Grüne: Rathausmehrheit verbessert die Bedingungen für den Wohnungsbau
Lübeck: Archiv: Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, CDU und FDP haben im Bauausschuss „eine entscheidende Weichenstellung für die Lübecker Wohnungspolitik durchgesetzt“, so die Grünen in einer Mitteilug. Während die von der Verwaltung vorgelegte „Wohnungsmarktstrategie“ eher einer losen Sammlung möglicher Maßnahmen ohne zeitliche Verbindlichkeit geglichen habe, bringe der einstimmig beschlossene Antrag die notwendige Struktur und zusätzliche soziale Gesichtspunkte in das Papier.
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Dazu Mandy Siegenbrink, sozialpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion: „Die Wohnungsnot in Lübeck verschärft sich zunehmend, doch die von der Verwaltung erarbeitete ‚Wohnungsmarktstrategie‘ bleibt hinter unseren Erwartungen zurück. Es fehlt ein konkreter Fahrplan, wann welche Schritte eingeleitet werden und wie die gesteckten Ziele tatsächlich erreicht werden sollen. Hier haben wir deutlich nachgeschärft.
Dabei richten wir den Blick ganz besonders auf die Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt kaum eine Chance auf passenden Wohnraum haben. Denn: Wohnungspolitik ist Sozialpolitik. Ob Alleinerziehende, Geringverdienende oder Menschen in besonderen Lebenslagen – für sie muss die Stadt Lübeck Verantwortung übernehmen. Wir priorisieren den Bau von gefördertem Wohnraum und die Stärkung gemeinwohlorientierter Akteure gegenüber rein renditeorientierten Projekten.
Unsere wesentlichen Ergänzungen zur „Wohnungsmarktstrategie“ im Überblick:
Verbindliche Priorisierung: Maßnahmen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum stehen an erster Stelle und erhalten einen klaren Zeitplan.
Fokus auf Schutzbedürftige: Die Strategie berücksichtigt nun explizit die Bedarfe von Haushalten, die am regulären Wohnungsmarkt systematisch benachteiligt werden.
Inklusion ernst nehmen: Die „Wohnungsmarktstrategie“ wird verbindlich mit dem kommunalen Teilhabeplan von und für Menschen mit Behinderung verzahnt. Barrierefreier Wohnraum ist keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung für echte Teilhabe.
Durch die einstimmige Annahme des Antrags im Bauausschuss ist nun sichergestellt, dass die „Wohnungsmarktstrategie” auch wirklich ein Instrument für eine gerechtere, planbarere und inklusivere Stadtentwicklung wird.”
Arne-Matz Ramcke, stellvertretender Co-Fraktionsvorsitzender, kritisiert die Unverbindlichkeit der ursprünglichen Vorlage: „Eine reine Aufzählung von möglichen Maßnahmen hilft niemandem, der dringend eine Wohnung sucht. Die Verwaltung hat in ihrer „Wohnungsmarktstrategie” zwar viele richtige Maßnahmen aufgelistet, aber völlig offengelassen, wann was passieren soll. Wir haben hier nachgebessert: Unser Antrag priorisiert die Maßnahmen und bringt die zeitliche Komponente hinein, die für eine Strategie unerlässlich ist, denn wir wollen nicht nur wissen, was möglich ist, sondern vor allem, wann neue Wohnungen tatsächlich entstehen.
Zusätzlich haben wir vor Kurzem die Rahmenbedingungen für eine unkomplizierte Umsetzung des „Bauturbos“ geschaffen. Mit dem „Bauturbo“ wollen wir sicherstellen, dass die entscheidenden Projekte beschleunigt umgesetzt und Engpässe im Verfahren abgebaut werden.
Der „Bauturbo“ ist eine bis Ende 2030 befristete Sonderregelung, die Bund und Land geschaffen haben, um Genehmigungen für den Wohnungsbau zu vereinfachen, Planungsprozesse zu verschlanken und Ausnahmen dort zuzulassen, wo schnelles Handeln erforderlich ist.
Mit „Wohnungsmarktstrategie“ und „Bauturbo“ stehen der Stadt nun zwei wirkungsvolle Mittel im Kampf gegen die Wohnungsnot zur Verfügung.”
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Kommentare zu diesem Text (3):
Tawarisch
schrieb am 23.2.2026 16.31 Uhr:
Ist denn schon der erste April?
Die Grünen und Wohnungsbau ein Widerspruch in sich.
Die bisherige Politik der Lübecker Grünen: Erhalten, verwalten, beschützen, verhindern... und von Wirtschaft & Sozialem keinen Schimmer...!
(...) Nun denn, jeder sollte eine neue Chance haben!
Aber vorher sollten die Grünen mal bitte ehrlich sein und Farbe bekennen und offen zugeben was sie Lübeck bisher alles Schlimmes mit Ihrer Verhinderungstaktik angetan haben!
Danach können wir über Erneuerung sprechen, weil nur so alte Fehler verziehen werden können.
Waldemar Wagner
schrieb am 23.2.2026 20.39 Uhr:
Die Leute mit Grünzeug im Kopf sollten sich mal darüber klar werden, dass genau ihre Ideen den Wohnungsbau verhindern!
1. Strenge Energiestandards
2. Pflicht zu Wärmepumpen & Heizsystemen mit vermeintlich erneuerbaren Energien
3. Photovoltaik- und Gründachpflichten
4. Naturschutz- und Flächenauflagen
5. Vorgaben zu nachhaltigen Baustoffen
6. Sozialwohnungsquoten
7. Mietpreisbremsen & Kappungsgrenzen
8. Vorgaben zur Barrierefreiheit und Inklusion
9. Stellplatz- und Infrastrukturauflagen
Klaus
schrieb am 24.2.2026 9.43 Uhr:
Eine Wohnung in Lübeck kann ich mir als Alleinstehender kaum noch leisten. Trotz abgeschlossenem Studium.
Und wenn, dann nur in Gegenden, wo man nicht wirklich gerne wohnen möchte.
Man möchte einfach nur noch im Strahl ko....n, wenn man sieht wie die Preise explodieren, Vermieter oftmals Monopoly mit ihren Häusern spielen und die Politik einen Sch.... macht um der angespannten Lage auf dem Wohnungmarkt irgendwie entgegen zu treten.
Statt dessen diskutiert man 20 Jahre darüber, was mit den Ruienen vom Schlachthof passiert, baut in Travemünde großflächig Ferienwohnungen, lässt den Volksfestplatz veröden, schafft unerschwinglich teure Wohnungen am alten Güterbahnhof und wundert sich dann über die zunehmende Politikverdrossenheit der Bürger.
Lübeck wird immer mehr wie Hamburg.
Es kommt das in der Provinz an, was man seit längerer Zeit in den Großstädten beobachtet hat. Ein "Danke" an ALLE Politiker, das wir inzwischen da stehen, wo wir heute auf dem Wohnungsmarkt stehen.