Lübeck taut langsam auf
Lübeck: Am Sonntag war die Trave wieder weitgehend eisfrei. Langsam schmelzen auch die Schneereste von den Gehwegen. Die kommenden Tage werden milder. Harald Denckmann gibt einen Ausblick auf die Entwicklung beim Wetter in Lübeck.
Am Freitag war die Trave noch von einer Eisschicht bedeckt. Die hat sich am Sonntag aufgelöst.
Es kommt Bewegung in die Luftmassen. Schon eine ganze Zeit sind gerade wir im Norden im Einflussbereich von sehr kalten Luftmassen, die in unserer Region mit schneidenden Ostwinden verbunden waren. Dabei befand sich lange Tage eine Luftmassengrenze, meist über Schleswig-Holstein und Niedersachsen, und sorgte dafür, dass die Temperaturgrenze immer gerade so um den Nullpunkt schwankte und uns Erscheinungen wie Eisregen bescherte.

Jetzt kündigen sich aber Tiefdruckgebiete an, die das ganze Gefüge etwas aufmischen. Anfang der Woche pendeln die Temperaturen ganztägig noch leicht um den Nullpunkt. Von Donnerstag bis Samstag ist dann eine spürbare Entspannung wahrnehmbar, da können die Tagestemperaturen sogar einmal bis auf etwa sechs bis sieben Grad ansteigen.
Am kommenden Sonntag dehnt sich die kalte Luft dann wieder nach Süden aus und Schleswig-Holstein und Niedersachsen bekommen wieder Tagestemperaturen um den Nullpunkt, nachts geht es sogar runter bis etwa minus drei Grad. Um den 20. Februar steigen die Werte dann wieder an und wir bekommen leicht milde Verhältnisse, so um die fünf bis sieben Grad Celsius. Insgesamt also etwas mildere Verhältnisse, verglichen mit den Gefrierschrank-Temperaturen, die wir gerade hinter uns haben.
In den kalt ausgewiesenen Perioden ist Schneefall durchaus noch einmal möglich, generell sollte sich der Schneefall aber langsam verziehen. Ganz vorsichtig kann man sagen, dass wir bis Ende des Monats langsam wieder in den Einflussbereich milder Luftmassen vom Atlantik kommen sollten.
Traditionell am 2. Februar hat dann auch das Murmeltier seine Wetterprognose abgegeben. "Six more weeks of winter", hat Groundhog Phil in Aussicht gestellt, obwohl der Himmel bedeckt war und er seinen Schatten gar nicht sehen konnte. Es war aber so kalt an seinem Wohnort 'Gobbler's Knob', dass man ihn gleich wieder in sein Strohbett steckte und auf den üblichen Fototermin mit den Fans verzichtete, denn die Ostküste der USA wird derzeit von arktischer Kälte heimgesucht. Dass die so schnell nicht weichen würde, war demnach nicht schwer vorherzusehen.
Es sieht demnach nicht so aus, als hätten wir einen chaotischen Katastrophenwinter hinter uns. Besonders streng war er auch nicht, wenn man sich einmal an den frühlingshaften Dezember letzten Jahres zurückerinnert. Eigentlich ein Winter, wie wir ihn von früher her kennen und als normal empfunden haben. Ab und zu war es auch einmal richtig kalt, aber das haben Winter nun einmal so an sich. Dafür hat Wintersturm Elli uns verschont. Wir sind zwar alle in Deckung gegangen, aber als Elli dann am Ende kam, ist in Lübeck keine einzige Schneeflocke gefallen.

In der zweiten Wochenhälfte wird es deutlich milder. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele
Text-Nummer: 177714 Autor: Harald Denckmann vom 08.02.2026 um 18.09 Uhr
