Forum für Migranten: Kulturdialog für die Völkerverständigung
Lübeck: Zum ersten Mal gastierte das freie DIY-Theater aus Charkiw in Lübeck mit dem psychologischen Drama „Die Schönheitskönigin von Leenane“ – nach dem gleichnamigen Stück des irischen Dramatikers und Oscar-prämierten Drehbuchautors Martin McDonagh. Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck nutzte die Aufführung für einen Dialog.Wir veröffentlichen die Mitteilung des Forums im Wortlaut:
(")Das Stück erzählt von Liebe und Hass, von Nähe und der Angst vor Nähe. Präzise Dialoge, eine dichte Atmosphäre und intensiver schwarzer Humor prägten die rund 100-minütige Aufführung. Die Inszenierung wurde auf Ukrainisch mit deutschen Übertiteln aufgeführt und ermöglichte so einem breiten Publikum den Zugang zu dieser vielschichtigen Produktion.
Im Rahmen des Gastspiels sprach der Beauftragte des Forums für interkulturelles Zusammenleben, Spyridon Aslanidis, mit Regisseur Max Ievlev sowie mit der Vorsitzenden der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Dach Lübeck e. V., Maria Reznikova, über die Rolle der Kunst für die interkulturelle Verständigung zwischen den Völkern.
Der Vorsitzende des Forums für Migranten in der Hansestadt Lübeck, Aydin Candan, betonte: „Wie unser Bürgermeister am 24. Februar festgehalten hat, sind die Ukrainerinnen und Ukrainer Teil unserer Stadtgesellschaft. Mit ihrer Kultur sind sie eine besondere Bereicherung für Lübeck.“ Regisseur Max Ievlev unterstrich die verbindende Kraft der Kunst. Maria Reznikova (Diplom-Germanistin) hob hervor: „Theater schafft einen Raum, in dem wir uns jenseits von Sprache und Herkunft begegnen können. Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, Geschichten zu teilen, die uns menschlich verbinden.“
Diese eindrucksvolle Theatervorführung setzte ein starkes Zeichen für interkulturellen Dialog und gelebte Völkerverständigung. „Lübeck hat ein enormes Potenzial für gemeinsame Projekte im Theater ebenso wie im Bereich Film und Streaming. Kultur baut Brücken, und diese werde in unserer Gesellschaft dringend gebraucht“, hob Aslanidis seitens des Forums die Chancen weiterer Kooperationen hervor.
Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck sieht in dieser erfolgreichen Premiere einen wichtigen Impuls für zukünftige internationale Kulturprojekte in der Stadt. „Wir bekräftigen unser Ziel, den Dialog zwischen den Kulturen nachhaltig zu fördern“, so einhellig Aydin Candan, Maria Reznikova und Spyridon Aslanidis.
Das DIY-Theater wurde 2015 in Charkiw gegründet und ist ein freies Repertoiretheater. Trotz der aktuellen Lebensrealitäten seiner Ensemblemitglieder in verschiedenen europäischen Ländern arbeitet das Kollektiv kontinuierlich zusammen, probt digital und präsentiert weiterhin ukrainisches Theater auf europäischen Bühnen.
Die Gruppe versteht Theater als Ausdruck von Widerstand, insbesondere seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Sie nutzt Theaterarbeit, um trotz Krieg, Exil und Trennung weiter zu sprechen, zu fühlen und künstlerisch aktiv zu bleiben.(")

Das DIY-Theater ist in Lübeck zu Gast. Foto: Forum
Text-Nummer: 178130 Autor: Forum/red. vom 01.03.2026 um 15.34 Uhr
