Hundehalter: Hundestrand ist für Hunde nicht geeignet
Lübeck - Travemünde: „Der Hundestrand ist für Hunde nicht geeignet“, erklärte eine Besucherin im Travemünder Ortsrat. „Hunde können sich die Beine brechen, weil dort große Steine liegen.“ Andere Hundehalter beklagten, dass der Hundestrand am Brodtener Steilufer kostenlos sei und deshalb dort zu viele Menschen seien. Die Hundehalter hätten gern ein Stück vom Kurstrand als neuen Hundestrand. Der Kurdirektor schien von der Idee nicht angetan.
Auf Travemünder Seite findet man den Hundestrand hinter der ehemaligen Badeanstalt Mövenstein, dort, wo die Strandpromenade zu Ende ist und das Brodtener Steilufer anfängt. Doch eine Barriere aus Steinen erschwert den Zugang zum Wasser. Dieser Wall aus Findlingen, der sogenannte „Söhrmanndamm“, wurde vor langer Zeit als Küstenschutz errichtet. Die Kritik der Hundehalter: Die Tiere würden sich dort die Beine brechen.
Hundehalter möchten Stück vom Kurstrand
Ob man nicht einen neuen Hundestrand bekommen könne, lautete eine Frage aus der Hundelobby. Etwa ein Stück neben dem Promenadensteg in Höhe der „Süßen Seebrücke“. Einen Strandabschnitt, der auch für Hunde geeignet sei. Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff verwies auf die begrenzten Ressourcen. Man könne nicht wie in Dubai ein Stück Strand anbauen.
Zu viele Menschen am Hundestrand
„Der Hundestrand ist ja nicht nur für die Hundemenschen, sondern für alle“, hieß es in einer weiteren Wortmeldung. Und da der Hundestrand am Steilufer kostenlos benutzbar sei, würden sehr viele Familien, die nicht weit laufen wollten, von den Parkplätzen direkt zum Hundestrand gehen. „Und im Sommer ist es so, dass die Hunde kaum ins Wasser können, weil der ganze Steg voller Menschen ist“. Im benachbarten Seebad Niendorf passe am Hundestrand jemand auf, dass der nur von Hundebesitzern genutzt werde. Kurdirektor Uwe Kirchhoff, ebenfalls Hundebesitzer, findet den Hundestand „in Ordnung“. Meinte aber, er würde dort von Juni bis August auch nicht hingehen, weil es ihm zu voll sei, da gäbe es andere Möglichkeiten.
Im Hamsterrad der Hundelobby
Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff verwies auf den eigens errichteten Badesteg für Hunde, der über den Steinwall führt. Der habe viel Geld gekostet. Und an die Hundelobby gerichtet: „Ihr konntet euch sogar die Farbe aussuchen. Ihr konntet euch das Geländer aussuchen. Wir haben uns wirklich sehr weit gedehnt in diesem Fall“, so der Kurdirektor. „Irgendwann ist dann auch mal Schluss.“ Der Hundestrand, sei „großzügig ausgestaltet“, so der Kirchhoff. Dabei verwies er auch auf ein Regal mit Stöckchen, das die städtische Marketinggesellschaft LTM dort aufgestellt hatte. „Was wollen Sie denn noch alles?“, fragte Kirchhoff. Er komme sich vor wie „in so einem Laufrad: Man macht und macht, und nie ist es genug.“
Kurstrand: Oktober-Zugang für Hunde wird Thema in der Bürgerschaft
In der Wintersaison dürfen Hunde auch an den sonst Menschen vorbehaltenen Kurstrand. Im Vorjahr wurde ihnen allerdings der Oktober gestrichen, was für Protest sorgte. Das Thema, hieß es aus dem Ortsrat, werde gerade in der Politik abgeklärt, es gehe um eine einheitliche Lösung für die Lübecker Bucht. Jan Ingwersen (CDU) hatte im Vorfeld der Sitzung Seebäder abtelefoniert: „Travemünde, Timmendorf und Grömitz sind die einzigen, die das ab 1. Oktober machen“, meinte er. „Alle anderen machen es ab 1. November.“ Kurdirektor Uwe Kirchhoff verteidigte die Streichung des Oktobers für Vierbeiner: „Im Oktober sind Ferien, es ist das Drachenfest. Es wird immer wärmer, es sind viele Familien da“, sagte er. Er verwies auch auf Konflikte. Die neue Regelung habe sich „touristisch bewährt“, so der Kurdirektor. Doch wenn die Bürgerschaft zu einer anderen Auffassung käme, „dann ist das so.“

Trotz Steg: Ist der Steinwall am Hundestrand für die Tiere zu gefährlich? Hundehalter fragen jetzt, ob man nicht ein Stück vom besser zugänglichen Kurstrand für Vierbeiner nutzen kann. Fotos: Archiv/HN
Text-Nummer: 177842 Autor: Helge Normann vom 18.02.2026 um 18.05 Uhr
