Schulstreik gegen Wehrpflicht in Lübeck
Lübeck - Innenstadt: Eine bundesweite Initiative ruft erneut zu Schulstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen am 05.03.2026 gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht auf. Auch in Lübeck startet um 10 Uhr eine Demonstration vom Klingenberg.Dazu erklärt die Initiative:
(„)Am 5. Dezember 2025 haben bereits 55.000 Schüler in ganz Deutschland die Schule gestreikt und gegen die Wehrpflicht demonstriert. Trotzdem wurden noch am selben Tag erste Schritte hin zur Wiedereinführung der Wehrpflicht beschlossen: verpflichtende Fragebögen für junge Männer ab jetzt, verpflichtende Musterung ab Juli 2027. „Die Militarisierung und Wiedereinführung der Wehrpflicht sind nicht zur Abschreckung da. Der deutsche Staat bereitet sich mit Militarisierung und Wehrpflicht darauf vor, deutsche Wirtschaftsinteressen in der ganzen Welt auch gewaltsam durchsetzen zu können. Unsere Interessen spielen dabei überhaupt keine Rolle und trotzdem sollen wir für diese Kriegsvorbereitung den Kopf hinhalten. Da machen wir nicht mit!“, sagt Jasper Wartenberg vom Schulstreikkomitee in Lübeck.
Nicht nur in Lübeck – in vielen verschiedenen Städten in ganz Deutschland organisieren lokale Schülerinitiativen, Streikkomitees und Bündnisse Demonstrationen und Kundgebungen und rufen zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht auf. Dahinter stehen viele Schülerinnen und Schüler, die sich als Einzelpersonen oder als Teil von Schülervertretungen mit einem gemeinsamen Ziel zusammenschließen: deutlich zu machen, dass sie gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht sind. „Statt Milliarden in Waffen zu stecken", fordern sie, „Milliarden für Bildung, bessere Ausbildungsplätze, das Klima und für unsere Zukunft.“
„Wir bekommen oft zu hören, dass wir doch auch einfach nach der Schule demonstrieren können. Aber einfach nur zu sagen, dass wir gegen die Wehrpflicht sind, wird nichts verändern. Es ist ja bereits bekannt, dass eine große Mehrheit der Jugendlichen nicht Teil dieser Kriegsvorbereitung sein will. Die Politiker interessiert das aber überhaupt nicht. Durch den Schulstreik wollen wir zeigen, wie ernst es uns damit ist!“, sagt Moritz Böttcher, Schüler aus Lübeck.
Die bundesweite Initiative kündigt des Weiteren an, dass die Streiks hiermit nicht enden werden. Denn solange der deutsche Staat weiter aufrüstet, gibt es mehr als genug Gründe, auf die Straße zu gehen!
Alle – ob Schüler/Schülerin oder nicht – sind herzlich eingeladen, an der Demonstration um 10 Uhr am Klingenberg teilzunehmen.(„)

In Lübeck soll die Demo am Klingenberg starten. Foto: Archiv
Text-Nummer: 177884 Autor: Veranstalter/red. vom 01.03.2026 um 10.30 Uhr

Kommentare zu diesem Text:
andre klar
schrieb am 02.03.2026 um 01.26 Uhr:
Es ist wirklich traurig zu sehen, wie wenig die zur Demonstration aufrufenden Schüler, hier Jasper Wartenberg oder Moritz Böttcher, von den tatsächlichen Umwerfungen in Europa und der Gefahr durch ein seit vielen Jahren kriegslüsternes und imperiales Russland mitbekommen haben und stattdessen glauben, es gehe darum
"deutsche Wirtschaftsinteressen in der ganzen Welt auch gewaltsam durchsetzen zu können" und nicht sehen, das eine schnelle Aufrüstung Europas jetzt der einzige Weg zur Vermeidung weiterer Angriffe auf Europa durch Russland ist.
Deutschland gibt schon sehr viel Geld für Bildung aus, insbesondere für hohe Lehrergehälter und luxuriöse Lehrerpensionen. Schade das es bei den Genannten zu nichts geführt hat.
Jan H
schrieb am 02.03.2026 um 01.52 Uhr:
Ja Man könnte auch nach der Schule demonstrieren da spricht auch nichts dagegen.
