Grüne zu neuem Logistikzentrum: Verkehr entschärfen

Lübeck - St. Gertrud: Die Grüne Fraktion Lübeck hat sich vergangene Woche mit Vertretern des Runden Tischs Karlshof/Israelsdorf getroffen, um über die aktuellen Entwicklungen rund um das geplante Logistikzentrum Karlshof zu sprechen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die zunehmenden Sorgen der Anwohner über die zu erwartenden Verkehrsbelastungen, Lärmemissionen und Eingriffe in die Wohn- und Lebensqualität.

Dazu Stephan Wisotzki, baupolitischer Sprecher der Grünen Fraktion:

(")Wie auch an anderen Stellen der Stadt, wurde auch hier über Jahrzehnte verpasst, vorausschauend eine vernünftige Entwicklung des Gebiets zu planen. Mit dem Ergebnis, dass hier nun an völlig ungeeigneter Stelle ein Logistikzentrum entstehen soll.

Diese Lage führt neben den weiteren Entwicklungen im Gebiet auch dazu, dass der sowieso schon überlastete Verkehrsknoten Glashüttenweg, Luisenstraße, Forstmeisterweg noch stärker belastet wird. Ein Knoten, der für viele Schüler zum Schulweg gehört und eine viel genutzte Fahrradstrecke ist. Die vorliegenden Aussagen und Schätzungen zum Verkehrsaufkommen halten wir für sehr niedrig angesetzt. Sie beziehen auch nicht das zu erwartende Verkehrsaufkommen durch die anderen aktuellen Entwicklungen ein.

Dringend muss daher zunächst der Verkehrsknotenpunkt entschärft und verkehrssicher gemacht werden. Eine reaktive Betrachtung, wie in der letzten Stellungnahme der Verwaltung dargestellt, ist für uns inakzeptabel.

Zusätzlich muss ein Konzept entwickelt werden, das ein Ausweichen des Verkehrs auf die angrenzenden Wohngebiete verhindert.(")

Birte Duggen, Mitglied der Lübecker Bürgerschaft, ergänzt:

(")Der Verkehr ist bereits jetzt mehr als belastend für den Stadtteil und diesen Knotenpunkt. An dieser Kreuzung kommen Laster mit 50 km/h angebraust, biegen nach links ab, während dort Fußgänger stehen, die die Straße überqueren wollen. Gleichzeitig wollen Fahrzeuge, die vom anderen Teil des Glashüttenwegs kommen, die Luisenstraße überqueren, während vom Forstmeisterweg kommend zahlreiche Fahrradfahrer die Kreuzung queren.

Am Glashüttenweg selbst stehen Lastwagen und wollen rechts in die Luisenstraße und versperren so die Sicht auf die Situation bzw. fahren schnell in die Kreuzung, obwohl gerade ein Radfahrer kommt. Einrichtungen, wie eine Ampel oder einen Zebrastreifen, die die Situation entschärfen, sucht man vergebens. Weiter vorne an der Kreuzung zur Neuen Hafenstraße stehen dann die Fahrradfahrer auf dem Radweg bedrängt zwischen den Fahrstreifen inmitten der ganzen Lastwagen.

Die Grünen-Mitglieder haben selbst zu verkehrsstarker Zeit am Nachmittag mehrere Fast-Unfälle beobachten können. Es grenzt an ein Wunder, dass es hier nicht häufiger zu Unfällen kommt. Es muss etwas passieren.(")

Die Grünen fordern eine Entschärfung des Verkehrsknotens am Glashüttenweg. Foto: Runder Tisch Karlshof/Israelsdorf, Archiv

Die Grünen fordern eine Entschärfung des Verkehrsknotens am Glashüttenweg. Foto: Runder Tisch Karlshof/Israelsdorf, Archiv


Text-Nummer: 178185   Autor: Grüne/red.   vom 04.03.2026 um 12.43 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

mach break

schrieb am 04.03.2026 um 13.27 Uhr:
Eine Vollsignalisierung dieser Kreuzung Glashüttenweg, Luisenstraße, Forstmeisterweg sollte schnellstmöglich geplant und bald eingerichtet werden, und zwar bevor das Logistikzentrum eröffnet wird.
Leider rächt es sich jetzt auch, dass die Anschlussbahn zum Glashüttenweg stillgelegt wurde und die Gleise weitestgehend abgebaut worden sind.

