Initiative: Positives Signal der Ministerinnen für mehr Inklusion
Lübeck: Die Initiative Inklusion Schleswig-Holstein bewertet ein Gespräch mit Sozialministerin Aminata Touré und Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke als wichtigen, aber noch nicht abschließenden Schritt hin zu einer inklusiven Umsetzung des ab Sommer geltenden Rechtsanspruchs auf Ganztag an Schule für Kinder mit Behinderungen.Dazu berichtet die Initiative:
(„)Anlass des Gesprächs war ein Offener Brief der Initiative, in dem die bisherige Einordnung des Ganztagsangebots durch das Sozialministerium als ‚soziale Teilhabe‘ deutlich kritisiert wurde. Für viele Familien bedeutet diese Praxis erhebliche Hürden – insbesondere durch aufwendige Antragsverfahren sowie Einkommens- und Vermögensprüfungen, die gerade pflegende Eltern stark belasten.
Im Gespräch wurde deutlich, dass sowohl Aminata Touré als auch Dr. Dorit Stenke den Anspruch haben, Inklusion voranzubringen. Ihr Ziel ist es, einen Weg zu finden, Ganztag für Kinder mit Behinderungen künftig als Teilhabe an Bildung zu bewerten – auch wenn aus ihrer Sicht bestehende gesetzliche Rahmenbedingungen dem derzeit noch entgegenstehen.
Zugleich wurde offen von den Ministerinnen benannt, dass die bisherige Unterscheidung zwischen den Kindern problematisch ist und zu Ungleichbehandlungen beim Zugang zum Ganztag führt. Aus Sicht der Initiative Inklusion ist diese Trennung nicht haltbar: Sie widerspricht dem Gleichbehandlungsgrundsatz sowie dem Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung, wie er sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention ergibt. Ganztag an Schule umfasst dabei ausdrücklich sowohl die Schulzeit als auch die Ferienbetreuung und ist insgesamt Teil des Bildungsauftrags.
„Wir haben ein ernsthaftes und konstruktives Gespräch erlebt. Beide Ministerinnen haben ihren Willen deutlich gemacht, hier etwas zu verändern – jetzt kommt es darauf an, dass daraus bis zum Sommer konkrete Lösungen entstehen“, erklärt Mascha Benecke-Benbouabdellah, Co-Sprecherin der Initiative Inklusion.
Auch auf persönlicher Ebene wurde ein klares Signal gesetzt: Aminata Touré machte deutlich, dass sie den Vorwurf, ihr Ministerium setze sich nicht ausreichend für Inklusion ein, nicht auf sich sitzen lassen möchte – auch, weil dies ihren eigenen Werten widerspricht. Dieses Bekenntnis nimmt die Initiative als positives Zeichen wahr.
Ein konkretes Ergebnis des Gesprächs ist der nun eröffnete direkte Zugang zu den Ministerien. Anliegen der Initiative Inklusion können künftig unmittelbarer eingebracht werden.
„Das ist ein wichtiger Schritt. Wenn Probleme direkt adressiert werden können, steigen die Chancen, dass sich für die betroffenen Familien tatsächlich etwas verbessert“, so Klaus Maak, Co-Sprecher der Initiative.
Die Initiative Inklusion bewertet den Austausch als konstruktiv und ermutigend. Der politische Wille zur Inklusion ist erkennbar – entscheidend wird nun sein, wie schnell und verbindlich Lösungen umgesetzt werden, denn das Schuljahr 2026/2027 steht vor der Tür.
Der Anspruch bleibt klar: Der Rechtsanspruch auf Ganztag darf für Kinder mit Behinderungen weder von zusätzlichen Hürden noch von unterschiedlichen Rechtskreisen abhängen. Ganztag an Schule ist Bildung – für alle Kinder, auch in den Ferien.
„Wir sehen Bewegung – aber entscheidend ist, was jetzt folgt. Familien brauchen verlässliche und unbürokratische Lösungen – auch für die Ferienzeiten. Daran werden wir die nächsten Schritte messen“, so Mascha Benecke-Benbouabdellah abschließend.(„)

Die Initiative Inklusion Schleswig-Holstein sprach mit Sozialministerin Aminata Touré und Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke. Foto: Initiative Inklusion
Text-Nummer: 178679 Autor: Initiative/red. vom 31.03.2026 um 16.31 Uhr
