Schlachthof-Gelände: Bürger in Sorge um ihr Quartier
Lübeck - St. Lorenz Nord: „Wir Bürger in St. Lorenz Nord machen uns große Sorgen um unser Quartier“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative Brolingplatz Lübeck e. V., die sich an die Mitglieder der Lübecker Bürgerschaft richtet. Man habe mit „großer Überraschung und Entsetzen“ erfahren, dass der Bauausschuss „entgegen dem Bürgerschaftsbeschluss von 2019 die Bebauung des ehemaligen Schlachthofgeländes durch Kaufland ohne Auflagen“ beschlossen habe (wir berichteten).Dazu schreibt die Initiative: („) Die Initiative Brolingplatz Lübeck e.V. hat sich seit vielen Jahren für die Entwicklung des Quartiers rund um den Brolingplatz eingesetzt und immer auch den Austausch mit Politik und Verwaltung zu der Bebauung des Schlachthofgeländes gesucht. Auch zur Entwicklung des ehemaligen Schlachthofgeländes und des Gebietes Lübeck Nordwest haben wir die Position der Menschen im Quartier eingebracht.
Die mit dem ehemaligen Schlachthofgelände befassten politischen Gremien haben sich 2016 mit großer Mehrheit für einen Nahversorger und eine kleinteilige Versorgungsstruktur in diesem dicht bebauten Wohnquartier entschieden. Aus guten Gründen, wie die nachfolgende Aufzählung zeigt:
- Eine räumlich gut verteilte Struktur, ergänzt durch den Wochenmarkt auf dem Brolingplatz gewährleistet, dass von allen Bereichen des Quartiers Nahversorgung auf kurzem Wege und fußläufig erreichbar ist. Damit haben wir ein zukunftsfähiges Versorgungskonzept im Sinne einer klimaschonenden Infrastruktur und des Gesamtkonzeptes Leben und Wohnen im Alter.
- Diese Versorgungsstruktur reduziert den Verkehrsaufwand und trägt wesentlich zu einer energie- und ressourceneffizienten Stadtentwicklung bei. Das ist in Anpassung an den Klimawandel, für die Lösung der Lärmproblematik und die Verbesserung der Luftqualität dringend angezeigt.
- Im Gegensatz dazu wäre ein Fernversorger mit 3300 Quadratmetern (oder mehr) Verkaufsfläche für eine ganze Region ausgelegt. Damit würden Leerstände erzeugt und zusätzliche Verkehrsströme in ein ohnehin überlastetes Wohnquartier gezogen.
- Insbesondere die Hauptverkehrsachsen An der Lohmühle, Fackenburger Allee und Schwartauer Allee sind schon jetzt überlastet, zusätzliche Schleichverkehre durch das Wohnquartier wären die Folge. („)

Die Initiative fordert eine kleinteilige Nahversorgung für das Quartier. Foto: Archiv
Text-Nummer: 178156 Autor: Initiative/red. vom 03.03.2026 um 14.57 Uhr

Kommentare zu diesem Text:
Martin
schrieb am 03.03.2026 um 15.40 Uhr:
Die Anwohner wieder....
Ich gebe mal einen Tipp ab: als nächstes hat wieder jemand eine geschützte Fledermaus gesehen.
Fiete Senfgeber
schrieb am 03.03.2026 um 15.45 Uhr:
War ja klar! Die „vielen kleinen Läden im reich sortierten“ Brolingviertel leiden, und neue Wohnungen wollen wir bitte keinesfalls. Bitte lasst uns in Ruhe schlafen. Was gehen uns andere an, die müssen ja keine Wohnung hier suchen. Hört sehr nach der Alternative an: Fremdes wollen wir nicht.
Jan H
schrieb am 03.03.2026 um 16.31 Uhr:
@ Fiete Senfgeber
Das stimmt die müssen sich auch keine Gedanken machen wo sie wohnen Aber Wohnungen werden benötigt ein kaufland oder irgendwelche Lebensmittelmärkte gibt es genug
Lg Jan H
Matthias
schrieb am 03.03.2026 um 16.49 Uhr:
Wo ist denn die Schwartauerallee denn überlastet?
