Neuer Eigentümer: Hoffnung für die BeachBay?

Lübeck - Travemünde: Archiv: Was sich in Travemünde denn noch alles touristisch ändern werde und ob es „so schön werden soll wie auf dem Priwall“, fragte eine Besucherin im Travemünder Ortsrat. Was für Gelächter sorgte, denn auf dem Priwall läuft es gar nicht rund. Doch offenbar gibt es Hoffnung: Die „BeachBay“ sei verkauft, erzählte Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff.



„Der Zustand dort drüben nähert sich ja streckenweise schon einem Lost Place“, sagte am Montag ein Teilnehmer der Ortsratssitzung und wollte von Kurdirektor Uwe Kirchhoff wissen, was aus der „BeachBay“ genannten Anlage im Bereich des Passathafens denn nun wird. Tatsächlich werden Teile des gewerblichen Ensembles wie die „Bay Hall“ mit Gastronomie und Shops, eine Büro- und Lagerhalle sowie das rückwärtige Parkhaus im Internet auf der Seite www.econ-realestates.de angeboten. Offenbar mit Erfolg.

Kurdirektor: Es gibt Hoffnung für die BeachBay
„Ja, es gibt Hoffnung, weil es auch Eigentümerwechsel gab“, antwortete Kurdirektor Uwe Kirchhoff. „Und ich bin guter Dinge, dass die BeachBay bald wieder zu neuem Glanz erstrahlt.“

Hoteldirektor: Den Priwall pushen
Es werde wichtig sein, den Priwall ein bisschen zu pushen, meinte auch Kay Plesse, Direktor des Atlantic Grand Hotel auf Travemünder Seite, und berichtete von Rückmeldungen seiner Gäste. Die würden sagen: „Man braucht eigentlich nicht auf die andere Seite fahren“. Denn entweder fahre die Fähre nicht, beziehungsweise bekäme man auf der anderen Seite ja nicht einmal ein Fischbrötchen.

Marketing-Chef: Priwall braucht mehr Herzblut
Christian Martin Lukas, Geschäftsführer der städtischen Marketinggesellschaft LTM, meinte, dass der Priwall mehr Herzblut bedürfe. Lukas sprach vom Promenadenrundlauf, „der ja nur funktionieren kann, wenn die Fähren auch funktionieren“. Und von der wichtigen Verbindung des „Seebad-Charmes“ und des sehr modernen „BeachBay-Charmes“. Da würden „wir uns alle gemeinsam jetzt auch mehr drum kümmern“, versprach er. Denn das Ganze funktioniere nur, wenn das Angebot stimme.



Ortsrats-Vorsitzender: Rundlauf kostenlos machen
Der Ortsratsvorsitzende Karsten Hübner sprach im Zusammenhang mit dem Promenadenrundlauf sehr vorsichtig von „deutlichen Bemühungen“, dass die Überfahrt für Menschen „keinerlei Gebühren“ kosten solle, und berief sich dabei auf Informationen aus dem Bürgermeisterbüro. „Es ist zwar noch nichts fix, aber jeder weiß darum, dass da drüben das Leben zurückkehren muss“, sagte Hübner zum Thema BeachBay. Und noch einmal auf Nachfrage, mit vielen Einschränkungen: „Wenn die rechtlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind“, dann sei „auf absehbare Zeit“ und „nicht bestätigt“ das Ziel beim Rundlauf, dass dieser „gegebenenfalls“, so der Ortsratsvorsitzende, „durch andere Anhebungen kostenlos werden kann“.

Priwall-Vorsitzender: Ausgleichsfläche für die Betonwüste
Das letzte Wort in Sachen BeachBay hatte Christian Wölbeling, Vorsitzender der Gemeinschaft der Priwallbewohner, der von der Stimmung in seinem Verein berichtete. Es gäbe da viele Fans davon, „Ausgleichsflächen für die BeachBay zu schaffen“. Konkret meinte er die brachliegenden Rest-Gebäude des ehemaligen Priwallkrankenhauses, die man doch abreißen und als Grünfläche herrichten könne. „Als Ausgleich für die Betonwüste, die uns da hingestellt worden ist.“
Place to be oder Lost Place? Lübecks Touristiker wollen die „Beach Bay“ aus dem Dornröschenschlaf wecken. Fotos: KEV(1)/HN(2)
Place to be oder Lost Place? Lübecks Touristiker wollen die „Beach Bay“ aus dem Dornröschenschlaf wecken. Fotos: KEV(1)/HN(2)

Text-Nummer: 177792    Autor: Helge Normann    vom 13.2.2026 18.05 Uhr

Kommentare zu diesem Text (8):

Susi21

schrieb am 13.2.2026 19.27 Uhr:
Es ist so traurig, was mit den Priwall passiert ist. Es war in den 60er und 70er Jahren, als meine Großeltern dort noch eine kleine Holzbutze hatte, so toll und abenteuerlich. Sogar mit Toiletten und einen Kiosk. Man konnte sich doch entscheiden. Entweder man mag es etwas mondäner, dann blieb man in Travemünde und wer es ursprünglicher mochte, nahm die Fähre rüber zum Priwall. Jetzt ist alles so kalt und inspiriert dort.

