Donnerstag: Warnstreik bei Landesbeschäftigten

Lübeck: Im Tarifkonflikt für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder spitzt sich die Situation weiter zu. Für kommenden Donnerstag, den 5. Februar, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Großraum Lübeck erneut zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Betroffen ist auch der Winterdienst auf Landes- und Bundesstraßen.

Vom Streik betroffen sind unter anderem das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein mit dem Campus Lübeck, der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr, sowie weitere Landesämter und Landesverwaltungen in der Hansestadt, sowie in den Kreisen Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Mit Einschränkungen in der öffentlichen Daseinsvorsorge wird zu rechnen sein.

"Hintergrund für die erneute Arbeitsniederlegung ist, dass die Beschäftigten immer noch auf ein ernst zu nehmendes Signal von der Tarifgemeinschaft der Länder erwarten", so die Gewerkschaft. "In der zweiten Verhandlungsrunde wurde kein offizielles Gegenangebot von den Arbeitgebern vorgelegt. Stattdessen wurde den Gewerkschaften vermittelt, dass man sich maximal über einen Inflationsausgleich bei sehr langer Laufzeit und fast einem halben Jahr Nullrunde verständigen könnte."

"Die Beschäftigten sind frustriert. Sie warten seit Monaten auf ein verhandlungsfähiges Angebot vonseiten der Arbeitgeber. Stattdessen gibt es derzeit nur Hinhaltetaktik und Mini-Perspektiven", erklärt Markus Ameln, stellvertretender Geschäftsführer von ver.di in Lübeck. „Wer von 29 Monaten Laufzeit, Nullmonaten und einem Lohnplus knapp über der Inflation spricht, hat den Ernst der Lage entweder nicht verstanden oder, was noch schlimmer wäre, nimmt die Beschäftigten bewusst nicht ernst.“

Besonders deutlich zeigten sich die Belastungen erneut am UKSH. Pflege, Technik, Service und Verwaltung arbeiteten seit Jahren am Limit, während die Personalsituation weiter angespannt bleibt. Gleichzeitig wachse der Abstand zu den Tarifbedingungen im Bereich der Kommunal- und Bundesbeschäftigten.

Ver.di macht am Beispiel des USKH deutlich, welche Folgen fehlende Attraktivität im Länderbereich habe: "Der Fachkräftemangel verschärft sich weiter, die Konkurrenzsituation zwischen den einzelnen Kliniken nimmt zu und die Länder sind nicht bereit, an dieser Situation etwas zu ändern."

Auch beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr wird im Zuge der Warnstreiks mit spürbaren Einschränkungen zu rechnen sein, insbesondere im Bereich des Winterdiensts.

Nach Angaben der Gewerkschaft streiken die Beschäftigten nicht aus Leichtsinn, sondern weil ihre berechtigten Forderungen weiterhin ignoriert werden. Ein Notdienst wird von ver.di sichergestellt, sodass Notfälle im UKSH ohne Einschränkungen weiterbehandelt werden. An den inhaltlichen Forderungen der Beschäftigten hat sich aufgrund fehlender Verhandlungsbereitschaft durch die Arbeitgeber nichts geändert. Die Landesbeschäftigten fordern sieben Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich für die unteren Entgeltgruppen, 200 Euro für Auszubildende, sowie eine Erhöhung der Zeitzuschläge.

„Die Beschäftigten sind bereit, weiter Druck aufzubauen und für gute Arbeitsbedingungen, für einen handlungsfähigen Staat und für den sozialen Zusammenhalt zu streiken. Wer den öffentlichen Dienst kaputtspart, gefährdet mehr als nur die Tarifrunde“, schließt Markus Ameln.

Am Donnerstag sind die Beschäftigten des Landes im Bereich Lübeck zum Warnstreik aufgerufen.

Am Donnerstag sind die Beschäftigten des Landes im Bereich Lübeck zum Warnstreik aufgerufen.


Text-Nummer: 177600   Autor: verdi/red.   vom 02.02.2026 um 15.04 Uhr

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