Schlachthof: Politik bewertet Kompromiss positiv
Lübeck: Am Montag hat der Bauausschuss einen von CDU und Grünen vorgestellten Kompromiss zur Neubebauung des Schlachthof-Geländes beschlossen (wir berichteten). Neben CDU, Grünen und FDP ist auch die SPD mit der Entscheidung zufrieden.„Gegenüber den bisherigen Plänen ist die Verkaufsfläche erweitert, aber auch bei den Wohnungen hat sich der Investor bewegt. Neben der notwendigen Nahversorgung wird es zudem eine Kita geben. Natürlich hätten wir uns im Detail Änderungen gewünscht. Aber dieser Kompromiss ist ein guter Kompromiss“, erklärt Julian Lange, baupolitischer Sprecher der SPD‑Fraktion. „Das wichtigste Argument für das Konzept ist jedoch, dass es nach langem Stillstand endlich eine notwendige Investition in das Quartier und eine klare Aufwertung des gesamten Stadtteils gibt.“
Die SPD‑Fraktion bewertet insbesondere die Kombination aus Wohnungsbau, Nahversorgung und sozialer Infrastruktur als wichtigen Schritt für ein lebendiges und zukunftsfähiges Quartier.
„Wir schaffen hier Planungssicherheit und ermöglichen endlich die Entwicklung eines lange vernachlässigten Areals. Das ist ein gutes Signal für den Stadtteil und für Lübeck insgesamt“, so Jörg Haltermann, Mitglied der Bürgerschaft. „Natürlich müssen wir die verkehrliche Anbindung im Blick behalten. Aber das ist dann die Aufgabe der Bauplanung, die wir als Politik weiter begleiten. Wichtig ist, dass wir jetzt dieses positive Signal in die Stadt senden, dass sich am alten Schlachthofgelände nun etwas tut.“
Der baupolitische Sprecher Stephan Wisotzki (Bündnis 90/Die Grünen) und der Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion Christopher Lötsch erklären gemeinsam:
(")Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, das Ende des jahrelangen Stillstands auf dem Schlachthofgelände einzuläuten, indem wir einen guten Kompromiss gefunden haben zwischen dem dringlichen Interesse der Stadt an zusätzlichem Wohnraum und den wirtschaftlichen Interessen des Grundstückseigentümers als Einzelhandelskonzern.
Auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes sollen rund 320 neue Wohnungen entstehen, davon knapp 100 Sozialwohnungen mit besonders günstigen Mieten. Zudem werden ein Supermarkt mit rund 4000 m² Größe und eine Kita gebaut. Mit der Größe des Supermarktes ist ein attraktives Angebot für die Nahversorgung möglich, ohne dass das Quartier unter dem zusätzlichen Verkehr eines deutlich größeren, überregionalen Einkaufsmarktes zu leiden hätte.
Die lange Hängepartie auf dem Schlachthof war kein Glanzstück Lübecker Verwaltung und Politik. Daher ist es umso wichtiger, dass auf Basis der jetzt gefundenen Einigung zielstrebig an der Realisierung gearbeitet wird. Der aus unserer Sicht sehr gelungene Entwurf des Bauherren, der die historischen Schlachthofgebäude vorbildlich und denkmalgetreu integriert und mit attraktiven Grünflächen kombiniert, bietet sehr viel Potenzial für eine ganz erhebliche Aufwertung des Quartiers.(")

Politisch gibt es eine große Zustimmung zu dem Kompromiss für das Gelände. Foto: Archiv
Text-Nummer: 177900 Autor: CDU/Grüne/SPD/red. vom 17.02.2026 um 16.33 Uhr