Die Lohmühle ist doch auch kein Problem, wenn dann Temporär. Meistens steht mann doch erst ab KFC im "Stau"
Fackenburgerallee meistens erst ab ziegelstraße voller.
Es gibt dort nur den einen Rewe Laden
Also ich finde das ne gute Idee mit Kaufland. Der wird bestimmt nicht größer wie Famila.
Gruß Matthsen
Justin_Time
schrieb am 03.03.2026 um 16.55 Uhr:
Nicht zu fassen!
Wie weltfremd kann man sein?
Überall auf der Welt wird dazugebaut, wenn etwas abgerissen wird, entsteht etwas neues. So sollte es sein, soweit normal!
Aber Angst um ihr Quartier? Und das ist ihr Ernst oder was? 🤣
Martina Schauseil
schrieb am 03.03.2026 um 16.58 Uhr:
Es wird Zeit, dass die Schlachthof-Ruine endlich beseitigt und das Gelände neu bebaut wird. Im Quartier werden dringend preiswerte Wohnungen gebraucht, und eine weitere Kita auch.
Davon zu sprechen, dass die Versorgungssituation in der derzeitigen Situation ausreichend ist, entspricht nicht dem Empfinden der Bürger. Der Wochenmarkt schrumpft immer weiter zusammen, mittwochs nur noch 2 Stände und samstags zwischen 6 und 10 und besonders für Rentner zu teuer. Außerdem gibt es die nächste offene Frischfleischtheke entweder bei Famila oder beim Edeka, und das ist definitiv nicht mal schnell fußläufig.
Also bitte nicht immer nur an Radfahrer und Autofahrer denken.
Hans Dampf
schrieb am 03.03.2026 um 17.00 Uhr:
@Fiete
Ich lese nichts davon, dass sie dort gegen Wohnungen sind oder die Bebauung generell, sondern keinen fetten Klotz von Kaufland dort wünschen. Kann ich verstehen, braucht dort tatsächlich niemand.
Jürgen
schrieb am 03.03.2026 um 19.23 Uhr:
Endlich soll ein Schandfleck in Lübeck verschwinden und es gibt in Deutschland wieder einige die was zu meckern haben.
Kai
schrieb am 03.03.2026 um 19.34 Uhr:
Das Ding muss weg!
Ist für mich nicht nachvollziehbar, dass dies noch nicht geschehen ist!
Ob dort Kaufland hinkommt, ist doch schnurz!
Bitte an Parkmöglichkeiten für die neuen und auch die bisherigen Bewohner denken..! Von mir aus auch kostenpflichtig in einer Tiefgarage etc.
Das wäre eine Bereicherung für das gesamte Quartier!
PS: Im gleichen zug, dann die Eisenbahntrasse mit einem "Deckel" versehen..Was sich für neue Möglichkeiten daraus ergeben würden..
Sabina
schrieb am 03.03.2026 um 22.17 Uhr:
Seit 20 Jahren ist nichts passiert. Sooo lange, Leute, geht das Gezuchtel um Wohnungen schon. Sie sind dringend nötig hier in HL. Das sind Prioritäten: Wohnraum schaffen, die frau/man sich leisten kann.
Aber anscheinrnd ist das nicht so wichtig, wenn man die Argumentationen hier verfolgt! Es ist manches nicht nachvollziebar. Sind hier auch solche Leute beteiligt, die sich keine Eigentumswovnungen leisten können, keine riesigen Mieten bezahlen können, keinen WBS haben, aber trotzdem mit oder ohne Kinder schön leben möchten in ihrer eigenen Wohnung? Gibt es noch ganz NORMALE?
Alex
schrieb am 03.03.2026 um 23.34 Uhr:
Unfassbar!!
Was da seit 20 Jahren passiert!
