Soldaten auf Gedenkmarsch im Wesloer Wald
Lübeck - St. Gertrud: Am 4. April wunderten sich die Wanderer im Wesloer Forst über die hohe Anzahl von Soldaten. "Die Reaktionen waren durchweg positiv", berichtet die Reservistenkameradschaft Lübeck. "Manche wollten sich sogar direkt anschließen und mitmarschieren."Hintergrund war das Karfreitagsgefecht im Jahr 2010. Hier kamen am 2. April 2010 drei Bundeswehrsoldaten bei einem Hinterhalt in dem Distrikt Chahar Darreh (Provinz Kundus) ums Leben. Weitere vier Kameraden fielen am 15. April 2010 bei Gefechten um Baghlan. Dieser blutige und verlustreiche Monat ist dem Gedenkmarsch gewidmet.
Die knapp 60 anwesenden Reservisten, aktive Soldaten und deren Angehörige nutzten den Marsch, um auf das Geschehene hinzuweisen. Am 4. April 2026 ging es darum, 16 Kilometer (für 16 Jahre) mit 15 Kilogramm Gepäck in Gedenken an die gefallenen Kameraden zu absolvieren. Los ging es um 11 Uhr am Wesloer Weg. Die Reservistenkameradschaft Lübeck hatte einen Rundkurs von acht Kilometern erkundet, der allen Anforderungen genügte. Vom Wesloer Weg aus ging es zum Forsthaus. Anschließend über den Lübecker Weg, Buchenbergweg und die Karlshöfer Schneise zurück zum Ausgangspunkt. Das war die Hälfte der Strecke.
Der jüngste Teilnehmer war in diesem Jahr 11 Jahre alt, der älteste Mitte 80. "Der Reservistenkameradschaft Lübeck ist es besonders wichtig, dass auch die Familienmitglieder in die Aktivitäten der Kameradschaft einbezogen werden, um so das familiäre Erlebnis und das Miteinander zu unterstreichen", so die Organisatoren. So konnten die Teilnehmer nach der ersten Runde entscheiden, ob es zur zweiten Runde ging oder nach acht Kilometern der Marsch beendet wurde. Nach zweieinhalb Stunden und zurückgelegten 16 Kilometern erreichte der erste das Ziel. Nach und nach kehrten alle Teilnehmer wieder zum Startpunkt zurück. Bei einer kräftigen Gulaschsuppe und kalten Getränken erholten sich die Teilnehmer. Der Leiter der Veranstaltung, StFw dR Thomas Helmke, dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement und zollte Respekt für die erbrachte Leistung: "Ein besonderer Dank galt dem „Spießtrupp“ um Obermaat Nils. Paul, Lara und Nils haben im gesamten Zeitraum die Versorgung aller Teilnehmer immer im Auge gehabt." Nach der Stärkung und dem gemeinsamen Austausch verließen die Marschierer den Wesloer Forst. Viele haben sich bereits den nächsten Termin gemerkt. Am 27. März 2027 geht es zum 17K3 Marsch, wieder in Lübeck.

Knapp 60 Reservisten, Soldaten und Angehörige beteiligten sich an dem Gedenkmarsch. Foto: Veranstalter
Text-Nummer: 178746 Autor: Veranstalter/red. vom 05.04.2026 um 16.02 Uhr


