TH Lübeck verabschiedete 379 Absolventen

Lübeck: Ein gelbes Jackett, ein rosafarbener Hidschab, eine rote Fliege – die Absolventen der TH Lübeck warteten am Samstag in festlicher Kleidung gespannt darauf, dass die Feier zu ihren Ehren begann. Insgesamt haben 379 Studierende in diesem Wintersemester ihren Abschluss gemacht – vor Ort in St. Petri, im Herzen Lübecks, hatten sich 145 der Absolventen versammelt.

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Als Christoph Liedtke, der Drummer der Band Friend`tett, die ersten Töne anspielt, legt sich das allgemeine Gemurmel, bis nur noch die Stimme von Sängerin Kristina Love durch die hohe Halle schallt. Don´t Start Now von Dua Lipa ist der Eröffnungssong. Zwar handelt es sich hier um eine Art Trennungshymne, den Kern kann man allerdings auch auf das Leben selbst übertragen: Neue Lebensabschnitte, die eigenen Stärken und die eigene Unabhängigkeit müssen gefeiert werden. Insgesamt freuten sich zum Ende dieses Wintersemesters 379 Absolventen der insgesamt vier Fachbereiche der TH Lübeck über ihren erfolgreich abgeschlossenen Lebensabschnitt. 76 junge Menschen erlangten ihren Abschluss im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften, 140 Bachelor- und Masterstudierende zählt der Fachbereich Bauwesen, 75 Absolventinnen bringt der Fachbereich Elektrotechnik und Informatik hervor, und 88 Absolventen beginnen einen neuen Lebensabschnitt mit einem Zeugnis aus dem Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft.

„Wohlan, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reicht.“ Pastorin Lilly Schaack wählt in ihrer Rede das Bild des Turmbaus von Babel. Ein Unterfangen, das das Streben der Menschen symbolisiert, sich selbst zu verherrlichen und sich über Gott zu stellen. Doch eben auch die Geschichte eines großen Bauprojektes: „Da sind Menschen mit einer Vision. Teamarbeit, Organisation, Material, Planung. Ich stelle mir vor: Es wurde gerechnet und gezeichnet, verworfen und verbessert. Projektpläne, Deadlines, Diskussionen.“ Alles Dinge, die auch den Absolventen der TH Lübeck bekannt sein müssten.

Doch wer die Geschichte genau liest, bemerkt, dass der Bau nicht an den Fähigkeiten, sondern an der Kommunikation scheiterte. „Ein Studium ist kein Turm, den man alleine baut“, sagte Schaack, „es ist immer ein Gemeinschaftsprojekt.“ Den Absolventen gab sie damit vor allem eine Botschaft mit auf den Weg: „Bleiben Sie dran. Bleiben Sie neugierig auf die Perspektiven anderer. Die besten Ideen entstehen selten allein.“

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Die Studentinnen Albiona Pacolli, Gözde Karaoglu und Elena Sahakyan erinnerten sich sehr gut an einige solcher herausfordernden Projekte. Die drei jungen Frauen gingen am Samstag mit ihrem Bachelorabschluss in Architektur nach Hause. Das Spezielle an ihrem Studium war für sie stets die Nähe zur Praxis, zum Beispiel in Form von Umgebungsmodellen: „Wenn sich der eigene Entwurf dann in ein Gesamtbild einfügt“, sagte Gözde Karaoglu, „sei das immer etwas Besonderes gewesen.“ Das Studium sei abwechslungsreich, praxisnah und biete einem dadurch den direkten Zugang in die Arbeitswelt. Alle drei arbeiteten während des Studiums bereits in Architekturbüros und können jetzt Vollzeit das umsetzen, was sie über ihre Zeit an der TH Lübeck gelernt haben. Ein langer Abschied ist es allerdings nicht, alle drei streben ihren Master an und wollen zum Wintersemester wieder zurückkehren.

„Ich freue mich, sie alle hier zu sehen, und frage mich, ob sie es selbst schon glauben können“, begann Dr. Muriel Helbig, die Präsidentin der TH Lübeck, mit ihren Worten an die Absolventen. Doch statt von Unsicherheiten der Welt und Herausforderungen im neuen Lebensschnitt zu sprechen, führte sie alle im Raum in die Gegenwart, genau zu diesem einen Moment: „Vielleicht wäre es heute einfach mal schön, einen Moment durchzuatmen.“ Quasi im Hier und Jetzt zu sein und einfach zu hören: „Herzlichen Glückwunsch, das haben Sie richtig gut gemacht.“

Und auch Helbig spricht noch einmal an, was es braucht, um ein Studium zu bewältigen: „Dieses Zeugnis ist weit mehr als ein Abschluss. Es steht für Jahre Ihres Engagements und Ihrer Ausdauer, aber auch für Unterstützung durch Ihre Familien und Freundinnen und Freunde. So ein Studium ist anspruchsvoll – Sie haben es gemeistert und können mit Recht stolz auf sich sein!“ Und ergänzt: „Ich wünsche Ihnen, dass Ihr bei uns erworbenes Wissen Sie auf Ihrem beruflichen Lebensweg gut begleitet, Sie eine Tätigkeit finden, die Ihnen Freude bereitet, und mit der Sie einen positiven Beitrag für unsere Gesellschaft leisten können.“

Stadtpräsident Henning Schumann zeigt noch einmal die Chancen und Möglichkeiten der Absolventen auf, die jetzt auf sie warten: „Als Stadtpräsident bin ich stolz, in einer Stadt zu leben, die reich ist an Geschichte und Kultur – und zugleich an Innovationskraft, wissenschaftlicher Exzellenz und wirtschaftlicher Dynamik. Die Technische Hochschule Lübeck ist eine tragende Säule dieser Stärke und prägt Lübeck als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort weit über die Region hinaus. Die Absolventinnen der Lübecker TH sind bestens gerüstet, um dazu beizutragen, die bestehenden Herausforderungen unserer Zeit zu lösen. Ob in Lübeck, in Europa oder weltweit.“

Am Wochenende wurden die Absolventen in St. Petri verabschiedet. Fotos: Lutz Roeßler

Am Wochenende wurden die Absolventen in St. Petri verabschiedet. Fotos: Lutz Roeßler


Text-Nummer: 178573   Autor: TH/red.   vom 24.03.2026 um 15.09 Uhr

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