Priwall-Rundweg: Spaziergänger ignorieren Sperrung

Lübeck - Travemünde: Archiv - 12.03.2026, 10.01 Uhr: Der südliche Priwall-Rundwanderweg ist zurzeit kein Rundwanderweg, denn auf halber Strecke wird er von einem großen Bauzaun unterbrochen. Die Kurverwaltung erneuert dort den alten Holzbohlensteg. Auf Schildern wird schon weit vorher informiert, dass während der Arbeiten ein Rundgang über den südlichen Priwall nicht möglich sei. Was ein wenig unpräzise formuliert ist. Verboten vielleicht, aber unmöglich ganz offensichtlich nicht.

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Der kontrastreiche Rundwanderweg auf der Travemünder Halbinsel ist bei Einheimischen wie Touristen beliebt. Er beginnt mit der Aussicht auf den Skandinavienkai und die großen Fähren. Hübsch mit Tiermotiven wie Quallen, Hasen und Vögeln bemalte Mülltonnen neben den Holzbänken deuten aber schon darauf hin, worum es bei der Wanderung eigentlich geht: die Natur. Der Pfad führt entlang der Pötenitzer Wiek und über besagten Holzbohlensteg durchs Schilf. Mit Glück sieht man dann Wasserbüffel auf der zentralen Wiese, bevor es streckenweise durch Wald geht. Aussichtstürme laden zum Blick auf die Natur ein.

Alter Holzsteg wurde 2004 errichtet
Der alte Holzsteg sei im Jahre 2004 errichtet worden, hatte Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff jüngst im Ortsrat berichtet. Grund war, dass der südliche Wanderweg dort bei Hochwasser nicht passierbar gewesen sei. Touristen hätten umkehren oder eben durchs Gelände ausweichen müssen, was auch nicht „im Sinne der Umwelt“ gewesen sei, so der Kurdirektor. Eine Spende in Höhe von 25.000 Euro machte damals den Bau möglich, die feierliche Eröffnung fand dann vor mehr als zwei Jahrzehnten gemeinsam mit dem Gemeinnützigen Verein statt. Der Steg hat lange gehalten und ist ein beliebtes Fotomotiv. Nun war die Holzkonstruktion aber in die Jahre gekommen. „Wir haben jetzt beschlossen, ihn zu erneuern“, hatte Uwe Kirchhoff im Ortsrat berichtet.

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Wanderer ignorieren Sperrung
„Im Zuge der Erneuerung des Bohlensteges wird der Bereich an der Wiek für den Rundgang ab 25.02.2026 gesperrt", warnen Hinweisschilder der Kurverwaltung. „Daher ist ein Rundgang über den südlichen Priwall in der Zeit nicht möglich.“ Die Kurverwaltung bittet um Verständnis. Tatsächlich versperrt ein mannshoher Bauzaun den Weg. Er reicht ein gutes Stück ins Gestrüpp hinein. Was allerdings nicht verhindert, dass gut jeder zweite Spaziergänger trotzdem durchgeht. Ein paar Kratzer am dornigen Gestrüpp riskierend, wird der Bauzaun umrundet. Dann geht es über die Baustelle weiter bis zur nächsten Absperrung. Dort haben Spaziergänger bereits herausgefunden, dass sie sich leicht aus der Verankerung heben und öffnen lässt. Das Spielchen wird wohl noch ein paar Wochen so weitergehen: „Zu Saisonbeginn 2026 wird er fertig sein“, hatte Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff im Ortsrat zum Thema Holzbohlensteg versprochen.

Ein hoher Bauzaun vor dem Holzbohlensteg versperrt den Weg durchs Naturschutzgebiet. Längst nicht alle Spaziergänger lassen sich davon aufhalten. Fotos: Helge Normann

Ein hoher Bauzaun vor dem Holzbohlensteg versperrt den Weg durchs Naturschutzgebiet. Längst nicht alle Spaziergänger lassen sich davon aufhalten. Fotos: Helge Normann


Text-Nummer: 178334   Autor: Helge Normann   vom 12.03.2026 um 10.01 Uhr

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