Tim Kock

schrieb am 13.2.2026 19.42 Uhr:
Das ganze Projekt war von Anfang an nicht passend.
Es ist immer das selbe: Es kommen irgendwelche Heinis mit Lackschuhen aus Hamburg und wittern das große Geld in der Provinz.
Dann bauen sie irgendein Hochglanz-Projekt, das aussieht wie von Influencern geplant und am Ende geht es den Bach runter.
Was bleibt, ist eine seelenlose Betonwüste, über die man spätestens in 20 Jahren sagt "wie könnten wir nur" und der Schaden für die Umwelt.

Ich wünsche mir hier mehr politische Weitsicht.

Tobias Möller

schrieb am 13.2.2026 20.15 Uhr:
Man kann diese trostlose Abscheulichkeit, die einfach nur wie ein fehlplatzierter Fremdkörper wirkt, als "Rentnermünde - klein Karl-Marx-Stadt an der Ostsee" bewerben.

Alex

schrieb am 13.2.2026 21.37 Uhr:
Betonwüste trifft es ganz gut!
Die Gebäude vom Priwallkrankenhaus werden aber zumindest zum Teil noch vom Stadtarchiv genutzt, außerdem hatte da doch ein Investor eine Umnutzung als günstiger Wohnraum im Sinn...

Der Neue Investor der Beach Bay hat hoffentlich nicht nur "schnell Kasse machen" im Kopf sondern eine ganzjährige Nutzung zum Wohle aller Beteiligten..
Exorbitante Mieten und schlechte Aufbackbrötchen tragen zumindest nicht dazu bei.
Das Publikum "High Society" bleibt wohl aus, wie der vorherige Investor wohl erkennen musste, dann kann man das ganze ja vielleicht auch Tagestourismus- und Familienfreundlich betreiben.

Zumindest die "bodenständigen" Angebote mit vernünftigen Preisen bei guter Qualität halten sich seit Jahren.
(Restaurant beim Hafenmeister, Bäcker im Supermarkt, Imbiss an der "Hauptstraße")

Vielleicht mal drüber nachdenken.

Fiete Senfgeber

schrieb am 13.2.2026 22.17 Uhr:
Wenn die Architektur bloß bunter und interessanter wäre! Wie konnte man sich an solcher exponierten Stelle mit dieser 0/8/15-Ästhetik zufrieden geben. Bunte Häuser und mehr Bäume dazwischen bitte! Lübeck scheint nicht so sehr gefragt zu sein. Man nimmt, was man kriegt?! Dann hätte man es lieber gelassen! In der Innenstadt ist es ja auch nicht mehr anders. Keiner will Karstadt, keiner will das alte Kepa, keiner will Lindenplatz, keiner will Wallhalbinsel, keiner will Roddenkoppel, keiner will Schlachthof, keiner…Was ist mit dieser Stadt und ihren ambitionslosen Menschen (in der Verwaltung) los?!
Mehr Mut, weniger Regeln, weniger verwalten, mehr gestalten!

Bernd Feddern

schrieb am 13.2.2026 23.26 Uhr:
Wer Karnickelställe baut, wird als Einwohner Karnickel bekommen - war schon immer so.
Wo persönliche Intelligenz und Kompetenz abhanden gekommen ist, hilft KI auch nicht mehr!
Ergebnis: Betonwüste!
Ach, es ist ja nun gerade nicht so, dass es an Kritik und Widerstand vor Baubeginn gemangelt hätte ...

Skagerrak

schrieb am 16.2.2026 6.29 Uhr:
Wer ist denn der neue Eigentümer und welches Konzept hat er? Darüber äußert sich Kurdirektor Uwe Kirchhoff nicht und worauf seine Hoffnung nun beruht ist auch ein Rätsel.

Geht man auf die Verlinkung im Artikel zu econ-realestates, sieht man das die 3 Objekte noch angeboten werden, geht man dann weiter auf Immo Scout, heißt es das die Angebote deaktiviert sind. Ja was denn nun?

Ich frage mich auch, wer gibt 1.000.000,00 Euro für ein kaum genutztes Parkhaus aus und was will er denn mit dem Bürogebäude für 1.250.000,00 Euro machen?

Skagerrak

schrieb am 16.2.2026 6.58 Uhr:
@Tim Kock: Volle Zustimmung. Die genannten Lackschuhträger aus HH und ein Bauträger aus HL haben jetzt ihre Finger, mit einem fragwürdigen Konzept, nach den alten Krankenhäusern ausgestreckt. Abgeblich wollen sie Sozialwohnungen mit Gemeinschaftsküchen für Gastromitarbeiter schaffen. Ob sich die Mieten am Wohngeld orientieren wurde nicht genannt. Es würde dringender Bedarf bestehen wurde gesagt, obwohl laut SHZ vom 19.11.25 einen Urlauber-Rückgang haben und laut Lars Schwarz, dem Präsidenten des Gaststättenverbands die Umsätze um 17,5% eingebrochen sind.

Man muß die diesen "Lackschuhträgern" echt vorsichtig sein, zumal keiner von denen auf dem Priwall wohnt.