Frühlingsluft kommt nach Lübeck

Lübeck: Der Winter hat sich in diesem Jahr sehr schnell verabschiedet. Und auch die dunkle Jahreszeit endet. Aktuell geht die Sonne gegen 7 Uhr auf und wärmt die Luft. Harald Denckmann gibt einen Ausblick auf die Wetterentwicklung in unserer Region.

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Für die Meteorologen ist am 1. März Frühlingsanfang. Das hat rein statistische Gründe, damit der Monat März schon vollständig als Frühlingsmonat gezählt werden kann. Eigentlich ist noch ein wenig Winter, denn der astronomische, manche sagen auch kalendarische Frühling beginnt natürlich erst mit der Tag- und Nachtgleiche, und die haben wir in diesem Jahr am Freitag, den 20. März, um 15.46 Uhr.

Frühlingswetter haben wir allerdings bereits seit einer Woche. Über Nacht sind die eisigen Temperaturen verschwunden und holde Frühlingsluft ist bei uns eingezogen. "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche", schwärmt der Dichter, und wir nehmen Frühlingsboten an allen Stellen wahr. Der Schnee ist verschwunden und Krokusse und Osterglocken beherrschen plötzlich den Garten, und auch der Wald kommt so ganz langsam in Gange.

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Zu verdanken haben wir das südwestlichen Winden, die von vorherrschenden atlantischen Tiefdruckgebieten zu uns hereingeschaufelt werden. Diese Luftmassen haben die Festlandsluft, die uns bisher Kälte beschert hatte, weiter nach Osten verschoben. Bereits in der letzten Woche wurden die Tagestemperaturen zweistellig und dieser Trend hält auch im ersten Monatsdrittel des März 2026 weiter an.

Erst gegen Mitte des Monats könnte ein Festlandshoch dafür sorgen, dass wir noch einmal in den einstelligen Tagestemperaturbereich absinken. In den Nächten um den 15. März sind sogar kurz einmal wieder Minustemperaturen möglich. Darauf sollte man sich einstellen, wenn man jetzt bereits damit beginnt, empfindliche Arten im Garten zu pflanzen. Wie lange diese Periode anhält, kann zurzeit seriös noch nicht abgeschätzt werden.

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Was wir aber im Auge behalten sollten, ist der Wasserhaushalt. Durch die Kälteperiode ist so ein wenig untergegangen, dass die ersten beiden Monate des Jahres ein wenig zu trocken ausgefallen sind. Und das geht erst einmal weiter. Niederschläge sind bis Mitte des Monats in den Prognosekarten kaum zu erkennen, wir werden also aus heutiger Sicht einen recht trockenen Beginn des Monats März erleben, denn bei uns wird der Hochdruckeinfluss wohl vorherrschend sein.

Die erlebte Kälte sollte auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vergangenen Wintermonate wieder einmal ein wenig zu warm gewesen waren. Etwa ein Grad wärmer als ein langjähriger Mittelwert haben die Meteorologen festgestellt. Das sind Messwerte, da kann man nicht groß drüber diskutieren. Während wir noch über die Eisschollen liefen, gab es in Andalusien und in der Region Valencia bereits Temperaturen im Bereich von dreißig Grad Celsius, das war man dort im Februar auch noch nicht gewohnt.

Der Klimawandel ist also im vollen Gange, das hat auch ARD-Wetterexperte Karsten Schwanke in einem Vortrag vor Lübecker Unternehmerkreisen kürzlich noch einmal eindeutig belegt. Bleibt nur zu hoffen, dass auch ein paar Niederschläge dabei sind, denn die meisten haben vergessen, dass die ersten sechs Monate im vergangenen Jahr besorgniserregend trocken waren. Erst im zweiten Halbjahr wurde die Bilanz halbwegs korrigiert. Am Ende gab es für Lübeck etwa 500 Liter pro Quadratmeter, und das ist im Grunde zu wenig. Zwischen 600 und 700 Litern sollte es schon gerne sein, dann sind auch Land- und Forstwirtschaft zufrieden.

Es bleibt vorerst trocken und warm. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele

Es bleibt vorerst trocken und warm. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 178132   Autor: Harald Denckmann   vom 01.03.2026 um 17.51 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Manfred Vandersee

schrieb am 02.03.2026 um 12.29 Uhr:
Die Trockenheit habe ich vor kurzem eimerweise weggeschüttet. Das letzte zu trockene Jahr war übrigens 2019 (!)