Grüne bringen Lübeck IC-Anbindung in den Bundestag

Lübeck: Die Grüne Bundestagsfraktion hat eine Kleine Anfrage im Bundestag zur Fernverkehrsanbindung der Bahn in Lübeck gestellt. Sie umfasst zehn Fragen von der Auslastung der Bahnstrecke Lübeck–Hamburg bis zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Fernverkehrs. Eine Antwort der Bundesregierung gibt es bisher nicht.

Zum Wegfall der Fernverkehrsanbindung Lübecks erklären Matthias Gastel, Bahnpolitischer Sprecher, Arne-Matz Ramcke, verkehrspolitischer Sprecher der Lübecker Grünen, und Konstantin v. Notz, stellv. Vorsitzender der Grünen Bundestagsfraktion und für Lübeck zuständiger Bundestagsabgeordneter:

(")Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember hat Lübeck seinen IC- und ICE-Anschluss verloren. Damit ist die Hansestadt eine der größten Städte Deutschlands ohne Fernverkehrshalt. Die Deutsche Bahn (DB) begründet den Schritt mit Bauarbeiten im Zuge der Errichtung der Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung und damit verbundenen, betrieblichen Einschränkungen. Während ursprünglich eine Fertigstellung der Querung einschließlich der deutschen Schienenanbindung bis 2029 angekündigt war, wird inzwischen ein Zeitpunkt nicht vor 2032 genannt. Sollte sich dieser Zeitplan bestätigen, droht Lübeck über Jahre hinweg vom Fernverkehr abgeschnitten zu bleiben.(")

Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter aus Mölln, kritisiert: „Wir Grüne haben frühzeitig und immer und immer wieder auf die massiven Probleme und eklatanten Planungsmängel entlang der deutschen Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung hingewiesen. Wer ein europäisches Großprojekt dieser Größenordnung plant, darf nicht zulassen, dass eine ganze Region über Jahre vom Fernverkehr abgehängt wird. Dass Lübeck nun faktisch zur Großstadt ohne Fernverkehr wird, ist fatal und nicht hinnehmbar. Bundes- und Landesregierung müssen handeln und dafür sorgen, dass Lübeck nicht abgehängt bleibt.“

Vor diesem Hintergrund hat die Bundestagsfraktion auf Bitten der Grünen vor Ort eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet. Sie soll klären, welche konkreten Planungen und Zeitachsen der Entscheidung zugrunde liegen, welche Alternativen geprüft wurden und wie eine bessere Anbindung Lübecks während der Bauphase sichergestellt werden kann. Die Antworten stehen noch aus.

Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, macht deutlich: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass eine Stadt mit mehr als 31 000 täglichen Fahrgästen am Hauptbahnhof komplett aus dem Fernverkehr herausfällt. Bauarbeiten dürfen nicht als pauschale Begründung dafür dienen, Fernverkehrsangebote einfach zu streichen. Der Bund muss darauf dringen, dass Übergangslösungen geschaffen werden – sei es durch einzelne Fernverkehrshalte, durch Umleitungen oder durch zusätzliche Kapazitäten im Regionalverkehr.“

Arne-Matz Ramcke, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion Lübeck, betont: „Für Lübeck stellt die Entscheidung der Deutschen Bahn einen erheblichen Standortnachteil dar. Schon heute sind die Regionalzüge häufig überfüllt. Wenn IC- und ICE-Verbindungen wegfallen, verschärft das die Situation für Pendlerinnen und Pendler ebenso wie für den Tourismus und die Wirtschaft unserer Stadt. Lübeck darf nicht über Jahre ins verkehrspolitische Abseits gestellt werden.“

Steffen Hamer, Fraktionsmitglied der Lübecker Grünen und Mitglied im Bauausschuss, ergänzt: „Der Lübecker Hauptbahnhof ist nach Fahrgastzahlen der größte Bahnhof Schleswig-Holsteins. Für viele Menschen – ob Touristen, Geschäftsreisende oder Personen mit Einschränkungen – ist der Fernverkehr oftmals die einzige realistische und komfortable Reisemöglichkeit. Ihn einer Großstadt wie Lübeck zu entziehen, bedeutet daher einen gravierenden Eingriff in die wirtschaftliche Entwicklung und in die Lebensqualität der gesamten Hansestadt.“

Die Grünen erwarten von der Bundesregierung zeitnah Transparenz und konkrete Lösungsansätze. "Großprojekte wie die Feste Fehmarnbeltquerung dürften nicht dazu führen, dass die Anbindung der Menschen entlang der deutschen Hinterlandanbindung über viele Jahre vernachlässigt wird", so die Grünen. Lübeck brauche jetzt eine verlässliche Perspektive für eine starke und dauerhafte Fernverkehrsanbindung.

Die Kleine Anfrage: dserver.bundestag.de

Seit Mitte Dezember bietet die Bahn in Lübeck keinen Fernverkehr an. Foto: HN/Archiv

Seit Mitte Dezember bietet die Bahn in Lübeck keinen Fernverkehr an. Foto: HN/Archiv


Text-Nummer: 177844   Autor: Grüne/red.   vom 15.02.2026 um 15.16 Uhr

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