Gründung von neun Notfallverbünden zum Schutz von Kulturgut, die die Museumsberatung und -zertifizierung 2025 und 2026 gemeinsam mit dem Landesarchiv initiiert hat. Diese Notfallverbünde dienen dazu, gemeinsam vor Schäden durch Klimafolgen wie Überflutungen, Starkregen, Kälte oder Überhitzung zu schützen und im Notfall in geordneten Strukturen gegenseitige Hilfe zu leisten. Auf diese Weise wird unser wertvolles Kulturgut in den Museen bestmöglich geschützt.“

Museumsleiterin Dr. Susanne Füting mit Dr. Peter Thurmann, Vorsitzender des Beirats der Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein. Fotos: Kai-Ole Nissen / MBWFK

Museumsleiterin Dr. Susanne Füting mit Dr. Peter Thurmann, Vorsitzender des Beirats der Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein. Fotos: Kai-Ole Nissen / MBWFK


Text-Nummer: 177592   Autor: Museumsberatun/red.   vom 02.02.2026 um 16.41 Uhr

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