Streicher-Nachwuchs traf sich in Lübeck
Lübeck: Vom 20. bis 22. Februar 2026 hat sich der deutsche Streichernachwuchs in Lübeck getroffen. 49 junge hochbegabte Musiker waren in die Hansestadt gekommen, um für eines der wertvollen Instrumente aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds vorzuspielen. 34 von ihnen konnten die fünfköpfige ehrenamtliche Jury überzeugen und durften eine wertvolle Geige, Bratsche oder ein Violoncello leihweise mit nach Hause nehmen.Zehn weitere junge Musikerinnen und Musiker konnten die Leihdauer ihres Instruments erfolgreich verlängern.

Unter den zu vergebenden Instrumenten waren in diesem Jahr Violinen von Stradivari (1703) und Guadagnini (1756) sowie Violoncelli von Grancino (um 1700) und Vuillaume (1845), aber auch Instrumente zeitgenössischer Geigenbauer, darunter Violinen von Stefan-Peter Greiner und Haiko Seifert und ein Violoncello von Urs W. Mächler. „Mit einem herausragenden Instrument, mit dem sie an ihrem Klang arbeiten können, entwickeln sich junge Musikerinnen und Musiker in der Ausbildung immens weiter“, sagt Bettina Bermbach, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Musikleben. „Wir sind sehr froh, dass wir unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten mit den wunderbaren Instrumenten aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds unterstützen können. Der zweite Wettbewerb hier in Lübeck war für uns ein schöner Erfolg – Lübeck ist wirklich eine Musikstadt. Ich möchte mich bei den Lübeckerinnen und Lübeckern für ihr Interesse und ihre Begeisterung bei den Vorspielen und bei unserem Preisträgerkonzert bedanken, es hat uns viel Spaß gemacht. Ein großer Dank geht an die Possehl-Stiftung, die den Wettbewerb in Lübeck erst ermöglicht hat, und an die Musikhochschule, die uns so gastfreundlich aufgenommen hat.“

„Ich war absolut beeindruckt von dem hohen Niveau der jungen Leute, das sich durch alle Altersstufen zog. Die jüngste Teilnehmerin war zwölf Jahre alt und hat uns wirklich begeistert“, sagt Prof. Krzysztof Węgrzyn, Vorsitzender der ehrenamtlichen Jury, die über die Vergabe der Instrumente entschied. „Wir haben unser Bestes gegeben, für all die fantastischen Musikerinnen und Musiker die passenden Instrumente zu finden. Zur künstlerischen Ausbildung junger Streicher leistet der Deutsche Musikinstrumentenfond einen entscheidenden Beitrag – diese wunderbare Sammlung und die damit verbundene Förderung sind in Deutschland tatsächlich einzigartig.“ Neben Prof. Krzysztof Węgrzyn gehörten Prof. Ulf Wallin, Prof. German Tcakulov, Prof. Stephan Forck und Prof. Sebastian Klinger der diesjährigen Jury an.
Die Förderung der Possehl-Stiftung hat den Wettbewerb 2026 erneut in die Hansestadt gebracht. „Es freut uns sehr, dass Lübeck nun zum zweiten Mal Gastgeber für den renommierten Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds ist. Die Kooperation der Possehl-Stiftung mit der Deutschen Stiftung Musikleben sowie der Musikhochschule Lübeck und dem Theater Lübeck ermöglicht Außergewöhnliches für unsere Stadt: Musikalischer Spitzennachwuchs kommt nach Lübeck, um in einem öffentlichen Wettbewerb um die kostbaren Instrumente zu konkurrieren und in zwei Konzerten sein ganzes Können zu zeigen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Vorstandsvorsitzender der Possehl-Stiftung.
Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern 2026 ist der 24-jährige Geiger Benjamin Günst, der sich eine Violine mit Originalzettel J. B. Guadagnini, Mailand 1756 erspielen konnte. Auch der junge Geiger Anton Carus überzeugte die Jury mit dem präsentierten Programm und erhielt eine Violine des berühmten italienischen Geigenbauers Antonius Stradivarius aus dem Jahr 1703. Im Fach Violoncello wurde unter anderem die erst 12-jährige Musikerin Charlotte Melkonian mit einem Instrument von Stefano Scarampella, Manuta um 1900, ausgezeichnet. Sie erhielt auch das Dr.-Alexander-Sikorski-Stipendium für eine besonders begabte Cellistin. Ein hochwertiges Violoncello von Giovanni Baptista Grancino, Mailand, um 1700, wurde dem 23-jährigen Antoni Wrona überreicht.
Der Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds wird seit 1994 von der Deutschen Stiftung Musikleben veranstaltet. Bei den Wertungsspielen können sich hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker ein herausragendes Streichinstrument aus dem Fonds erspielen, welches die Stiftung ihnen dann leihweise zur Verfügung stellt. Eine ehrenamtliche Jury, bestehend aus Professorinnen und Professoren, entscheidet über die Vergabe der Violinen, Violen und Violoncelli. Die Vorspiele der jungen Bewerberinnen und Bewerber an der Musikhochschule Lübeck waren öffentlich, das Interesse im Publikum spürbar.
Die Aufzeichnung des Abschlusskonzertes ist am 29. April 2026 ab 22:05 Uhr in der Sendung „Spielweisen“ im Deutschlandfunk zu hören.

Vom 20. bis 22. Februar 2026 hat sich der deutsche Streichernachwuchs in Lübeck getroffen. Fotos: David Ausserhofer
Text-Nummer: 178002 Autor: Veranstalter/red. vom 23.02.2026 um 12.27 Uhr
