Waldspaziergang mit Förster und Bürgermeisterin
Bad Schwartau: An die 50 Interessierte, darunter Stadtverordnete und Bürgermeisterin Dr. Katrin Engeln, waren der Einladung der Bürgerinitiative Kaltenhof/Bad Schwartau zu einem Waldspaziergang mit Förster Karsten Tybussek gefolgt. Der winterliche Spaziergang startete am Waldspielplatz Nikolausstraße und führte durch das Kuhholz bis zum ehemaligen Bahnwärterhäuschen an der Elisabethstraße, weitgehend parallel zur jetzigen Bahntrasse.In gut 1,5 Stunden brachte Förster Tybussek der Gruppe engagiert und eindringlich den besonderen Wert dieses Waldes näher. Mächtige, sicherlich 300 Jahre alte Eichen, in denen jeweils bis zu 500 verschiedene Insektenarten beheimatet sind, wurden von den Teilnehmern bestaunt.
Insekten, Flechten, Pilze und Fledermäuse bilden in diesem besonders wertvollen alten Wald mit den verschiedenen Bäumen ökologisch wichtige Lebensgemeinschaften. Diese sind durch die Pläne der Bahn von Zerstörung bedroht! Für die Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung soll nach den Plänen der DB ein großer Teil des Schwartauer Waldes gerodet werden.
Dabei erläuterte der Förster auch den Unterschied vom einfachen Baumfällen zu einer Rodung, in der auch Baumstümpfe und Wurzeln entfernt werden und der Waldboden durch Schottermaterial ersetzt wird. Dies führt zu einer totalen Zerstörung der biologischen Vielfalt in den Böden und zu einer immensen Freisetzung des gespeicherten Kohlenstoffs. Denn Waldboden ist ein mindestens ebenso großer Kohlenstoffspeicher wie der Wald selbst.
In dem bedrohten 11 ha großen Waldgebiet mit etwa 4500 Bäumen wurden exakt 1001 sogenannte Habitat-Bäume, das heißt Bäume von besonders hohem ökologischen Wert, erfasst.
Die Bürgerinitiative wies darauf hin, dass dieser wichtige Schwartauer Wald für den massiven Ausbau der Bahntrasse mit zusätzlichen Gleisen, Bahnsteigen, neuen Straßen, Regenrückhaltebecken und einem Lagerplatz für Baumaterial nach den Plänen der Bahn zerstört werden soll. Auf der gesamten Strecke zwischen Hamburg und Fehmarn sei Bad Schwartau der einzige Ort, der keine Umfahrung bekommt.
Die Bürgerinitiative Kaltenhof hat aber die Hoffnung, gemeinsam etwas bewirken zu können, und kämpft für den Erhalt des Schwartauer Waldes, so die Bürgerini in einer Mitteilung.

An die 50 Interessierte, darunter Stadtverordnete und Bürgermeisterin Dr. Katrin Engeln, waren der Einladung der Bürgerinitiative gefolgt. Foto: BI Kaltenhof
Text-Nummer: 177616 Autor: BI Kaltenhof/red. vom 03.02.2026 um 14.29 Uhr
