Schiffsmakler: Tellersammlung erbrachte 7000 Euro
Lübeck - Innenstadt: Am Freitag, dem 13. Februar, war es wieder soweit. Aus zwölf Nationen trafen die 333 Gäste und Vertreter verschiedener politischer, wirtschaftlicher und kultureller Institutionen ein, um mit ihrem Kommen zum 49. Schiffsmakleressen in den Räumlichkeiten der historischen Schiffergesellschaft ihre Verbundenheit zur maritimen Wirtschaft Lübecks Ausdruck zu verleihen.Besonderer Dank galt in diesem Jahr dem „Speaker“ Rüdiger Schacht, ehemals Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, einem langjährigen Wegbegleiter des Lübecker Hafens. Zu den Ehrengästen des Abends zählten unter anderem Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, die schwedische Honorarkonsulin Vivian Hinsen-Paesler, der finnische Honorarkonsul Bernd Jorkisch sowie Senatorin Joanna Hagen.
Neben dem geselligen Austausch standen vor allem die aktuellen Entwicklungen im Fokus. Der Ostseeraum sei ein „spannendes, aber auch herausforderndes Revier“, hieß es in der Rede des Vorsitzenden Michael Schaefer. Handelshemmnisse, Sanktionen, sicherheitspolitische Spannungen und beschädigte Infrastruktur prägten derzeit das Umfeld der Branche. Gleichzeitig beschleunigten Digitalisierung und Automatisierung den Wandel in bislang nicht gekannter Geschwindigkeit. Parallel entwickelten sich Häfen im Ostseeraum zunehmend zu digitalen Knotenpunkten. Die Ostsee sei damit längst mehr als ein Binnenmeer – sie entwickle sich zu einem Testfeld der maritimen Zukunft.
Deutliche Worte fand die Branche mit Blick auf die nationale Infrastrukturpolitik. Ein Verzicht auf den Elbe-Lübeck-Kanal würde die Leistungsfähigkeit der regionalen Logistik erheblich beeinträchtigen. Sollten Wasserwege geschwächt werden, müssten Straßen- und Schienenkapazitäten im Raum Lübeck entsprechend ausgebaut werden, um künftiges Wachstum nicht auszubremsen.
Trotz aller Herausforderungen blieb die Grundbotschaft des Abends optimistisch: Die maritime Zukunft werde grüner, smarter und vernetzter sein. Entscheidend bleibe jedoch der persönliche Austausch. „Echte Deals entstehen nicht durch Algorithmen, sondern durch Menschen, die miteinander sprechen und einander vertrauen“, lautete das Fazit.
Das Schiffsmakleressen in Lübeck unterstrich damit einmal mehr die Bedeutung von Zusammenhalt, Innovationskraft und klaren politischen Rahmenbedingungen für eine starke maritime Wirtschaft im Ostseeraum.
Für die Hansestadt Lübeck überbrachte Bürgermeister Jan Lindenau die Grußworte. Er stellte klar, dass der Hafenentwicklungsplan 2030 auch unter wirtschaftlich anspruchsvollen Rahmenbedingungen konsequent umgesetzt werde. Die Stadt investiert im Jahr 2026 mehr als 17 Millionen Euro in den Ausbau der Anleger und der Bahninfrastruktur. Weitere 9 Millionen Euro fließen über ein Sondervermögen in den Bau von Landstromanlagen. Zusätzlich wird das EU-Projekt „Hansalink 3“ mit 12,75 Millionen Euro gefördert.
Der Port of Lübeck zählt zu den wichtigsten Häfen der Ostsee. Auf rund 264 Hektar – von der Travemündung bis in die Innenstadt – werden an 365 Tagen im Jahr Massengüter, Stückgüter, Forstprodukte sowie RoRo- und ConRo-Fracht umgeschlagen. Als TEN-T-Kernnetzhafen mit direkter Anbindung an Straße, Schiene und den Elbe-Lübeck-Kanal verfügt der Standort über eine zentrale logistische Bedeutung im Ostseeraum. Mit den angekündigten Investitionen setzt die Stadt ein klares Signal für die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsstärke des Lübecker Hafens.
Nach dem Essen fand die traditionelle „Tellersammlung“, eine Geldspendensammlung in Suppentellern, statt. Es kam der Erlös von 6739,90 Euro und zahlreichen ausländischen Währungen zusammen. Der Bürgermeister Jan Lindenau und Prof. Dr. Jürgens von der LHG erhöhten gemeinsam die Summe auf 7000 Euro zugunsten sozialer Lübecker Einrichtungen.

Rüdiger Pfaff (Schiffergesellschaft), Michael Schaefer (Vorsitzer VLSS), Bernd Jorkisch (Honorarkonsul Finnland), Gabriela Chlench-Andersen (Geschäftsführerin VLSS), Rüdiger Schacht (Speaker) und Bürgermeister Jan Lindenau. Foto: VLSS
Text-Nummer: 177902 Autor: VLSS vom 17.02.2026 um 17.25 Uhr