Jetzt Ironie: irgendwer hat dann noch nen versteinerten Hundekot gefunden"
Wen stört ein Kaufland? Wo die Lohmühle ums Eck ist, Lübeck braucht Wohnraum, besonders sozialen Wohnraum.
Es ist lobenswert das alle gehört werden aber einer muss nun auch mal den "Hammer" schwingen
Lübecker
schrieb am 04.03.2026 um 08.05 Uhr:
Hier riecht das doch schon wieder sehr mach Lobbyarbeit der ansässigen Supermärkte. Ein Kaufland in Lübeck wäre eine Bereicherung der gesamten Region. Es braucht weder den 100sten Rewe noch den 50sten Edeka, aber der nächste Kaufland ist in Bad Oldesloe und bietet in den aktuellen Zeiten nicht selten gute Preise, (...). Weg mit der dreckigen Ruine, hin zu einem kompletten Wohnviertel mit Alleinstellungsmerkmal im großen Umkreis.
Uwe Zöllner
schrieb am 04.03.2026 um 10.53 Uhr:
Dieser Schadfleck muss endlich weg und die sogenannten Anlieger die da meckern sollten mal (...).
Martin Walter
schrieb am 04.03.2026 um 11.50 Uhr:
Es gibt nicht nur einen Kaufland in Bad Oldesloe (ca. 25 Kilometer) es gibt auch noch einen in Bad Segeberg (ca. 33 Kilometer). Da fahren allerdings die wenigsten hin, wenn es Schnäppchen bei Kaufland gibt. Bei einem Spritpreis von über zwei Euro erst recht nicht.
Ja, der neue Kaufland soll fast 4000 Quadratmeter groß werden. So ein Ungetüm.
Der Famila an der Schwartauer Allee ist fast doppelt so groß. (ca. 7700 Quadratmeter) - einfach mal in Google Maps mit einem Rechtsklick das Menü öffnen, ganz unten mit Entfernung messen die Gebäudelinie markieren, die Messung verbinden und schon wird einem auch die Fläche angezeigt. Die beiden Discounter neben dem Famila haben zusammen übrigens auch Flächen von ca 2.000 plus 2.500 also 4.500 Quadratmetern. Mit dem Famila steht da eine Gesamtfläche von fast 12.000 Quadratmetern Einkaufsfläche. Der Kaufland soll knapp 4.000 Quadratmeter groß werden. Wo ist jetzt das Problem?
Die Kundenströme könnten sich verändern. Es fahren etwas weniger Kunden zum Famila, dafür mehr zum neuen Kaufland. Auch aus der näheren
Umgebung werden mehr Kunden zum alten Schlachthof kommen. Das halte ich alles für verträglich. Nochmal: Die drei Märkte an der Schwartauer Allee haben eine Fläche von fast 12.000 Quadratmetern, also fast dreimal soviel. Und? Bricht dort das tägliche Verkehrschaos aus? Sind Strassen verstopft, gesperrt oder unpassierbar? Nein. Von wo wird der Kaufhof eigentlich seine Zufahrt bekommen? Schwartauer Allee? Karlstraße? Katharinenstraße?
Ach ja, vermessen sie doch mal den Campus Center im Hochschulstadtteil.
Rainer
schrieb am 04.03.2026 um 14.24 Uhr:
Über 20 Jahre lang hat diese "Mini-Initiative" mit ihren Bedenkenträgern die Ausbaupläne für den alten Schlachthof in der politischen Diskussion blockiert, und trotzdem ist aus dem "Versuchsobjekt Brolingplatz" nach all den Jahren offensichtlich kein richtig florierender Wochenmarkt entstanden. "Weiter so" wie bisher???
Lothar F.
schrieb am 05.03.2026 um 16.28 Uhr:
Ja was wollen sie denn? Den jetzigeen Zustand mit der Ruinenlandschaft belassen? Ich fasse es nicht.Die Ratten werden sich freuen! Was spricht gegen Kaufland? Das die Lübecker nicht mehr nach Bad Oldesloe fahren müssen. Von wegen kleinteilige Geschäfte Nicht s von denen da. Auch keine Tante Emma Läden!