Höchste Tankstellenpreise seit Krisenbeginn
Lübeck: Seit Mittwoch dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag um 12 Uhr mittags erhöhen. Die Politik erhofft sich dadurch einen Preisdämpfer. Harald Denckmann wertet die Preise in Lübeck weiterhin aus und berichtet über die Effekte am ersten Tag.So teuer war es seit Krisenbeginn an Lübecker Zapfsäulen noch nicht, und das ist leider kein Aprilscherz. Der Beginn der Preisdämpfungsmaßnahme war wirklich ein Knaller. Fast alle haben erst einmal erhöht, sodass zu Beginn der Maßnahme um 12 Uhr in Lübeck nur zu saftigen Preisen getankt werden konnte. Eigentlich mussten die Konzerne ja begründen, aber wie in den letzten Tagen schwankte der Ölpreis für die Sorte 'Brent' an der Wall Street um die Mittagszeit weiterhin so um die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.

Wir verfolgen die allgemeine Entwicklung weiter und haben unser Diagramm erst einmal auf den Zeitraum von drei Monaten erweitert. Wir markieren dort den Mittelwert der Lübecker Zapfsäulen zu unterschiedlichen Tageszeiten. Das Schaubild soll lediglich die grobe Entwicklung zur Information der Lübecker Verbraucher anzeigen.
Aufgrund der neuen Bestimmungen haben wir eine weitere Grafik hinzugefügt, in der die Entwicklung der Tagespreise abgebildet wird. Da die Preise nur nach unten korrigiert werden dürfen, kann man um 12 Uhr mittags schon den Tageshöchstpreis feststellen, denn teurer darf es nach den neuen Bestimmungen nicht werden. Dieser Preis wird durch die Höhe der Säule in der Grafik ausgewiesen. Auch der niedrigste Preis wird angegeben, der sich aber im Tagesverlauf noch nach unten verändern kann.

An der Grafik sieht man, dass um 12 Uhr in Lübeck ein Höchstpreis von 2,30 Euro pro Liter Super E5 aufgerufen wurde. Dieser Preis bestimmt die Höhe der blauen Säule. Rechts daneben sind spätere Marktpreise angegeben. Heute haben wir um 16.15 Uhr abgelesen. Der Höchstpreis war zu diesem Zeitpunkt auf 2,23 Euro abgesunken und der günstigste Preis auf 2,17 Euro. Deshalb werden wir auch die korrigierten Preise zu unterschiedlichen Tageszeiten in unregelmäßigen Abständen veröffentlichen.
Der Verbraucher sollte sich jetzt in einer der zahlreichen Apps über die jeweils niedrigsten Preise informieren. Wenn er dann die Tankstelle seiner Wahl anfährt, kann er sicher sein, dass sich zwischenzeitlich die Preise nicht erhöht haben. Es kann lediglich noch günstiger geworden sein, bevor er die Zapfsäule erreicht. Je mehr Verbraucher sich so verhalten, desto höher wird der Druck auf die Wettbewerber, ebenfalls mit den Preisen herunterzugehen.
Am folgenden Mittag um 12 Uhr wird das ganze Spiel dann erneut angepfiffen. Insofern könnte der günstigste Zeitpunkt an der Zapfsäule sich auf kurz vor 12 Uhr mittags verschieben.
Wir verfolgen das Ganze erst einmal eine Weile und sind gespannt, wie sich die Verbraucherpreise an den Tankstellen in naher Zukunft entwickeln werden.

Die neue Regel hat am ersten Tag zu den höchsten Benzinpreisen in diesem Jahr geführt. Foto, Grafiken: Harald Denckmann
Text-Nummer: 178712 Autor: Harald Denckmann vom 01.04.2026 um 17.19 Uhr
