Tarifeinigung für die Busfahrer

Lübeck: Archiv - 01.03.2026, 15.38 Uhr: Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) mitteilt, wurde eine Einigung mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein (KAV) über einen neuen Manteltarifvertrag für die Beschäftigten der kommunalen Busunternehmen erzielt. Damit sind weitere Warnstreiks bei den Stadtwerken Lübeck Mobil erst einmal vom Tisch.

Der Tarifvertrag weist viele Verbesserungen für die Beschäftigten der Busunternehmen auf. So wird die tarifliche Sonderzahlung im Rahmen der Laufzeit der Jahressonderzahlung stufenweise um insgesamt 1.400 Euro angehoben. Zuschläge werden zukünftig nach der individuellen Entgeltstufe bezahlt, die Nachtarbeitszuschläge werden auf 21 Uhr vorgezogen. Für die Beschäftigten wurde die Einführung einer sogenannten Einspringprämie für „das Holen aus dem Frei“ je nach Dauer der Arbeitszeit vereinbart. Die Pauschale für sogenannte geteilte Dienste – also Arbeitseinsätze mit längeren Arbeitszeitunterbrechungen am Tag – wird von derzeit 4,50 Euro in drei Schritten auf 9 Euro verdoppelt.

Weiterhin verpflichten sich die Tarifvertragsparteien, Verhandlungen zu einer Eingruppierungsverpflichtung bis zum 30.06.2028 aufzunehmen. Ebenso wurde vereinbart, bei Einführung des autonomen Fahrens verpflichtende Verhandlungen zu einem Zukunftstarifvertrag aufzunehmen.

„Das ist ein guter und vertretbarer Kompromiss, und die Rahmenbedingungen der Kollegen werden in den nächsten 48 Monaten deutlich verbessert. Nun geht unser Fokus in Richtung Verhandlungen über die Entgelte, denn dieser Tarifvertrag wird ab dem 01.07.26 wieder verhandelt“, so Sascha Bähring, Verhandlungsführer von ver.di Nord.

Für einen zukunftsfähigen ÖPNV fordert die Gewerkschaft ver.di erneut von Land und Kommunen eine vernünftige Ausfinanzierung des ÖPNV in Schleswig-Holstein.

„Wer die verkehrspolitische Wende schaffen will, muss auch dafür sorgen, dass die entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit hier die richtigen Schritte gemacht werden können. Nur die Finanzierung modernster Busse reicht nicht, auch die personellen Rahmenbedingungen müssen gefördert und finanziert werden“, so Bähring weiter.

„Wir sind bei dieser Einigung über die Grenzen des Machbaren gegangen“, erklärte Andreas Schulz von der Kieler Verkehrsgesellschaft mbH, stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses für Nahverkehrsbetriebe im Kommunalen Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein. Angesichts angespannter Finanzierungsbedingungen und der Herausforderungen durch die Dekarbonisierung sei der Abschluss für die Unternehmen mehr als anspruchsvoll. Gleichzeitig sagte Schulz, dass er hofft, dass die neuen Regeln die Arbeitsbedingungen weiterhin attraktiv machen – besonders für das Fahrpersonal – und dieses hohe Niveau erhalten bleibt.

Auch Jan Jacobsen, Verbandsgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein, betonte den konstruktiven Verlauf der Gespräche. In der vierten Verhandlungsrunde seien beide Seiten aufeinander zugegangen und hätten gemeinsam ein tragfähiges Maßnahmenpaket geschnürt. Dieses trage den Interessen beider Seiten Rechnung: Die Unternehmen könnten ihr Leistungsangebot im Nahverkehr sichern, während die Beschäftigten spürbare Verbesserungen erhielten.

Das Einigungspaket wurde von beiden Verhandlungskommissionen angenommen, steht jedoch noch bis zum 31. März 2026 unter dem Vorbehalt der Genehmigung der entscheidenden Gremien. Für die Arbeitgeberseite signalisierte Jacobsen, dass die Gremien das Ergebnis mittragen werden. Ziel sei es gewesen, weitere Streikmaßnahmen, wie am vergangenen Freitag, zu vermeiden und die Zuverlässigkeit des öffentlichen Nahverkehrs für die Bevölkerung sicherzustellen.

Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2029.

Bei den Busfahrern gibt es eine Tarifeinigung.

Bei den Busfahrern gibt es eine Tarifeinigung.


Text-Nummer: 178131   Autor: Ver.di/KAV SH/red.   vom 01.03.2026 um 15.38 Uhr

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