Forum für Migranten erinnert an Enttarnung von KZ-Kommandanten

Lübeck: Archiv - 11.03.2026, 07.43 Uhr: Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck erinnert an den historischen Jahrestag der Enttarnung des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß vor 80 Jahren.

Wir veröffentlichen die Mitteilung des Forums im Wortlaut:

(")Dabei wird deutlich, wie sich Orte mit einer dunklen Vergangenheit im Laufe der Zeit verändern und welche Bedeutung eine reflektierte Erinnerungs- und Gedenkkultur für eine offene und vielfältige Gesellschaft hat.

Der Ort, an dem Höß nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete und versuchte, unerkannt zu bleiben, hat sich inzwischen stark verändert. Diese Entwicklung wirft Fragen nach Verantwortung, Erinnerung und dem Umgang mit historischer Schuld auf.

Der 11. März 1946 markiert die Enttarnung des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß – ein Ereignis, das für viele Menschen in Deutschland und darüber hinaus von großer historischer Bedeutung ist. Auch 80 Jahre später bleiben die Aufarbeitung und Vermittlung dieser Geschichte zentrale Aufgaben von Politik, Zivilgesellschaft und Medien.

Das Forum plädiert für eine transparente Auseinandersetzung mit der Geschichte. Dazu gehören insbesondere Bildungsangebote zu Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung, um gleiche Rechte und die Würde aller Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

„Historische Verantwortung gehört zu einer freien und demokratischen Gesellschaft. Wir müssen aus der Geschichte lernen, um Antisemitismus und andere Formen von Hass frühzeitig zu erkennen und entschieden dagegen vorzugehen“, so Aydin Candan, Vorstandsvorsitzender des Forums für Migranten in der Hansestadt Lübeck. „Erinnerung darf nicht zu Stagnation führen, sondern muss zu konkretem Handeln für eine inklusive Stadt führen, in der alle Menschen sicher und respektiert leben können.“

Gedenken bedeutet mehr als die Erinnerung an eine schreckliche Vergangenheit, meint das Forum: "Es bedeutet, Lehren zu ziehen, Bildungsangebote zu stärken und Räume des Austauschs für alle Gemeinschaften zu schaffen. Gemeinsam müssen wir Antisemitismus weiterhin entschlossen bekämpfen und eine Kultur des respektvollen Miteinanders fördern“, ergänzt Spyridon Aslanidis, Beauftragter im Forum für interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben sowie gegen Antisemitismus. „Antisemitismus ist die längste, umfangreichste und brutalste Diskriminierung einer Menschengruppe, die im Laufe der Jahrhunderte in Deutschland stattgefunden hat – und leider weiterhin stattfindet.“

Tarek Kayser, Beauftragter im Forum für demokratische Teilhabe und Bildung, betont abschließend: "Wer sich gegen Rassismus, gegen Diskriminierung sowie für Menschenrechte und für Demokratie in Deutschland einsetzt, kann nicht anders, als auch gegen Antisemitismus zu sein und sich im Rahmen einer aktiven Erinnerungskultur zu engagieren. Traurig ist, dass dennoch viele passiv bleiben."(")

Tarek Kayser und Spyridon Aslanidis vom Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck.

Tarek Kayser und Spyridon Aslanidis vom Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck.


Text-Nummer: 178310   Autor: Forum   vom 11.03.2026 um 07.43 Uhr

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