Schlachthof-Gelände: Bürger in Sorge um ihr Quartier

Lübeck - St. Lorenz Nord: Archiv - 03.03.2026, 14.57 Uhr: „Wir Bürger in St. Lorenz Nord machen uns große Sorgen um unser Quartier“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative Brolingplatz Lübeck e. V., die sich an die Mitglieder der Lübecker Bürgerschaft richtet. Man habe mit „großer Überraschung und Entsetzen“ erfahren, dass der Bauausschuss „entgegen dem Bürgerschaftsbeschluss von 2019 die Bebauung des ehemaligen Schlachthofgeländes durch Kaufland ohne Auflagen“ beschlossen habe (wir berichteten).

Dazu schreibt die Initiative: („) Die Initiative Brolingplatz Lübeck e.V. hat sich seit vielen Jahren für die Entwicklung des Quartiers rund um den Brolingplatz eingesetzt und immer auch den Austausch mit Politik und Verwaltung zu der Bebauung des Schlachthofgeländes gesucht. Auch zur Entwicklung des ehemaligen Schlachthofgeländes und des Gebietes Lübeck Nordwest haben wir die Position der Menschen im Quartier eingebracht.

Die mit dem ehemaligen Schlachthofgelände befassten politischen Gremien haben sich 2016 mit großer Mehrheit für einen Nahversorger und eine kleinteilige Versorgungsstruktur in diesem dicht bebauten Wohnquartier entschieden. Aus guten Gründen, wie die nachfolgende Aufzählung zeigt:

- Eine räumlich gut verteilte Struktur, ergänzt durch den Wochenmarkt auf dem Brolingplatz gewährleistet, dass von allen Bereichen des Quartiers Nahversorgung auf kurzem Wege und fußläufig erreichbar ist. Damit haben wir ein zukunftsfähiges Versorgungskonzept im Sinne einer klimaschonenden Infrastruktur und des Gesamtkonzeptes Leben und Wohnen im Alter.

- Diese Versorgungsstruktur reduziert den Verkehrsaufwand und trägt wesentlich zu einer energie- und ressourceneffizienten Stadtentwicklung bei. Das ist in Anpassung an den Klimawandel, für die Lösung der Lärmproblematik und die Verbesserung der Luftqualität dringend angezeigt.

- Im Gegensatz dazu wäre ein Fernversorger mit 3300 Quadratmetern (oder mehr) Verkaufsfläche für eine ganze Region ausgelegt. Damit würden Leerstände erzeugt und zusätzliche Verkehrsströme in ein ohnehin überlastetes Wohnquartier gezogen.

- Insbesondere die Hauptverkehrsachsen An der Lohmühle, Fackenburger Allee und Schwartauer Allee sind schon jetzt überlastet, zusätzliche Schleichverkehre durch das Wohnquartier wären die Folge. („)

Die Initiative fordert eine kleinteilige Nahversorgung für das Quartier. Foto: Archiv

Die Initiative fordert eine kleinteilige Nahversorgung für das Quartier. Foto: Archiv


Text-Nummer: 178156   Autor: Initiative/red.   vom 03.03.2026 um 14.57 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf X (Twitter) +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.