Warum am Panoramaweg ein Müllsack im Weidezaun hängt

Lübeck - Travemünde: Der „Panoramaweg“, auch bekannt als „Ivendorfer Höhe“, führt über einen mächtigen Wall, der einst im Zuge der Hafenerweiterung entstanden ist. Der hoch gelegene Weg ist bei Spaziergängern aufgrund der schönen Aussicht beliebt. Aber Spaziergänger machen nun einmal Müll. Dass der Unrat nicht in der Natur, sondern in einem Müllsack landet, ist privatem Engagement zu verdanken.

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Die Geschichte, wie ein schwarzer Müllsack an den Weidezaun am Panoramaweg kam, gab Andreas Schwarberg kürzlich bei der „Travemünder Runde“ zum Besten, was für Heiterkeit, aber auch ein wenig Empörung sorgte.

Rastplatz ohne Mülleimer
Schwarberg geht auf der Ivendorfer Höhe gern mit seinem Hund spazieren. Es gibt dort auch eine schöne hölzerne Sitzbank mit Picknicktisch. Und natürlich fiel dem Travemünder auf, dass dort immer Müll herumlag, denn es fehlte ein Mülleimer. „Dann hat jemand den Mülleimer, der unten stand, nach oben getragen“, berichtete der Travemünder. Er wisse nicht, wer das gewesen sei.

Mülleimer entfernt statt geleert
Irgendwann sei besagter Mülleimer dann „proppenvoll“ gewesen, erzählte der Travemünder. „Dann habe ich mich mit dem Anliegenmelder bei der Stadt gemeldet, der Mülleimer wäre voll“, so Schwarberg. „Mit dem Effekt, der verschwand dann einfach.“ Er hätte dann beim Stadtgrün in Lübeck nachgefragt. „Sie haben keine Zeit, da hochzufahren“, hätte er zur Antwort bekommen.

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„Wir arbeiten dem Stadtgrün zu“
Ihm sei vom Stadtgrün dann angeboten worden, dass er Mülltüten bekommt. „Jetzt hängen wir seit einem halben Jahr da schwarze Mülltüten oben hin. Und siehe da, sie werden benutzt“, erzählt er. Die schwarzen Müllsäcke werden an einem Zaunpfeiler direkt hinter der Bank befestigt. Etwa alle drei Wochen tragen engagierte Bürger den Sack dann nach unten zum offiziellen Abfalleimer, damit er da abgeholt wird, und hängen einen neuen Müllsack in den Zaun. „Wir arbeiten Stadtgrün zu“, so Andreas Schwarberg.

Müll am Wanderweg ist weniger geworden
Viele Fans des Panoramawegs werden bestätigen können, dass der Müll dort seitdem deutlich weniger geworden ist. Das hat nicht nur Umweltgründe: Wanderer, aber auch Fernfahrer schätzen die Sitzbank und lassen gern mal die Dosen ihrer Kaltgetränke dort zurück. Werden die Blechdosen bei Pflegearbeiten am Hang geschreddert, wird es gefährlich für Hundepfoten.

Die Reaktionen in der „Travemünder Runde“ fielen gemischt aus, vom Schmunzeln über die Geschichte und Anerkennung für das Engagement bis hin zu Unverständnis, dass die Stadt sich nicht um die Sauberkeit des Weges kümmert.

Jeder könne den vollen Müllsack nach unten tragen, meint Andreas Schwarberg, „nur Stadtgrün ist überfordert

Jeder könne den vollen Müllsack nach unten tragen, meint Andreas Schwarberg, „nur Stadtgrün ist überfordert". Deshalb machen es die engagierten Bürger selbst. Fotos: Helge Normann


Text-Nummer: 178358   Autor: Helge Normann   vom 15.03.2026 um 18.02 Uhr

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