Lübecker Ex-Bürgermeister spricht über Hitler und die Dankwartsgrube
Ostholstein: Am Sonntag, 1. März 2026, wird um 15 Uhr Bernd Saxe, ehemaliger Lübecker Bürgermeister und (Mit-)Verleger des Rotekatzeverlags, die Neuveröffentlichung des Romans von Rolf Winter, „Hitler kam aus der Dankwartsgrube“, vorstellen. Der Verlag, so berichtete er, hatte sich für die Neuauflage des Romans entschlossen, weil dieser Jahrzehnte nach seiner Entstehung „noch – oder wieder – erschreckend aktuell ist“.Noch zu Beginn der 1930er-Jahre erzielten SPD und KPD hohe Wahlergebnisse. Gegen Ende der demokratischen Weimarer Republik aber verfielen die Wähler den braunen Rattenfängern: Je mehr Stimmen die Nationalsozialisten gewannen, desto schwächer wurden Sozialdemokraten und Kommunisten, wie der Journalist Rolf Winter in den Erinnerungen an seine Kindheit in der Lübecker Dankwartsgrube schrieb.
Rolf Winter wurde 1927 in das Milieu der Dankwartsgrube geboren, einem Arbeiterviertel am „sozialen Rand“ von Lübeck. In den frühen 1930er-Jahren herrschten infolge der Weltwirtschaftskrise Arbeitslosigkeit, Armut und Verelendung. Wähler, die ehemals links gewählt hatten, verfielen der rechten Hetze und Propaganda. Winter beschreibt diesen persönlichen Rückblick Jahrzehnte später zwar zugespitzt, aber derart anschaulich, dass Vergleiche zur Gegenwart unvermeidlich sind.
Interessierte sind zu dieser Veranstaltung im Rahmen der Sonntagsgespräche eingeladen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Die Veranstaltung findet in der Gedenkstätte Ahrensbök statt. Foto: Archiv
Text-Nummer: 178064 Autor: Veranstalter/red. vom 28.02.2026 um 14.02 Uhr
