156. Nautisches Essen betont Bedeutung der Hafenwirtschaft
Lübeck: Am Wochenende fand in der traditionsreichen Schiffergesellschaft das 156. Nautische Essen des Nautischen Vereins Lübeck (NVL) statt. Der Zweite Vorsitzende Thorsten Metschulat begrüßte rund 230 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Marine.Ehrengast war Ministerpräsident Daniel Günther, Grußworte sprach Stadtpräsident Henning Schumann. Den maritimen Impuls setzte Flottillenadmiral Richard Kesten vom Marinekommando Rostock und das traditionelle Tischgebet sprach Jakobi-Pastorin Bärbel Reichelt.
Metschulat betonte die veränderte Sicherheitslage im Ostseeraum infolge des Ukraine-Kriegs. Handelswege und kritische Infrastruktur müssten neu bewertet werden; maritime Sicherheit sei zentral für die Friedenssicherung.
Für den Hafenstandort Lübeck sieht der NVL im Eigenbetrieb „Hafen Lübeck“ großes Potenzial. Schwerpunkte sind die Stärkung des Skandinavienkais, Investitionen in Digitalisierung und Klimaschutz sowie die Verlagerung von Verkehren auf Schiene und Wasserstraße.
Ministerpräsident Günther hob die Bedeutung des Lübecker Hafens für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und internationale Handelsbeziehungen hervor und forderte angesichts geopolitischer Veränderungen ein selbstbewusstes Auftreten der EU. Mit Blick auf eine Reise in mehrere Ostsee-Anrainerstaaten betonte er die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit, etwa im Vorgehen gegen die sogenannte Schattenflotte.
Stadtpräsident Schumann unterstrich die wirtschaftliche Rolle des Hafens mit rund 500 000 Passagieren und knapp 25 Millionen Tonnen Umschlag im Jahr 2025 – rund zehn Prozent der Wirtschaftsleistung Lübecks. Zudem kündigte er an, dass am 29. April 2026 in Hamburg eine neue Korvette der Deutschen Marine auf den Namen „Lübeck“ getauft wird.
Der NVL unterstützt die geplante Hafenerweiterung „Lehmannkai 1+“ mit neuen Logistikhallen und Infrastruktur als klares Bekenntnis zum Standort.
Beim Elbe-Lübeck-Kanal (ELK) gilt ein Vollausbau derzeit als unwahrscheinlich. Dennoch sieht der NVL weiterhin Bedarf für die Binnenschifffahrt und plädiert für verlässliche Instandhaltung sowie innovative, klimafreundliche Konzepte – auch mit Blick auf die Sanierung der Bahnstrecke Hamburg–Lübeck. Ministerpräsident Günther bezeichnete die aktuelle Entwicklung des Kanals als bedauerlich und verwies auf den hohen Investitionsbedarf der norddeutschen Häfen, für den stärkere Bundesmittel erforderlich seien.
Neben fachlichen Impulsen bot der Abend einen würdigen Rahmen für Austausch und Netzwerkpflege. Bei einer Spendensammlung kamen 2.661,50 Euro zugunsten des Feuerschiffs Fehmarnbelt zusammen.
Flottillenadmiral Richard Kesten, Ministerpräsident Daniel Günther, Pastorin Bärbel Reichelt, Thorsten Metschulat, zweiter Vorsitzender des NVL, sowie Stadtpräsident Henning Schumann. Foto: NVL
Text-Nummer: 178154 Autor: NVL vom 03.03.2026 um 08.31 Uhr

Kommentare zu diesem Text:
Micha
schrieb am 03.03.2026 um 09.34 Uhr:
Moin,
war Günther privat da, oder als Ministerpräsident???
Samu
schrieb am 03.03.2026 um 12.02 Uhr:
@Micha
Ehrengast MP D. Günther. Noch Fragen?
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