540 Pilger auf dem ältesten Kreuzweg Deutschlands
Lübeck: Auch in diesem Jahr wurde der Karfreitag in Lübeck mit einem Kreuzweg begangen. Bei kühlem Wetter pilgerten nach Zählung der Polizei 540 Gläubige den 1650 Meter langen Weg von St. Jakobi in der Innenstadt zum Jerusalemsberg,Der Lübecker Kreuzweg wurde im Jahr 1493 von dem Kaufmann Heinrich Konstin erbaut. Er soll seine Frau geschlagen haben, die aus Gram darüber starb. Um Abbitte zu leisten, reiste er ins Heilige Land zum Grab Christi. In Jerusalem schritt er die Via Dolorosa ab, den Weg, den der verurteilte Christus mit dem Kreuz gehen musste. Zurückgekehrt, verfügte er, dass der Weg in Lübeck nachgebaut werden sollte, damit Gläubige ihn am Karfreitag, dem Todestag Christi, nachgehen konnten. In der Innenstadt wurden mehrere Kreuzwegstationen aufgestellt. Insgesamt waren es sieben. Durch die Reformation 1531 geriet der Kreuzweg in Vergessenheit.
Erst 1994 nahm die katholische Gemeinde die Idee wieder auf. Im Jahr 2004 schloss sich der evangelische Kirchenkreis an. Seitdem wird gemeinsam gepligert, gebetet und gesungen. Das Thema war in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Weltsituation "Machtspiele".
Über 500 Gläubige pilgerten am Karfreitag in Lübeck den Kreuzweg. Fotos: JW
Text-Nummer: 178734 Autor: red. vom 03.04.2026 um 11.56 Uhr


