Benzin am Wochenende richtig teuer

Lübeck: Am späten Freitagnachmittag gab es zwar an der Wall Street einen leichten Rückgang der Rohölpreise unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, aber von dieser leichten Entspannung ist an den Lübecker Zapfsäulen noch nichts zu spüren. Harald Denckmann beobachtet die Lage an den Zapfsäulen in Lübeck weiterhin.

Durch die Schließung der Straße von Hormus ist international eine recht prekäre Lage entstanden. Wir in Europa haben noch unsere Quellen, alles ist nur teurer geworden. In Asien allerdings beginnen Versorgungsengpässe und einige Staaten haben bereits auf Homeoffice und die Viertagewoche umgeschaltet, um die Energieknappheit zu kompensieren. Lange Schlangen an den Tankstellen sind dort auch bereits zu sehen.

Zurück nach Lübeck. Der Durchschnittswert aller 35 Zapfsäulen im Raum Lübeck ist am Samstagnachmittag um 15 Uhr erstmals über die Marke von 2,20 gestiegen. Etwa zwei Drittel der Tankstellen lagen über diesem Wert für Super E5, den wir als Vergleichsgröße für unsere Grafik heranziehen. Die teuerste Tankstelle verlangte 2,24 Euro für einen Liter, die günstigste zu diesem Zeitpunkt hatte Benzin für 2,14 im Angebot, also 10 Cent pro Liter günstiger.

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Am Monatsbeginn, als Preissteigerungen zu erwarten waren, haben wir unsere Grafik mit einem Wert von 1,83 Euro pro Liter gestartet. Seitdem ist der Durchschnittswert in 21 Tagen um etwa 40 Cent pro Liter gestiegen. Für eine Tankfüllung von 50 Litern muss jetzt also 20 Euro mehr gezahlt werden als zu Monatsbeginn.

Natürlich sind wir von dieser Entwicklung alle betroffen. In unserer Kommentarspalte wird von vielen Zeitgenossen gern darauf hingewiesen, dass sie als Radfahrer oder Fußgänger von dieser Erhöhung nicht betroffen sind. Ökonomen sehen das allerdings anders. Es gibt auch Berufspendler in ländlichen Räumen, die auf ein Auto angewiesen sind. Außerdem steigen sämtliche Kosten im Transportgewerbe. Diese Kosten wirken sich weiter auf die Preise für Lebensmittel, Maschinen oder Haushaltsprodukte aus.

Wenn diese Entwicklung erst einmal bei den Lebensmittelpreisen ankommt, wird die derzeitige Wut an der Tankstelle mit ziemlicher Sicherheit auch an den Ladenkassen ankommen. Darin steckt erheblicher politischer Zündstoff, und man kann gespannt sein, was die Politik unternehmen wird, um diese Entwicklung in vernünftigen Bahnen zu halten.

Aus diesem Grunde werden wir auch weiter über die Entwicklung informieren, in der Hoffnung, dass die Kurve in absehbarer Zeit wieder nach unten zeigt. Die weitere Entwicklung an der Meerenge von Hormus dürfte da entscheidend sein. Das lernen im Moment alle, und vielleicht war die Politik, sich rechtzeitig aus dieser Abhängigkeit zu lösen, gar nicht so verkehrt. Robert Habeck lässt grüßen.

Vor dem Tanken sollte man mit entsprechenden Apps die Preise vergleichen. Foto, Grafik: Harald Denckmann

Vor dem Tanken sollte man mit entsprechenden Apps die Preise vergleichen. Foto, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 178524   Autor: Harald Denckmann   vom 21.03.2026 um 17.50 Uhr

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