Erneuerung vom Windpark Obernwohlde: Politik ist skeptisch

Stockelsdorf: In der Sitzung der Gemeindevertretung von Stockelsdorf hat sich am Montag die spanische Energiegruppe Qualitas Energy, die den Windpark nordwestlich von Obernwohlde übernommen hat, vorgestellt. Das Gebiet des Windparks erstreckt sich im Gemeindegebiet von Stockelsdorf über die Dorfschaften Obernwohlde und Dissau.

Der neue Betreiber plant ein sogenanntes Repowering der bestehenden Windenergieanlagen gemäß § 16b BImSchG (Bundesimmissionsschutzgesetz). Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Windkraftnutzung für dieses Gebiet sind auf Stockelsdorfer Gebiet klar geregelt: Seit 2016 gilt der rechtskräftige Bebauungsplan Nr. 75, der Höhenbegrenzungen sowie Baufenster vorschreibt. Die Verwaltung geht davon aus, dass dieser Bebauungsplan weiterhin Bestand hat. Ein Repowering in der vorgesehenen Form wäre nur im Einvernehmen mit den kommunalen Gremien in Form einer Änderung oder Aufhebung des B-Plans möglich. Die Gemeinde Stockelsdorf hat noch keine Entscheidung getroffen, ob der bestehende Bebauungsplan für das Gebiet aufgehoben werden soll.

Seit 2017 sind auf Stockelsdorfer Gebiet zwölf Windkraftanlagen des Typs Enercon 101 mit einer Nabenhöhe von 99 Metern in Betrieb. Nun ist geplant, diese durch größere Anlagen mit einer Höhe von voraussichtlich rund 162 Metern Nabenhöhe und etwa 249 Metern Blattspitze zu ersetzen. Die Anzahl der Windräder soll dabei auf acht reduziert werden. Laut Betreiber würden die neuen Anlagen effizienter arbeiten, leiser sein und mit einer bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung ausgestattet sein, die nur bei Annäherung von Flugzeugen blinkt. Darüber hinaus würden sich die Abstände zu den Wohngebieten von Stockelsdorf erhöhen.

In der Gemeinde Stockelsdorf trifft das Vorhaben jedoch auf kritische Nachfragen und Verunsicherung in der Bevölkerung. Zur Schaffung einer Entscheidungsgrundlage hatten Verwaltung und Politik vorab einen Fragenkatalog abgestimmt, der in der Sitzung von Qualitas beantwortet wurde. Auch ergänzende Einwohnerfragen wurden in der Sitzung zu dem Thema gestellt.

Die Fragen betrafen den Naturschutz, Schallschutz und Schlagschattenwurf durch die größeren Anlagen. Den Abbau und die Verwertung der Altanlagen, sowie die Frage, welche Untersuchungen zu Umweltbeeinträchtigungen erforderlich sind. Wie der technische Schutz von Vögeln und Menschen ausgestaltet ist und ob es größere Beeinträchtigungen geben wird. Ebenfalls vorgestellt wurden ein Konzept zur Beteiligung der betroffenen Anwohner in einem Umkreis von 2,5 Kilometern um den Park, sowie Sponsoringkonzepte für Vereine und die Zahlung einer Beteiligung von 0,2 Cent pro produzierter Kilowattstunde Strom an die Gemeinde gem. § 6 EEG.

Später wurden im nicht öffentlichen Teil der Sitzung der Gemeindevertretung insbesondere die finanziellen Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt im Hinblick auf die EEG-Umlage und die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen besprochen.

Allerdings wurden die kritischen Fragen aus der Verwaltung und der Gemeindevertretung von Qualitas Energy noch nicht zur Zufriedenheit der Gemeindevertretung beantwortet. Qualitas wurde mit der Aufgabe entlassen, hier belastbare Prognosen zu erstellen. Erst anschließend möchte sich die Gemeinde erneut mit der Frage beschäftigen, ob das Repowering ermöglicht werden soll. Auf Basis der dargestellten Informationen war nach einhelliger Auffassung keine Entscheidung pro oder kontra möglich, die eine angemessene Berücksichtigung aller betroffenen Interessen von Bürgern und Gemeinde ermöglicht hätte.

Stockelsdorf hat zu dem Windpark noch keine Entscheidung getroffen. Foto: Gemeinde Stockelsdorf

Stockelsdorf hat zu dem Windpark noch keine Entscheidung getroffen. Foto: Gemeinde Stockelsdorf


Text-Nummer: 177768   Autor: Gemeinde Stodo/red.   vom 10.02.2026 um 16.34 Uhr

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