J. Gerwien

schrieb am 04.03.2026 um 13.38 Uhr:
Soweit ich weiß, mischen die Grünen in der Kooperation oder wie immer das nennen mag, in der Bürgerschaft fleißig mit. Also kann Frau Duggen das ja mal in die Fraktion mitnehmen, und so in die zuständigen Ausschüsse einkippen. Vielleicht kommt da ja die Empfehlung der Umgestaltung dieser Kreuzung raus und es gibt ne Ampel. Im übrigen wird nur ein Bruchteil der LKW an der Ecke Glashüttenweg Tempo 50 haben, das schaffen die Fahrzeuge auf dem kurzen Stück von der Neuen Hafenstraße eher nicht, aber subjektiver Eindruck und Realität sind ja immer so ne Sache.

Und wenn alle Stricke reißen, dann kann Herr Dr. Flasbarth ja wieder eine seiner theatralischen Reden in der Bürgerschaft schwingen...

Fiete Senfgeber

schrieb am 04.03.2026 um 13.50 Uhr:
Da gibt es tatsächlich sicherlich weiter flussaufwärts in Nähe zur Autobahn bessere Standorte, Kücknitz?! Vielmehr sollten hier in Karlshof Wohnungen entstehen, und immer wieder: ein Drittel davon gefördert!

Hannes

schrieb am 04.03.2026 um 14.53 Uhr:
Grüne und Verkersplanung.
Die können doch Hr. Habeck fragen, der hätte bestimmt eine Lösung.
Anschließend ist das Gewerbe ja nicht weg, sondern nu woanders.

Mario Mensing

schrieb am 04.03.2026 um 18.17 Uhr:
Egal, mit welchen Verkehrsideen man die Folgen zukleistern will. Die Planung für ein gewaltiges Logistikzentrum an diesem Standort ist grundlegend falsch. Manche, die hier kommentieren und die das Vorhaben verharmlosen, sind sich über die Dimensionen überhaupt nicht im Klaren. Eine positive Bauvoranfrage erhielt ein 24/7 Logistikzentrum mit bis zu 800 LKW Fahrten pro 24 Stunden rund um die Uhr. Zusätzlich plant Senger, die Aufbereitung aller Leasing und Gebrauchtfahrzeuge aus 54 Autohäusern in ganz Deutschland an diesem Standort (ehemals Huckepack). Das alles in einer Sackgassenlage, deren einzige Erschließung mitten durch ein Wohngebiet über einen vielbefahrenen Schulweg führt. In Genin Süd wurden direkt an der Autobahn extra Flächen für diese Art Gewerbe geschaffen. Und jetzt wird hinter verschlossenen Türen über das Schicksal eines ganzen Wohngebietes verhandelt.

Manfred Vandersee

schrieb am 04.03.2026 um 18.45 Uhr:
Die Verkehrssicherheit an der Stelle wird drastisch erhöht, wenn man den unsinnigen Umbau wieder rückgängig gemacht. Dann kann die Straße wieder deutlich mehr Verkehr aufnehmen und mit dem Rad könnte man endlich wieder auf sicheren Radwegen fahren.

Früher war vieles besser.

Unerhört - Skandalös

schrieb am 05.03.2026 um 05.58 Uhr:
Mario Mensing, das ist Lobbyismus par excellence - "im besten Deutschland aller Zeiten!" Allein der Gedanke welche Zubringer die LKW befahren werden müssen, lässt diesen Irrsinn kaum in Worte fassen.

Dieter R

schrieb am 05.03.2026 um 19.16 Uhr:
Es kann doch sein kaum wollen in Lübeck neue Investoren neue Firmen aufbauen r siehe Glashütten und auch Lehmann Kai Erweiterung. Sofort kommen wieder Klagen von den Anwohner. wenn man bedenkt das bei beiden Standorten schon seit Jahrzehnten Industier gibt . Früher gab es dort nie Klagen über Lärm oder zu viel Fuhrverkehr. Es sind ja sehr viele Bewohner dort verstorben und neue sind Bewohner gekommen. Aber die Industrie war schon da und die Leute haben es ja vor gewusst . Also muss man sich fragen warum Sie jetzt klage. Sie hätten ja nicht dahin ziehen brauchen. LÜBECK ist nun mal Hafen und Industriestadt. Ausser dem werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Vielleicht sollte man darüber nachdenken und nicht immer gleich lospoltern

Unerhört - Skandalös

schrieb am 06.03.2026 um 19.31 Uhr:
Dieter R., würden Sie auch noch so reden, wenn vor Ihrer Haustür alle zwei Minuten, rund um die Uhr und sieben Tage die Woche, ein 40-Tonner vorbeifahren würde?