BfL: Fantasien heizen keine Wohnungen
Lübeck: Auf eine Anfrage der Grünen im Hauptausschuss im November teilte die TraveNetz GmbH mit, dass die Netzkosten für Gas um rund 40 Prozent steigen. Hauptgrund ist die Verkürzung der Abschreibzeit durch den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Die Bürger für Lübeck fordern Realismus bei der Wärmewende.Wir veröffentlichen die Mitteilung von Lothar Möller, Mitglied der Bürgerschaft und Vorsitzender der BfL, im Wortlaut:
(")Schleswig-Holstein will 2040 klimaneutral sein. Die Hansestadt Lübeck setzt noch einen drauf: 2035. Was als klimapolitischer Ehrgeiz verkauft wird, entwickelt sich immer deutlicher zu einem riskanten Experiment – auf dem Rücken der Bürger.
Das Ziel, Lübeck bereits 2035 klimaneutral zu machen, sei kein Zukunftsplan, sondern ein ideologisches Prestigeprojekt – bezahlt von den Bürgerinnen und Bürgern.
Schon heute explodieren die Kosten. Gaskunden in Lübeck müssen künftig rund 200 Euro pro Jahr zusätzlich zahlen – nicht für mehr Komfort, nicht für Versorgungssicherheit, sondern allein für politische Beschlüsse. Die Gasnetze sollen schneller stillgelegt werden, also werden sie schneller und teurer auf die verbliebenen Kunden abgewälzt. Das ist keine Energiewende, das ist Abkassieren.
Gleichzeitig wird den Menschen mit der kommunalen Wärmeplanung Sand in die Augen gestreut. Es wird so getan, als sei alles unter Kontrolle. In Wahrheit tickt die Kostenbombe. Die Rechnung kommt später, aber sie kommt sicher – und sie wird gewaltig ausfallen.
Die Stadtwerke Lübeck sollen nun in Rekordzeit eine neue Wärmeversorgung aus dem Boden stampfen: Straßen aufreißen, Fernwärmetrassen bauen, Großwärmepumpen errichten. Kosten: Hunderte Millionen Euro. Wer das bezahlt? Nicht Berlin, nicht Kiel – sondern die Lübecker Bürger über höhere Preise, Gebühren und Abgaben.
Fernwärme wird dabei als Heilsversprechen verkauft. Doch die Realität sieht anders aus: In großen Teilen Lübecks ist sie technisch fragwürdig oder wirtschaftlich unsinnig. Dass bislang nur 14 Prozent der Haushalte angeschlossen sind, spricht Bände.
Für die große Mehrheit der Haushalte bedeutet die Wärmewende den faktischen Zwang zur Wärmepumpe – Investitionen von 30 000, 40 000 Euro oder mehr, die viele Eigentümer selbst mit Förderung nicht stemmen können, sodass sie im Gasnetz gefangen bleiben und Jahr für Jahr höhere Preise zahlen müssen, weil immer weniger Kunden immer mehr Last tragen – das ist keine Klimapolitik, das ist soziale Spaltung.
Die Bürger für Lübeck (BfL) warnen eindringlich: Diese Wärmewende überfordert die Menschen, zerstört Vertrauen und gefährdet den sozialen Frieden. Klimaschutz wird so zum Feind der Akzeptanz. Wer glaubt, man könne die Bürger mit Zielzahlen, Verboten und steigenden Rechnungen erziehen, irrt gewaltig.
2035 ist kein Naturgesetz. Es ist eine politische Fantasiezahl. Und Fantasien heizen keine Wohnungen. Lübeck braucht Realismus statt Ideologie, Lösungen statt Symbolpolitik und eine Wärmewende, die sich die Menschen auch leisten können.(")

Die Bürger für Lübeck befürchten, dass die Wärmewende zu sozialer Spaltung führt.
Text-Nummer: 177713 Autor: BfL/red. vom 08.02.2026 um 17.22 Uhr