aber haltet eure Demonstrationen wenn noch mehr Menschen ohne Abschluss die Schule verlassen
lg Jan H
Wehrwolf
schrieb am 02.03.2026 um 05.21 Uhr:
Das Streikrecht ist ein hohes Gut in unserer Demokratie. Es gilt als legitimes Druckmittel damit Arbeitnehmer berechtigte Interessen gegenüber dem Arbeitgeber vertreten können. In Deutschland gilt die Schulpflicht. Selbst wenn es ein Streikrecht für Schüler gäbe, fiele die Durchsetzung von politischen Weltanschauungen nicht unter das Streikrecht. Wessen Geistes Kind die Initiatoren dieser Demonstrationen sind, und wo deren Demokratieverständnis hängengeblieben ist, zeigt sich bereits im ersten Satz des Statements: „55.000 Schüler in ganz Deutschland haben … demonstriert. Trotzdem wurden noch am selben Tag erste Schritte hin zur Wiedereinführung der Wehrpflicht beschlossen“. 55.000 Demonstranten in ganz Deutschland (nicht offiziell bestätigt, nur nach Angaben der Veranstalter geschätzt) sind keine Mehrheit. Das ist nicht einmal ein nennenswerter Anteil der mündigen Bevölkerung. Es ist kein Skandal, wenn unser demokratisch gewähltes Parlament etwas beschließt, das von einem Teil der Bevölkerung abgelehnt wird. Polemik ist keine Diskussionsgrundlage.
GI Raffe
schrieb am 02.03.2026 um 06.02 Uhr:
Na sowas. Es scheint nur noch Weicheier zu geben. Lasst mal die anderen Deutschland verteidigen. Generation Ich vergisst aber dabei das im Ernstfall
sie diejenigen sind die wegen mangelnder Ausbildung als Kanonenfutter an die Front kommen. Ich selber musste damals auch zur Bundeswehr und es hat mir in keiner Weise geschadet. Da wurde aus Weicheiern Menschen mit Verantwortungsbewusstsein gemacht. Denkt mal darüber nach.
Jürgen
schrieb am 02.03.2026 um 06.08 Uhr:
Und das muss mann während der Schulzeit machen ?
Boyd Lice
schrieb am 02.03.2026 um 07.23 Uhr:
Früher selbstverständlich, heute ein grund zu demonstrieren.
Warum sollte man auch etwas für die Gesellschaft tun? Im schützengraben in der Grundausbildung kann man schließlich keine TikTok videos gucken. Das ist ja voll blöd.
Da kann man dann gern auch seine Argumente an den haaren herbei ziehen ( wirtschaftliche Interessen mit gewalt...)
Verwöhntes P....
droppdog
schrieb am 02.03.2026 um 07.50 Uhr:
Moin,
ich finde es gut das Ihr euer Vaterland nicht verteidigen wollt. Dürfen wieder die alten ran Habt ihr sie noch alle. Es ist euer Land. Viel Spaß mit der Macht die dann hier das Sagen hat. Und nein, Auslandseinsätze gibt es nur für Berufssoldaten.
(...)
Harry Beck
schrieb am 02.03.2026 um 08.07 Uhr:
Es ist gut, wenn die Jugend manche Dinge kritisch hinterfragt unf für ihre Interessen, für ihre Zukunft auf die Straße geht.
Viel Erfolg!
Patriot
schrieb am 02.03.2026 um 08.32 Uhr:
Achje. Warum verstehen die nicht, dass es in erster Linie um die Verteidigung im Ernstfall (Was auch immer das sein mag) unseres Landes geht? Warum will man sein Land kampflos einem möglichen Aggressor ohne Gegenwehr schenken? Was wird besser, wenn Deutschland plötzlich unter andere Flagge regiert wird? Das ist keinesfalls Fiktion was ich schreibe. Und ja, ich habe meinen Wehrdienst geleistet. Ich wurde ausgebildet und weiß immernoch wie man sich verteidigt. Allerdings werde ich in Zukunft, wie viele andere auch, nicht mehr da sein um dieses Land im Ernstfall zu verteidigen. Und dann? Wenn keiner mehr fähig ist? Was dann? So sicher und frei wie wir in diesem Land noch leben können kommt nicht von allein und ist nicht selbstverständlich!
Strand-Sand
schrieb am 02.03.2026 um 08.48 Uhr:
Warum demonstrieren die Schüler und alle nicht nach Schulschluss? Dann müssen sie sich auch nicht den Vorwurf gefallen lassen, dass dies für viele ein verkapptes Schulschwänzen ist.
ExGrundwehrdienstleistender
schrieb am 02.03.2026 um 09.02 Uhr:
Ich finde es gut das die Wehrpflicht wieder eingeführt wird,wenn derzeit leider auch nur freiwillig. Niemand wird in der Einsatz geschickt, es geht darum im Notfall die Heimat und Bevölkerung zu schützen.
Auserem wird es Generation TioTok mal nicht schaden, wir mussten alle mal ran. Viel Erfolg euch allen. Mfg ein ehem. Wehrdienstleistender
General
schrieb am 02.03.2026 um 09.08 Uhr:
Pappalapapp.. als es noch Wehrpflicht gab,war noch kalter krieg.. Bedrohungen wirds immer geben.. so ein bisschen Wehrpflicht macht aus verzogenen bengels.....-> männer..
Oliver
schrieb am 02.03.2026 um 09.20 Uhr:
Wenn ihr alle so gerne Deutschland verteidigen wollt, warum macht ihr es dann nicht? Wieso sollen da die ganzen jungen hin?
