Benzin weiterhin sehr teuer

Lübeck: Bei Beginn der Krise in Nahost war zu erwarten, dass die Benzinpreise in die Höhe schnellen würden. Seit dem 1. März verfolgen wir daher die Entwicklung, da sie gesamtwirtschaftlich von großer Bedeutung ist.

Nach einem rasanten Anstieg zu Beginn ist jetzt eine Stabilisierung auf hohem Niveau zu beobachten. Der Tagesdurchschnitt bewegt sich in etwa zwischen 2,10 und 2,15 Euro pro Liter Super E 5, den wir als Indikator für die Gesamtentwicklung ausgewählt haben. Der Dieselpreis liegt leicht höher, E10 ist immer etwa für 5 bis 6 Cent pro Liter günstiger zu haben.

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Wir ermitteln zu unterschiedlichen Tageszeiten. Heute haben wir die Preise an den 35 Lübecker Zapfsäulen für den Zeitpunkt 16 Uhr festgemacht. Am günstigsten tankte man zu diesem Zeitpunkt zum Preis von 2,09 Euro, der teuerste Anbieter verlangte 2,15 Euro. Immer noch gibt es hohe Preissprünge. An einer Tankstelle wurde heute Morgen um 6.30 Uhr ein Preis von 2,09 Euro aufgerufen, 10 Minuten später bereits 2,16 Euro.

All diese Ungereimtheiten bewegen jetzt ja auch in zunehmendem Maße die Politik, denn derartige Vorgänge sind schließlich nicht neu. Zu Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine haben sich die Konzerne ebenfalls am Verbraucher schadlos gehalten, teilweise wurde eine damalige staatliche Subvention nicht einmal voll an die Verbraucher weitergegeben. Wie man vernimmt, sind auch die jetzigen Verhandler von Regierungsseite nicht wenig entsetzt über die Abgreifmentalität, die auf Konzernseite vorzuherrschen scheint.

Man will einen 12 Uhr-Preis einführen, der danach nur noch unterboten werden darf. Aber was soll das bringen? Dann werden eben von allen Anbietern um 12 Uhr hohe Preise verlangt, die dann alle Verbraucher bezahlen müssen. Absprachen werden nicht nachzuweisen sein.

Auch will man die Multis zwingen, hohe Preise zu begründen. Na dann begründen sie eben, und die Rechtsabteilungen von Staat und Konzernen können sich ohne Ergebnis monatelang mit den unterschiedlichen Sichtweisen herumschlagen. Auch das wird der Verbraucher zahlen, wer sonst?

Und was ist eigentlich mit der Internationalen Energieagentur? Wollten die nicht die Märkte mit den stillen Reserven der Staaten fluten, damit durch hohes Angebot die Preise sinken? Donald Trump wartet sehnlichst darauf, denn neueste Umfragen in den Vereinigten Staaten zeigen, dass die Bevölkerung sich sehr viel mehr für die hohen Benzinpreise als für seine Militärschläge im Iran interessiert. Seine Anhänger sind ohnehin schmerzfrei, denen ist ziemlich egal, was er macht. Seine Zustimmungswerte vor und nach Beginn des Konfliktes verharren wie in Stein gemeißelt bei 41 Prozent.

Warten wir daher einfach ab, was passiert. Immerhin können wir am Lübecker Benzinpreis ablesen, wenn sich wirklich etwas tun sollte. Dazu werden wir unsere Grafiken weiterhin in regelmäßigen Abständen veröffentlichen.

Nach wie vor lohnt vor dem Tanken ein Blick auf Preisvergleich-Apps. Foto, Grafik: Harald Denckmann

Nach wie vor lohnt vor dem Tanken ein Blick auf Preisvergleich-Apps. Foto, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 178453   Autor: Harald Denckmann   vom 17.03.2026 um 17.02 Uhr

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