Museumsschiffe sollen Priwall aufwerten

Lübeck - Travemünde: Eine touristische Aufwertung für Travemünde: Der langweilige Teil des Promenadenrundlaufs soll die neue Heimat der bisher in der Untertrave liegenden Museumsschiffe werden.

Bild ergänzt Text
Die Museumsschiffe liegen bisher in der Untertrave. Foto: Harald Denckmann

Bereits seit Jahren werden Anstrengungen unternommen, das maritime Erlebnis für Besucher des Seebades noch attraktiver zu gestalten. Durch den doppelten Fährbetrieb am Hauptanleger und der Personenfähre an der Nordermole haben Spaziergänger schon länger die einmalige Möglichkeit, den Travemünder Hafenbetrieb von allen Seiten zu erkunden. Viele Fotomotive ergeben sich und mit der Passat im Hintergrund haben sich auch schon sogenannte Selfie-Points etabliert, die in den sozialen Medien intensiv bespielt werden. Bleibt nur noch der Weg von der Priwallfähre zur Kohlenhofspitze. Da hat es mehrere Anläufe gegeben, auch dieses letzte Stück des Weges noch attraktiv für Besucher zu gestalten. Beachtet werden muss natürlich, dass das Gebiet jetzt Landschaftsschutzgebiet ist, aber auch sehr zurückhaltende Gestaltungsvorschläge wurden vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage erst einmal auf Eis gelegt. Nun wird aber in Travemünder Kreisen ein neuer Vorschlag ins Gespräch gebracht, um die als 'öde' empfundene Meile für Besucher attraktiver zu machen.

Wenn an Land außer ein paar Schautafeln nichts geht, warum dann nicht den Hafen schmücken mit dem, was am besten zu ihm passt? Wie man an der Passat sieht, schmückt ein schönes Schiff jeden Hafen, hört man. Von daher wurde bereits Kontakt aufgenommen zu den Eignern der Museumsschiffe an der Untertrave. Dort liegen ausgesprochen historische Schiffsexemplare, deren Eigner eine erhöhte Wertschätzung durch flanierende Touristen nach all den Erfahrungen, die sie gemacht haben, sicherlich begrüßen würden. In der Stadt sind Kneipenbesucher aus dem Umkreis der Liegeplätze doch des Öfteren durch hässliche Aktionen aufgefallen. Man ging unerlaubt an Bord, hat dort lautstark gefeiert, Flaschen und Gläser zerbrochen und in den schlimmsten Fällen an den historischen Seglern Vandalismus verübt, der nur mit hohem Kostenaufwand wieder beseitigt werden konnte.

Diese Schiffe, so signalisiert man, wären in Travemünde hochwillkommen. Ganz begeisterte Travemünder wollten sich sogar dafür einsetzen, dass das beliebte Feuerschiff von der Untertrave dorthin verlegt wird. Da haben die Behörden aber gleich abgewinkt, da die notwendige Durchfahrtsbreite der Trave für den Fährverkehr am vorgesehenen Liegeplatz unterschritten worden wäre. Dadurch wurde allerdings der Weg für einen anderen Vorschlag frei. Ein Highlight der historischen Schiffsmeile könnte die Fähre 'Welt Ahoi' werden. Die liegt ohnehin dort in der Nähe vertäut und könnte ohne großen Aufwand zur Besichtigung freigegeben werden. Der fortschrittliche Hybridantrieb könnte so für die Öffentlichkeit erfahrbar werden und die elektronische Steuerungsanlage könnte von Fachpersonal zu festgesetzten Zeiten erläutert werden, sicherlich auch ein begehrter Anlaufpunkt für Schulklassen.

Selbst für kleine Empfänge auf der Priwallseite könnte die Fähre hergerichtet werden, und das nicht nur zur Travemünder Woche. Bei der Einweihungsfeier seinerzeit war für Schnittchen und Getränke reichlich Platz und eine bekannte Sängerin hat sogar Lovely Day von Bill Whithers zu 'Welt Ahoi - Welt Ahoi' umgetextet. Maritim geprägte Lesungen mit der Künstlerin Anja Es, die in der Alten Vogtei ihre Galerie betreibt, sind ebenfalls denkbar. Dazu müsste sie nur kurz mit der Fähre vor ihrer Haustür auf die andere Hafenseite wechseln. Insgesamt also eine kostengünstige und pfiffige Belebung des Promenadenrundlaufs an einer Stelle, wo nach Ansicht vieler Travemünder durchaus noch etwas hinkann.

Aber die Travemünder haben so ihre Erfahrungen. "Ich bin mal gespannt, was der Politik einfällt, uns diese schöne Idee wieder zu vermiesen", hört man von einem prominenten Travemünder Bürger, der nicht genannt werden möchte.

Zunächst einmal geht der Vorschlag nun in den Ausschuss für den Kurbetrieb Travemünde. Dort hat Heike Stegemann von der FDP derzeit den Vorsitz. Langjährig erfahrene Kräfte wie Peter Reinhardt von der SPD und der ehemalige Stadtpräsident Klaus Puschaddel (CDU) sind dort aber auch noch tätig. Und von 'Die Fraktion' sitzt dort Ali Alam, der jetzt endlich einmal Fortschritte sehen möchte, nachdem seine Skater-Bahn nach 30 Jahren Anlauf immer noch nicht genehmigt ist. Man darf auf die Diskussion gespannt sein.

Anmerkung der Redaktion:
Bei diesem Text handelt es sich um einen Aprilscherz.

Am Kohlenhof würden die Museumsschiffe die Promenade aufwerten. Foto: HN

Am Kohlenhof würden die Museumsschiffe die Promenade aufwerten. Foto: HN


Text-Nummer: 178392   Autor: Harald Denckmann   vom 01.04.2026 um 08.45 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf X (Twitter) +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.