Forum für Migranten solidarisch mit jüdischer Gemeinde
Lübeck: Die Lübecker Carlebach-Synagoge wurde am 25. März 1994 Schauplatz eines antisemitischen Brandanschlags. Es war der erste Angriff dieser Art auf jüdisches Leben in Deutschland seit Gründung der Bundesrepublik. Das Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck hat gemeinsam mit dem Lübecker Bündnis gegen Antisemitismus und weiteren Organisationen in tiefer Betroffenheit an den damaligen Brandanschlag in der St.-Annen-Straße erinnert (wir berichteten).„Das Forum, das über 67.000 Lübeckerinnen und Lübecker mit Migrationsgeschichte vertritt, verurteilt diese Tat aufs Schärfste“, erklärt Aydin Candan, Vorstandsvorsitzender, und betont die Unverletzlichkeit jüdischen Lebens in der Stadt.
„Ein Angriff auf die Synagoge war und ist ein Angriff auf uns alle – auf das Fundament unserer demokratischen und weltoffenen Gesellschaft“, unterstreicht Spyridon Aslanidis, Beauftragter gegen Antisemitismus sowie für interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben. „Antisemitismus hat in Lübeck keinen Platz. Wir müssen als gesamte Stadtgesellschaft – unabhängig von Herkunft oder Religion – geschlossen gegen Hass und Hetze aufstehen.“
„Dass der erste Angriff auf ein jüdisches Gotteshaus seit dem NS-Faschismus hier in der Hansestadt Lübeck stattfand, ist eine schmerzhafte Mahnung“, betont Tarek Kayser, Beauftragter für Demokratische Teilhabe und Bildung. „Jüdisches Leben gehört seit Jahrhunderten zu Lübeck. Es ist unsere Verantwortung, dass das auch für die Zukunft gilt. Die Geschichte jüdischen Lebens muss in den zehn Stadtteilen deutlich sichtbarer gemacht werden“, fordert Kayser.
Das Forum hebt hervor, "dass Antisemitismus eine ernsthafte Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt darstellt und konsequent bekämpft werden muss."
„Dieser feige Anschlag zeigte, dass Antisemitismus nach wie vor tief in unserer Gesellschaft verankert ist. Wir dürfen nicht zulassen, dass jüdisches Leben erneut zur Zielscheibe wird. Selbstverständlich nehmen wir dafür unsere Sicherheitsbehörden in die Pflicht, die als einzige das Gewaltmonopol in unserem Staat innehaben“, so Spyridon Aslanidis abschließend.
Gleichzeitig sieht das Forum in Bildung und politischer Teilhabe zentrale Schlüssel zur langfristigen Bekämpfung von Antisemitismus und Rassismus.
„Es ist unsere Pflicht, insbesondere junge Menschen für die Gefahren des Antisemitismus zu sensibilisieren. Wir müssen Bildungsprojekte stärken, die Begegnung und Dialog ermöglichen. Demokratische Teilhabe bedeutet auch, Minderheiten zu schützen und gemeinsam eine Kultur des Respekts zu leben. Lübeck bleibt stark, wenn wir zusammenhalten“, erklären Tarek Kayser und Spyridon Aslanidis.

Tarek Kayser erinnert gemeinsam mit Organisatorin Astrid Fiehland und dem Mitglied des Reichsbanners, Jan Schenkenberger, an den Brandanschlag von 1994. Foto: Forum für Migranten
Text-Nummer: 178639 Autor: Forum vom 27.03.2026 um 17.44 Uhr
