Nächste Einigung bei der Bebauung des Schlachthofs
Lübeck - St. Lorenz Nord: Seit 20 Jahren rottet das große Schlachthofgelände an der Schwartauer Allee vor sich hin. Jetzt hat die Mehrheit in der Bürgerschaft einen neuen Vorschlag eingebracht, der von der Verwaltung auch umgesetzt werden soll.Es gab bereits vor rund 20 Jahren einen Investor für das Gelände. Der wollte neben preiswerten Wohnungen auch einen "Kaufland" ansiedeln. Das stieß bei der Verwaltung und Teilen der Politik auf Ablehnung. Man befürchtete eine Verschlechterung für andere Supermärkte in der Gegend. Jahrelang wurde weiter verhandelt.
Im August 2019 einigten sich CDU und SPD auf einen Kompromiss. Bei der Verkaufsfläche müssen Abstriche gemacht werden. Auf dem Gelände müssten außerdem mehr Wohnungen entstehen: Vorher waren rund 130 geplant, jetzt müssten es mindestens 250 werden, 40 Prozent als Sozialwohnungen. Der Investor stimmte zu.
Weiter ging es trotzdem nicht. Die Stadtverwaltung wollte jetzt ein Gesamtkonzept, das auch die angrenzende Roddenkoppel einschließt. Dann könne man am Städtebauförderprogramm "Stadtumbau West" teilnehmen und etliche Millionen Euro an Bundesförderung bekommen. Das Projekt ist jetzt beendet, weil die Kassen leer sind.
CDU, Grüne und FDP, die zusammen eine Mehrheit in der Bürgerschaft haben, verlangen jetzt den Verzicht auf weitere städtebauliche Wettbewerbe. Es sollen ein Kaufland mit 3850 Quadratmetern Verkaufsfläche plus 250 Quadratmetern für weitere Geschäfte entstehen. Dazu kommen 320 Wohnungen, von denen 30 Prozent Sozialwohnungen sein sollen. Zusätzlich wird eine Kindertagesstätte gebaut.

Eine Mehrheit in der Bürgerschaft ist sich einig: Nach 20 Jahren soll auf dem Gelände endlich neu gebaut werden. Foto: Harald Denckmann/Archiv
Text-Nummer: 177876 Autor: VG vom 16.02.2026 um 16.25 Uhr
