Benzinpreise geben ganz langsam nach

Lübeck: Archiv - 09.04.2026, 14.53 Uhr: Seit Beginn des Krieges gegen den Iran beobachtet Harald Denckmann die Auswirkungen auf die Tankstellen in Lübeck. Der verkündete Waffenstillstand hat zu leicht sinkenden Preisen geführt.

Es geht tatsächlich. Nach langen Tagen stetigen Wachstums bewegen sich die Benzinpreise langsam, wie vorhergesagt, einmal wieder nach unten. Oftmals wird der Vergleich mit 'raketenhaft nach oben – federleicht nach unten' gezogen und diese Beschreibung erweist sich als anschaulich und richtig.

Bild ergänzt Text

Am 9. März um 12.20 Uhr nach vollständiger Preisübermittlung an die Apps konnte in Lübeck ein Spitzenwert von 2,33 Euro pro Liter Super E 5 festgestellt werden. Die günstigsten Zapfsäulen verlangten zu dem Zeitpunkt satte 15 Cent pro Liter weniger, nämlich 2,18 Euro pro Liter. Das hat sich nach Einführung der neuen Regeln eigentlich jeden Tag so gezeigt, mittags zwischen 12 und 13 Uhr hat sich als der ungünstigste Zeitpunkt des Tages zum Tanken erwiesen. Insgesamt ist das Preisniveau immer noch hoch.

Bewegung in die Preise ist durch die Ankündigung eines Waffenstillstandes im Iran Konflikt gekommen. Erstaunlicherweise gilt am Rohölmarkt der Vergleich mit der Feder bei fallenden Preisen nicht. Der Rohölpreis für 'Brent' schoss raketenartig von etwa 110 US-Dollar auf 90 US-Dollar pro Barrel herunter. Ganz langsam scheinen die Benzinpreise bei uns zu folgen. Der Durchschnittspreis für Benzin ist nach unseren Beobachtungen tatsächlich um etwa 7 Cent pro Liter gesunken. Nach den ersten Ankündigungen sollte die Straße von Hormus längst offen sein. Ist sie aber nicht. Das Schauspiel ist so erbärmlich wie peinlich. Trotz zahlloser Opfer erklären alle Seiten erst einmal, sie hätten einen grandiosen Sieg errungen. Dann beginnen alle Seiten damit, das vermeintliche Abkommen in die ihnen genehme Richtung zu interpretieren, sodass die Welt langsam nicht mehr weiß, was eigentlich genau vereinbart worden ist.

Deshalb stecken die Tanker immer noch im Golf fest und die Realisten an der Rohstoffbörse zahlen mittlerweile schon wieder etwa 100 US-Dollar für ein Barrel der Sorte 'Brent', weil sie mit warmer Luft nicht handeln können.

Verfolgen wir also die Preise erst einmal weiter und warten ab, was die Sieger auf allen Seiten sich so ausdenken. Vielleicht macht unsere Regierung ja auch noch etwas. Das gab es zu Beginn des Ukrainekonfliktes auch schon einmal, und daran haben seinerzeit die Mineralölkonzerne glänzend verdient.

Bild ergänzt Text

Um 14 Uhr am 9. April ergibt sich an den Lübecker Tankstellen ein etwas realistischeres Bild als genau um 12 Uhr. Der Spitzenpreis ist auf 2,26 Euro gesunken und das günstigste Benzin bekommt man jetzt für 2,17 Euro, immerhin 1 Cent billiger. Diesel ist mit Preisen um 2,40 Euro deutlich teurer, E10 etwa 6 bis 8 Cent pro Liter günstiger. Dadurch sinkt natürlich auch der Durchschnitt. Der lag für die Lübecker Zapfsäulen um 14 Uhr bei 2,21 Euro pro Liter Super E5, den wir als Demonstrationswert beobachten.

Die Benzinpreise sind leicht rückläufig. Foto, Grafiken: Harald Denckmann

Die Benzinpreise sind leicht rückläufig. Foto, Grafiken: Harald Denckmann


Text-Nummer: 178825   Autor: Harald Denckmann   vom 09.04.2026 um 14.53 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf X (Twitter) +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.