Keine Warnstreiks mehr: Tarifeinigung bei Landesbeschäftigten
Lübeck: In den vergangenen Wochen gab es in Lübeck mehrere Warnstreiks der Landesbeschäftigten. Die dürften jetzt beendet sein. In der Nacht zu Samstag gab es eine Tarifeinigung. Jetzt müssen die Gewerkschaftsmitglieder nur noch zustimmen.Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) teilt mit, dass in der vergangenen Nacht ein Tarifergebnis für die Beschäftigten der Länder erzielt wurde. Das komplexe Verhandlungsergebnis umfasst neben Entgelterhöhungen auch deutliche Verbesserungen bei den Schicht- und Wechselschichtzulagen. Für die Beschäftigten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) werden diese Zulagen auf das Niveau der kommunalen Krankenhäuser angehoben.
Die Vergütungen der Beschäftigten steigen über die Laufzeit des Tarifvertrags in drei Stufen um insgesamt 5,8 Prozent:
· ab 1. April 2026: + 2,8 Prozent, mindestens 100 Euro
· ab 1. März 2027: + 2,0 Prozent
· ab 1. Januar 2028: + 1,0 Prozent
Die Wechselschichtzulage für alle Berufsgruppen wird auf 200 Euro erhöht, zudem wird eine Schichtzulage in Höhe von 100 Euro eingeführt. Für die Universitätskliniken gelten verbesserte Regelungen: Hier steigt die Wechselschichtzulage auf 250 Euro, die Schichtzulage beträgt ebenfalls 100 Euro.
Auch Auszubildende, dual Studierende und Praktikanten profitieren vom Abschluss. Ihre Vergütungen erhöhen sich wie folgt:
· ab 1. April 2026: + 60 Euro
· ab 1. März 2027: + 60 Euro
· ab 1. Januar 2028: + 30 Euro
„Dieser Tarifkompromiss ist kein leichter – er wurde hart erkämpft. Gerade auch in Schleswig-Holstein haben die Beschäftigten mit mehrtägigen Warnstreiks entscheidend dazu beigetragen, dass dieses Ergebnis überhaupt erreicht werden konnte. Wenn der öffentliche Dienst auch künftig attraktiv bleiben soll, sind weitere Schritte notwendig. Die Beschäftigten haben sehr deutlich gemacht, dass sie nicht bereit sind, fiskalische Fehlsteuerungen zu ihren Lasten hinzunehmen“, erklärt Susanne Schöttke, Landesbezirksleiterin von ver.di Nord.
„Für ver.di Nord mit ihrem Organisationsbereich, der sich auf Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erstreckt, ist bei diesem Tarifergebnis noch ein weiterer Aspekt von entscheidender Bedeutung. Nach den seit der Wiedervereinigung verweigerten Anpassungen der Arbeitsbedingungen von Ost an West bringt diese Tarifrunde nun den entscheidenden Durchbruch bei der Angleichung vor allem der Arbeitszeit an das Westniveau. Die wöchentliche Arbeitszeit der Landesbeschäftigten wird schrittweise auf 38,5 Stunden abgesenkt. Das ist ein großer und solidarischer Erfolg“, so Schöttke weiter.
Der erzielte Kompromiss wird nun den ver.di-Mitgliedern im Rahmen einer Mitgliederbefragung vorgelegt. Die Tarifkommission empfiehlt die Annahme des Ergebnisses.

Auch in Lübeck gab es mehrere Warnstreiks.
Text-Nummer: 177840 Autor: verdi/red. vom 14.02.2026 um 09.49 Uhr