Ich bin froh damals zum Ende der alten Wehrpflicht ausgemustert worden zu sein, ich halt meinen Kopf bestimmt nicht hin für irgendnen dummen Krieg den so paar Obere da anleiern...
Wenn angegriffen wird, seh ich zu, dass ich die Beine in die Hand nehme.
Abgesehen davon, wer interessiert sich schon für Schleswig-Holstein? Wenn ist doch eh erst der Osten dran, kann der durchgeknallte Russe ruhig gerne wiederhaben...
Micha
schrieb am 02.03.2026 um 09.22 Uhr:
Moin,
Wehrpflicht für Verteidigung ja!!! Für Angriff nein!!! Wehrpflicht ist nicht schlecht. Man bekommt wieder Respekt für andere Helfer, wie Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr. Respekt und Achtung für sich selbst und andere.
Wir müssen in der Lage sein, uns zu verteidigen. (...)
Till
schrieb am 02.03.2026 um 09.59 Uhr:
Stellt euch mal vor, es herrscht Wehrpflicht und einfach keiner geht hin.
Ich halte es für absolut unerträglich, dass ein Staat sich anmaßt, über das Leben seiner Bürger zu verfügen. Am Ende soll jeder Einzelne selbst entscheiden, ob er bereit ist, den Kopf hinzuhalten. Ich sehe es nicht ein, mich als Kanonenfutter für ein System verheizten zu lassen, dem das Individuum doch völlig egal ist.
Warum sollte ich für einen Staat bluten, der schon im normalen Alltag auf die Interessen der kleinen Leute (...)? Wer glaubt, junge Menschen zwangsweise in Uniformen stecken zu können, um politische Machtspiele auszufechten, hat die Rechnung ohne das Recht auf Selbstbestimmung gemacht. Mein Leben gehört mir !
Lukas
schrieb am 02.03.2026 um 09.59 Uhr:
Warum die Schüler*Innen nicht nach Schulschluss demonstrieren?: Weil es dann allen egal wäre und niemand berichtet.
Und genau wie bei den FFF Demos ist ein Hauptgrund für die Demos, dass die Regierenden Entscheidungen treffen, die die Generation die nicht Mitbestimmen konnte ob sie das Will ausbaden muss.
Und da kann ich persönlich absolut verstehen, dass junge Menschen wütend werden und dagegen protestieren, denn die die es entscheiden baden es nicht aus.
Und an die Menschen hier die mit der Ansicht kommen "früher war es ja auch so" und "ich war auch beim Wehrdienst hat nicht geschadet", ganz früher sind die Könige und Feldherren selbst noch in die Schlacht gezogen beim Krieg und haben auch das eigene Leben riskiert. Wär doch auch dann mal ein Aufruf an Herrn Merz seine persönliche Dienstfähigkeit unter beweis zu stellen.
Oliver
schrieb am 02.03.2026 um 11.07 Uhr:
@Lukas:
"Und an die Menschen hier die mit der Ansicht kommen "früher war es ja auch so" und "ich war auch beim Wehrdienst hat nicht geschadet", ganz früher sind die Könige und Feldherren selbst noch in die Schlacht gezogen beim Krieg und haben auch das eigene Leben riskiert."
Genau so sieht es aus. Nur weil etwas früher mal so war, heißt es nicht, dass es was gutes war.
Früher hat man Kinder gezüchtigt/verprügelt. Teilweise nicht nur zuhause, auch in der Schule.
Früher hatten Frauen keine Wahlrechte und waren quasi nur dazu da die Männer zuhause zu versorgen.
Und das größte Argument gegen das "früher war alles besser":
Früher hatten wir auch noch nen Führer...
Wilfried Link
schrieb am 02.03.2026 um 12.27 Uhr:
Nach der Durchsicht aller Kommentare zu diesen Beitrag komme ich zu dem Schluss, dass die 14 bis 18 jährigen Schüler klüger sind wie ein großer Teil der Kommentatoren.
Ein Blick auf die Landkarte der Bundesrepublik sollte den Alten doch an Hand der vielen US Stützpunkte doch zeigen, dass Deutschland schon besetzt ist.
Was gibt es in Deutschland zu erobern ?
Erdöl ? Kohle ? Erze ? Gold ? Das alles hat Russland im Überfluss und könnte damit friedlichen Handel mit allen interessierten Ländern der Welt betreiben.
Aber ein bonapartistischer Wahn treibt das herrschende Kapital an, immer wieder ihr Heil in der Eroberung Russlands zu suchen.
Jan H
schrieb am 02.03.2026 um 19.12 Uhr:
@ Lukas
Es wäre allen egal hmm
Ich sehe das anders ich glaube eher das sie nur mitmachen weil sie dann nicht zur Schule müssen
Würde es nach der Schule passieren wird kaum einer an der Demo mitmachen
Lg Jan H