NDR: Datenschützer rügen Lübeck für den Burgtor-Blitzer
Lübeck: Noch eine schlechte Nachricht für die Stadtverwaltung: Nachdem die BILD-Zeitung berichtet hatte, dass Lübeck viele Verfahren einstelle, legt laut NDR jetzt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz nach und rügt die Stadtverwaltung.Vom 11. bis 30. Dezember 2025 stand ein Blitzer-Anhänger der Stadt auf der Burgtorbrücke. Er erfasste alles, was in Richtung Innenstadt unterwegs war. 1210 Fahrzeugführer erhielten ein Verwarngeldangebot von je 50 Euro. Die Bilder von Fußgängern und Radfahrern seien gelöscht worden, versicherte die Stadtverwaltung.
Das hat offenbar nicht gereicht. Laut NDR geht das Landeszentrum für Datenschutz davon aus, dass es für das Fotografieren von Radfahrern und Fußgängern keine rechtliche Grundlage gebe. Dafür erhalte die Stadt eine "Verwarnung".
Der Bericht des NDR ist unter www.ndr.de abrufbar.

Der Dauer-Blitzer hat auch gegen den Datenschutz verstoßen.
Text-Nummer: 178153 Autor: VG vom 02.03.2026 um 18.31 Uhr

Kommentare zu diesem Text:
Birgit
schrieb am 02.03.2026 um 18.50 Uhr:
Warum stellt man den Datenschutzmißbrauch erst Monate später fest? Der Blitzer war doch in Aller Munde.
Horsti
schrieb am 02.03.2026 um 19.00 Uhr:
Ich fürchte, eine Verwarnung juckt die Stadt überhaupt nicht. Beim nächsten Mal könnte ja "ein Bürger" vor dem Verwaltungsgericht Klage einreichen. Freu mich schon. 😉
MB
schrieb am 02.03.2026 um 19.28 Uhr:
Hoffentlich auch mindestens 50€ je Knipser. Wäre nur fair.
Andre
schrieb am 02.03.2026 um 20.58 Uhr:
Weiss jemand was die Verwarnung für Folgen hat?
Quintessenz Biker
schrieb am 02.03.2026 um 21.52 Uhr:
Ja Andre.. gar keine..😉
Rainer
schrieb am 02.03.2026 um 22.47 Uhr:
Oh! Eine Rüge des Datenschutzbeauftragten. Das dürfte dem obersten Datenschützer Lübecks gar nicht gefallen.
Kritik anzunehmen, scheint mir ohnehin nicht seine Sache aber dann auch noch in seiner Kernkompetenz. Naja! Die Schuld lässt sich sicherlich auf unbeteiligten Schultern abladen.
Finn Schneider
(eMail: FinnSchneider9@web.de) schrieb am 03.03.2026 um 07.44 Uhr:
Der Streifenpolizist muss in Situationen, in denen sein eigenes Leib und Leben in Gefahr ist, in Sekunden Entscheidungen treffen. Ist die Entscheidung falsch, wird er persönlich haftbar gemacht.
Im Büro sieht es anders aus. Man hat mit mehreren "Experten" lange Zeit, sich über Maßnahmen Gedanken zu machen. Ist diese Entscheidung falsch, gibts ne Rüge ohne weitere Folgen.
Gestern standen wir einen Schritt vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter!
Vielen Dank an die Menschen, die wirklich für die Menschen arbeiten und dabei viel riskieren!!!!
Thorsten
(eMail: skytor@t-online.de) schrieb am 03.03.2026 um 07.57 Uhr:
Guten Morgen
Datenschutz ist bei der Stadt eh in vielen Fachbereichen das Papier nicht wert auf denen es gedruckt wurde. Ich durfte selbst erleben das persönliche Daten ohne jegliche Nachfrage oder gar Zustimmung an Externe weitergegeben wurden. Ergebnis - Kosten für Mich und Achselzucken seitens der Stadt
Justin_Time
schrieb am 03.03.2026 um 12.07 Uhr:
Was ist das dann für eine Message der Stadt - Gesetze und Regeln sind, um sie zu brechen oder was?
Das kommt ja gut an bei labilen Menschen, die sich dann denken: och, wenn der Stadt Lübeck das egal ist, ist mir das erst Recht scheißegal.
Und dann wundert man sich über mehr Straftaten.
Tolle Vorbilder seid ihr, (...)