Benzinpreise fahren in Lübeck Achterbahn

Lübeck: Preisschwankungen beim Rohöl der vergangenen Tage haben sich kaum auf die Preise an den Lübecker Zapfsäulen ausgewirkt. Das gilt aber nur im Schnitt. Harald Denckmann hat die Entwicklung an den Zapfsäulen beobachtet.

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Am Verlauf ist deutlich sichtbar, dass sich die Werte seit etwa zehn Tagen auf ein Niveau um 2,20 Euro eingependelt haben. Am Samstag konnten wir an den 35 Tankstellen im Lübecker Raum Unterschiede von 2,15 Euro für den günstigsten Wert und 2,24 Euro für den teuersten Anbieter um 13 Uhr feststellen. Das sind 9 Cent Differenz zwischen der günstigsten und der teuersten Säule, die man im Grunde den ganzen Tag über im Lübecker Raum beobachten kann. Als Referenzwert betrachten wir den Literpreis für Super E5. Diesel ist derzeit etwa 6 Cent teurer, E10 etwa 6 Cent günstiger im Durchschnitt.

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In der kommenden Woche wird nun die Tagesamplitude an den einzelnen Zapfsäulen interessant. Zurzeit gilt ja noch das Achterbahn Prinzip. Die einzelnen Tankstellen erhöhen und senken die Preise bis zu zwanzigmal am Tag, zur Verwirrung des Verbrauchers. Unsere Grafik zeigt die Entwicklung an einer Lübecker Tankstelle vom 28. März von Mitternacht bis Mittag. Da gibt es sogar manchmal Geschrei an den Zapfsäulen von der Art "Beeilen Sie sich mal, ich will noch zum günstigen Preis tanken."

Um diese Verbraucherverwirrung abzustellen und als Maßnahme zur Kostendeckelung wurde das sogenannte österreichische Modell beschlossen, nach dem einmal am Tag um Punkt 12 Uhr ein Tageshöchstwert festgesetzt werden muss. Da kann man einmal richtig gespannt sein, ob zum Startzeitpunkt um 12 Uhr unterschiedliche Marktpreise auf den Tafeln erscheinen, oder ob wie von Zauberhand an allen Zapfsäulen etwa der gleiche Wert aufleuchtet.

Ab dann darf verändert werden, aber nur noch nach unten. Wer etwa mit 2,25 Euro pro Liter startet und damit keinen Umsatz macht, darf jederzeit weiter nach unten korrigieren, bis er den Marktpreis des Tages zu fassen hat. Das Kartellamt muss dann aufpassen, dass es keine Absprachen gibt, was in der Praxis praktisch nicht möglich ist. Für den Verbraucher wird es daher spannend zu beobachten, auf welche Art und Weise er übers Ohr gehauen wird. Dann wird es Aufregung und neue Maßnahmen geben.

Die beste Maßnahme wäre allerdings eine wie auch immer geartete Öffnung der Straße von Hormus. Das würde eine Senkung des Ölpreises an den internationalen Rohstoffbörsen bewirken, die wiederum bei uns Preise unter der Marke von 2,00 Euro pro Liter ermöglichen könnte. Wie schnell das unter Umständen gehen könnte, hat man ja kürzlich gesehen, als bloße Ankündigungen, die sich hinterher als warme Luft erwiesen, an den Börsen einen Kurssturz von fast 40 US-Dollar pro Barrel verursacht haben.

Warten wir also weiter ab. Für alle, die Krieg führen, spielen die Kosten ohnehin absolut keine Rolle, die dadurch entstehende Umweltverseuchung ist schon gar kein Thema. Für die Beseitigung all dieser Schäden, Bildung, medizinische Versorgung und Ernährung ist dann zu Friedenszeiten grundsätzlich kein Geld mehr da. Das ist immer so, verstehen tut es aber deshalb trotzdem niemand.

Die Bürokratie soll in Zukunft für ein Ende der Achterbahnfahrt bei den Benzinpreisen sorgen. Foto, Grafiken: Harald Denckmann

Die Bürokratie soll in Zukunft für ein Ende der Achterbahnfahrt bei den Benzinpreisen sorgen. Foto, Grafiken: Harald Denckmann


Text-Nummer: 178642   Autor: Harald Denckmann   vom 28.03.2026 um 15.55 Uhr

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