Gewerkschaft weitet Warnstreiks aus

Schleswig-Holstein: Im Rahmen der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) die Beschäftigten am Donnerstag, 5. Februar 2026, in Schleswig-Holstein zu Warnstreiks auf. Betroffen sind alle Bereiche, die unter die laufende Tarifrunde fallen, darunter die Landesbauverwaltung, der Küstenschutz, die GMSH, das UKSH in Kiel und Lübeck, die Landesverwaltung, das Multimar Wattforum in Tönning, sowie die Hochschule in Lübeck.

Neben vielen Betrieben und Dienststellen im gesamten Land wird ein Schwerpunkt der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr, sein. Gemeinsam mit dem Landesamt für Küstenschutz und Natur sowie weitern Dienststellen treffen sich die Beschäftigten zu einer Kundgebung in Husum.

Mit den Arbeitsniederlegungen erhöht ver.di den Druck auf die Arbeitgeber der Länder, vertreten durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), vor der dritten Verhandlungsrunde am 11. und 12. Februar 2026 in Potsdam. Die bisherigen Verhandlungsrunden blieben ohne ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber.

„Viele Beschäftigte sind verärgert, dass es auch nach zwei Verhandlungsrunden noch immer kein Angebot gibt“, sagt Diana Zimmermann, stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Nord. „Aussagen wie ‚Inflation plus einen Schnaps obendrauf‘ sind völlig daneben und befeuern den Konflikt. Zugleich wächst die Sorge, dass sich die Bezahlung im Länderbereich weiter vom öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen abkoppelt. Den Ernst der Lage haben die Arbeitgeber offensichtlich nicht erkannt – deshalb erhöhen die Beschäftigten mit den Warnstreiks den Druck.“

Die Aktionen finden im Rahmen einer Wirkungsstreikwoche statt, an der auch das UK-SH in Kiel und Lübeck seit Montag im Warnstreik ist. Ziel aller Aktionen ist es, den Druck mit wirtschaftlichen Konsequenzen auszuüben.

Die Forderung beinhaltet sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen. Foto: Archiv

Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen. Foto: Archiv


Text-Nummer: 177620   Autor: ver.di/red.   vom 03.02.2026 um 16.03 Uhr

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