Polizei-Seelsorger in den Ruhestand verabschiedet

Lübeck: Viereinhalb Jahre war Christian Kiesbye aus Lübeck Seelsorger der schleswig-holsteinischen Landespolizei. Seit Sonntag ist der Pastor im Ruhestand.

Bei einem Gottesdienst mit mehr als 100 geladenen Gästen aus Kirche und Polizei, darunter Bischöfin Nora Steen (Sprengel Schleswig und Holstein), Landespolizeidirektorin Dr. Maren Freyher und Innenstaatssekretär Dr. Sönke Schulz, wurde Christian Kiesbye feierlich verabschiedet.

Der 66-Jährige blickte zufrieden auf seine Dienstzeit als evangelischer Seelsorger in der Landespolizei mit rund 9000 Beschäftigten zurück. „Meine Arbeit in den letzten vier Jahren hat mir große Freude gemacht. Ich hoffe, dass es mir in dieser Zeit gelungen ist, das eine oder andere Apfelbäumchen zu pflanzen, das noch Frucht tragen wird“, sagte der ausscheidende Kirchenmann, der sich schon vor dem Wechsel zur Landespolizei als langjähriger Seelsorger bei der Bundespolizei Ansehen verschafft hatte.

Er freue sich besonders, dass es ihm in den vergangenen Jahren als Polizeiseelsorger mit Sitz in der PD AFB auf Hubertushöhe gelungen sei, die Gruppe der nebenamtlichen Fachlehrer für Berufsethik und der stark nachgefragten berufsethischen Seminare auszubauen, erklärte der Lübecker.

Michael Stahl, der Leitende Pastor des zuständigen Hauptbereichs für Seelsorge und gesellschaftlichen Dialog der Nordkirche, dankte Christian Kiesbye für sein Wirken und händigte ihm die Ruhestandsurkunde aus. Als Zeichen der Wertschätzung für den ausscheidenden Kirchenmann erhoben sich die Teilnehmer des Gottesdienstes anschließend von ihren Plätzen und applaudierten Kiesbye anhaltend.

Neben Bischöfin Nora Steen stellten auch Dr. Maren Freyher und Innenstaatssekretär Dr. Sönke Schulz die Verdienste des ausscheidenden Seelsorgers heraus.

„Du hast bei deinem Wirken innerhalb der Landespolizei die Bedeutung des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt vorbildlich verkörpert und den ursprünglichen Wert der Polizeiseelsorger sehr umfangreich gelebt und neue Optionen aufgezeigt“, würdigte Dr. Maren Freyher das Engagement Christian Kiesbyes. Dabei erinnerte die Landespolizeidirektorin an die vielen persönlichen Gespräche, die Christian Kiesbye mit den Menschen in der Landespolizei geführt habe. Hier habe es gegolten, Polizistinnen und Polizisten persönlich nach konfrontativen Situationen mit existenziellen oder irritierenden Fragestellungen und persönlichen Herausforderungen zu begleiten. „Und dein Part des Beistehens und der Trauerarbeit auf individueller und kollektiver Ebene war von zentraler Bedeutung“, unterstrich die Landespolizeidirektorin die Verdienste Kiesbyes.

„Sie haben die Polizeiseelsorge in Schleswig-Holstein über viele Jahre mit Ruhe, Besonnenheit und menschlicher Tiefe geprägt. Mit Ihrer Fähigkeit zuzuhören und sich auch schwierigen Themen zu stellen, haben Sie Stabilität geschaffen und die Seelsorge mit Leben gefüllt“, würdigte auch Innenstaatssekretär Dr. Schulz die Arbeit des 66-Jährigen.

Als Nachfolger Christian Kiesbyes wurde Pastor Thomas Dietl (52) im Verlaufe des Gottesdienstes für acht Jahre in sein Amt als Evangelischer Seelsorger der Landespolizei eingeführt.

Mit einem Gottesdienst wurde Christian Kiesbye in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Thomas Gründemann

Mit einem Gottesdienst wurde Christian Kiesbye in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Thomas Gründemann


Text-Nummer: 178141   Autor: Thomas Gründemann   vom 02.03.2026 um 11.07 Uhr

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