IHKs kritisieren Vernachlässigung von Flüssen und Kanälen

Lübeck: Die Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck und der IHK Lüneburg-Wolfsburg, Lars Schöning und Michael Zeinert, kritisieren vor dem Hintergrund weiter sinkender Transportmengen auf der Wasserstraße die Bundesregierung. So bezeichnete Lars Schöning von der IHK zu Lübeck die Streichung des Ausbaus des Elbe-Lübeck-Kanals (ELK) aus der Auflistung der aus Sicht der Politik wichtigsten Verkehrsprojekte Norddeutschlands als „schweren Fehler“.

„Die Gütermengen auf der Binnenwasserstraße sind in unserer Region auf einen historischen Tiefststand gefallen, doch das liegt nicht nur an sich verändernden Transportgütern, sondern auch an der kontinuierlichen Vernachlässigung durch die Politik“, machen die beiden Hauptgeschäftsführer in einem gemeinsamen Statement deutlich. „Von der von Jahr zu Jahr unsichereren Finanzierung für Sanierung und Ausbau bis hin zur ausbleibenden Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung. Die Wasserstraße wird systematisch vernachlässigt.“

Die beiden IHKs kritisieren dabei zum Beispiel, dass das derzeit diskutierte Infrastruktur-Zukunftsgesetz wichtige Bauwerke an den Wasserstraßen sowohl bei der Genehmigungsbeschleunigung als auch bei der Frage nach dem „überragenden öffentlichen Interesse“ bewusst ausklammert. Auch die vorherige Bundesregierung hatte in die damalige Liste der zu beschleunigenden Projekte bewusst keine Wasserstraßen-Projekte aufgenommen. Hinzu kommt, dass Branchenverbände Jahr für Jahr ein höheres Investitionsvolumen als notwendig erachten, als im Bundeshaushalt realisiert wird.

„Die Wasserstraße bietet großes Potenzial und hat erhebliche freie Kapazitäten, um mehr Güter über Flüsse und Kanäle zu transportieren. Doch dafür braucht es eine intakte und leistungsfähige Infrastruktur, die zukünftigen Bedarfen genügt. Stattdessen werden Investitionen gestrichen und Beschleunigungseffekte gehen an der Wasserstraße vorbei. Das ist auch aus sicherheitspolitischer Perspektive kurzsichtig“, so Lars Schöning und Michael Zeinert weiter.

Für die IHK zu Lübeck ergänzt Lars Schöning: „Die Streichung des Ausbaus des Elbe-Lübeck-Kanals (ELK) aus der Auflistung der aus Sicht der Politik wichtigsten Verkehrsprojekte Norddeutschlands („Büsumer Liste“) ist ein schwerer Fehler. Denn die veraltete Infrastruktur des Kanals ist hauptsächlich verantwortlich für die dort rückläufigen Gütermengen. Um die Hinterlandanbindung des Lübecker Hafens zukunftsfähig aufzustellen, ist ein leistungsfähiger ELK unerlässlich.“

Michael Zeinert (IHKLW) fügt hinzu: „Die neue Schleuse Lüneburg ist zwingend notwendig, um die Wasserstraßen in unserer Region attraktiv für die verladende Wirtschaft zu machen. Ursprünglich sollte die Schleuse in 2026 fertiggestellt werden, in der Realität wurde nun das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Es braucht an allen Ecken mehr Tempo und schlussendlich eine gesicherte Finanzierung durch den Bund.“

Zuvor wurde berichtet, dass die an der Schleuse Geesthacht gezählte Frachtmenge auf der Elbe auf ein historisch niedriges Niveau gefallen ist.

„Die Streichung des Ausbaus des Elbe-Lübeck-Kanals (ELK) aus der Auflistung der aus Sicht der Politik wichtigsten Verkehrsprojekte Norddeutschlands (‘Büsumer Liste’) ist ein schwerer Fehler“, sagt Lars Schöning von der IHK zu Lübeck. Foto: HN

„Die Streichung des Ausbaus des Elbe-Lübeck-Kanals (ELK) aus der Auflistung der aus Sicht der Politik wichtigsten Verkehrsprojekte Norddeutschlands (‘Büsumer Liste’) ist ein schwerer Fehler“, sagt Lars Schöning von der IHK zu Lübeck. Foto: HN


Text-Nummer: 178508   Autor: IHK/red.   vom 20.03.2026 um 14.31 Uhr

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