Rettungseinsatz: Großwal vor Niendorf gestrandet

Ostholstein: In der Nacht zu Montag, 23. März 2026, ist vor Niendorf ein großer Wal gestrandet. Das Tier wurde im flachen Wasser auf einer Sandbank entdeckt. In der Nacht zu Dienstag konnte der Wal etwas in Richtung Fahrrinne gelangen. Er kehrte aber zurück auf die Sandbank.

Bild ergänzt Text

Um den Wal nicht unnötigem Stress auszusetzen, hat die Polizei den Strandabschnitt sowie den Bereich um den Niendorfer Hafen weiträumig abgesperrt. Die Behörden appellieren eindringlich an Schaulustige, sich dem Tier weder zu Land noch zu Wasser noch aus der Luft (etwa mit Drohnen) zu nähern.

Bild ergänzt Text

Der Zugang auf den Steg in Richtung Wal ist abgesperrt. Am Strand drängen sich die Schaulustigen. Und auch zahlreiche Helfer von "Sea Shepherd" bis zur "Meeressäugerbergung" sind vor Ort. Sie beobachten den Wal genau. Er liegt auf einer Sandbank und atmet ruhig. Eine akute Gefahr besteht nicht.

Bild ergänzt Text

Sollte der Wasserstand weiter sinken, könnte es ein Problem geben, berichtet ein Helfer vor Ort. Der Wal könnte dann durch sein eigenes Gewicht ersticken. Man könne nur hoffen, dass das Wasser steigt und der Wal wieder ins offene Meer schwimme. In der Ostsee gebe es genug Fische für ihn.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie konnte dem Wal keine Hoffnung machen. In der Nacht stieg der Pegel in der Lübecker Bucht nur auf zehn Zentimeter über den mittleren Wert. Am Dienstagmorgen war klar: Der Wasserstand hat nicht ausgereicht.

Es wird vermutet, dass es sich um denselben Wal handelt, der bereits Anfang März im Wismarer Hafen und zuletzt am Freitag vor Travemünde gesichtet wurde (wir berichteten). Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hatte das Tier dort erst kürzlich von Resten eines Stellnetzes befreit, die restlichen Seile konnte am Montag die Feuerwehr Nienddorf beseitigen. Experten gehen derzeit davon aus, dass es sich um einen Buckelwal handeln könnte, wobei eine endgültige Bestätigung noch aussteht.

Einige Fachleute äußerten zudem die Befürchtung, dass das Tier die Sandbank gezielt aufgesucht haben könnte, falls es krank oder entkräftet ist – ein Verhalten, das bei gestrandeten Großwalen häufiger beobachtet wird.

Der Wal strandete vor Niendorf. Es wird versucht, ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Fotos: JW/VG

Der Wal strandete vor Niendorf. Es wird versucht, ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Fotos: JW/VG


Text-Nummer: 178543   Autor: VG/red.   vom 23.03.2026 um 12.18 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf X (Twitter) +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.