Delegierte beraten über Einsatzgeschehen, Ehrenamt und Zukunft der Feuerwehr
Lübeck: Archiv - 09.03.2026, 11.01 Uhr: Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Moisling fand am Freitag die Jahresmitgliederversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes der Hansestadt Lübeck statt. Insgesamt 103 der 106 Delegierten sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und den Feuerwehren nahmen an der Versammlung teil. Im Mittelpunkt standen der Rückblick auf das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres, aktuelle Herausforderungen für das Ehrenamt sowie die zukünftige Entwicklung der Lübecker Feuerwehr.
Bericht des Stadtbrandmeisters
Stadtbrandmeister Sven Klempau und sein Stellvertreter Klaus Cohrs berichteten über das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres. Insgesamt wurden die Lübecker Feuerwehren zu 745 Einsätzen gerufen, welche 1192 Alarmierungen der
Feuerwehren und Einheiten ergaben. Besonders hob Klempau eine Einsatzserie am 23. September hervor. Bei mehreren parallellaufenden Einsätzen gelang es den Feuerwehren, den Grundschutz im gesamten Stadtgebiet weiterhin sicherzustellen.

„Dieser Tag hat eindrucksvoll gezeigt, dass unsere Feuerwehr auch bei einer hohen Einsatzdichte leistungsfähig bleibt und schnell Hilfe leisten kann“, sagte Stadtbrandmeister Klempau. „Das ist vor allem dem großen Engagement und der
Einsatzbereitschaft unserer Kameradinnen und Kameraden zu verdanken.“ In seinem Bericht betonte Klempau zudem die zentrale Rolle des Ehrenamts für die Sicherheit der Hansestadt Lübeck und ihrer Stadtteile. Die Freiwilligen Feuerwehren seien ein unverzichtbarer Bestandteil der Gefahrenabwehr und fest in der Stadtgesellschaft verankert.

Entlastung des Ehrenamts
Ein wichtiges Thema der Versammlung war die Entlastung der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen von zusätzlichen Aufgaben rund um die Unterhaltung der Gerätehäuser. Mit steigenden technischen Anforderungen wächst auch der Aufwand für Wartung und Instandhaltung technischer Einrichtungen wie Rolltore, Druckluftanlagen oder weitere fachspezifische Anlagen in den Feuerwehrhäusern. Ziel sei es daher, die ehrenamtlichen Kräfte in diesen Bereichen stärker durch professionelle Unterstützung zu entlasten. „Unsere Mitglieder engagieren sich freiwillig und investieren bereits viel Zeit in Ausbildung, Übungen und Einsätze“, betonte Klempau. Auch Bürgermeister Jan Lindenau griff diesen Punkt in seinem Grußwort auf und unterstrich die Bedeutung einer strukturellen Unterstützung des Ehrenamts.

Unterstützung aus Politik und Verwaltung
Neben Bürgermeister Jan Lindenau nahmen unter anderem die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Sicherheit und Ordnung, Silke Mählenhoff, der Bürgermeister der Gemeinde Krummesse, Uwe Schramm, sowie der Bereichsleiter der Berufsfeuerwehr Lübeck, Thomas Köstler, an der Versammlung teil.
Bürgermeister Lindenau betonte in seiner Ansprache die große Bedeutung der Feuerwehr für die Sicherheit der Stadt. „Wir werden die Strukturen unserer Feuerwehr weiter stärken. Der Neubau der Leitstelle sowie der Wachenkomplex in der Welsbachstraße bleiben wichtige Bausteine für eine leistungsfähige Gefahrenabwehr in Lübeck“, erklärte Lindenau. Zudem verwies er auf die Kampagne „Respekt für Retter“ der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung, für die er gemeinsam mit Stadtpräsident Henning Schumann die Schirmherrschaft übernommen hat. Diese Initiative solle den gesellschaftlichen Rückhalt für Einsatzkräfte weiter stärken.

Silke Mählenhoff hob die konstruktive Zusammenarbeit im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung hervor und sicherte der Feuerwehr weiterhin politische Unterstützung zu. Uwe Schramm betonte die gute Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg, die sich insbesondere zwischen Lübeck und Krummesse bewährt habe.
Thomas Köstler würdigte die Rolle der Feuerwehr als „Rückgrat der Gesellschaft“. Besonders positiv sei, dass die Freiwilligen Feuerwehren in Lübeck entgegen dem bundesweiten Trend ihren Personalstand halten konnten. Er dankte allen Feuerwehren und Hilfsorganisationen der Stadt für die hohe Schlagkraft der Gefahrenabwehr. Die hohe Wertschätzung für das Ehrenamt zeige sich auch in politischen Maßnahmen wie der Ehrenamtspauschale, die in Feuerwehrkreisen häufig auch als „Stiefelgeld“ bezeichnet wird.
Beförderungen und Berufungen
Ein weiterer Höhepunkt der Versammlung waren die ausgesprochenen Beförderungen und Berufungen. Befördert wurden:
Stefan Hoffmann – Oberlöschmeister – FF Moorgarten
Jan Kleinschmidt – Oberlöschmeister – FF Büssau
Pascal Rosenau – Hauptlöschmeister (2 Sterne) – FF Moisling
Alexander Bereths – Hauptlöschmeister (3 Sterne) – FF Innenstadt
Martin Schubbe – Hauptlöschmeister (3 Sterne) – FF Krummesse
Daniel Falk – Brandmeister – FF Paddelügge-Buntekuh
Nico Grallert – Brandmeister – FF Vorwerk
Maik Kolke – Brandmeister – FF Priwall
Peer Nielsen – Brandmeister – FF Moorgarten
Pascal Redder – Brandmeister – FF Krummesse
Thomas Ruppel – Brandmeister – FF Travemünde
Pascal Steffien – Brandmeister – FF Ivendorf
Oliver Ahnfeldt – Oberbrandmeister – FF Büssau
Roman Stödt – Oberbrandmeister – FF Dänischburg
Christian Kröger – Hauptbrandmeister (3 Sterne) – FF Schlutup

Darüber hinaus wurden Eike Pietzner, Christian Hopp und Judith Schubbe für die Mitwirkung im PSNV-E-Team (Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte) berufen.
Zum Abschluss der Versammlung dankte der stellvertretende Stadtbrandmeister Cohrs allen Mitgliedern der Lübecker Feuerwehren für ihre kontinuierliche Einsatzbereitschaft. Die Feuerwehr bleibe ein zentraler Garant für die Sicherheit der Hansestadt Lübeck. Gleichzeitig werde es auch künftig darauf ankommen, die ehrenamtlichen Strukturen zu stärken.

Stadtbrandmeister Sven Klempau trägt den Jahresbericht vor. Fotos: Stadtfeuerwehrverband
Text-Nummer: 178265 Autor: Feuerwehr/red. vom 09.03.2026 um 11.01 Uhr
