Forum: Religiöse Vielfalt als Zeichen eines friedlichen Zusammenlebens
Lübeck: Archiv - 11.04.2026, 13.18 Uhr: In diesem Jahr fallen die Osterfeiern der westlichen und orthodoxen Christen auf unterschiedliche Termine. Während katholische, protestantische und andere westliche Christen Ostern am 5. April feiern, begehen orthodoxe Gläubige das Osterfest (Pascha) am 12. April 2026. Für sie hat bereits die Karwoche begonnen – eine Zeit der Besinnung, des Fastens und der Vorbereitung auf das wichtigste Fest des liturgischen Jahres. Darauf verweist das Lübecker „Forum für Migranten“ in einer Mitteilung.Zur gleichen Zeit wurde auch das jüdische Pessachfest gefeiert. Es begann am Abend des 1. April mit dem Sedermahl und endete am Abend des 9. April. Pessach gehört zu den bedeutendsten Festen im Judentum und erinnert an den Auszug aus Ägypten sowie an die Befreiung aus der Sklaverei.
Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck sieht in der zeitlichen Nähe dieser religiösen Feste ein starkes Symbol für die religiöse Vielfalt und das friedliche Zusammenleben in der Hansestadt.
Der Vorsitzende des Forums, Aydın Candan, erklärt hierzu: „Nach dem im März gefeierten Ramadanfest und dem Newroz-Fest zeigen die Ostertermine, das zeitgleich begangene Pessachfest sowie das êzîdische Çarşema-Sor-Fest am 15. April eindrucksvoll die religiöse Vielfalt in Lübeck. Diese Vielfalt bereichert unsere Stadt und bildet die Grundlage für gegenseitigen Respekt und Dialog. Eine ähnliche Vielfalt kenne ich auch aus meiner Heimatstadt Midyat, einer Stadt der Religionen und Sprachen. Diese Vielfalt ist unser größter Reichtum.“
Im Geiste des interkulturellen und interreligiösen Austauschs besuchte der Vertreter des Forums für diesen Bereich, Spyridon Aslanidis, kürzlich Thessaloniki.
Dort nahm er an einem Gottesdienst in der historischen Hagia-Sophia-Kirche teil. Diese Kirche ist ein bedeutendes Zeugnis der byzantinischen Zeit und unterstreicht die frühere besondere Stellung Thessalonikis als sog. "Mit-Hauptstadt", das einst neben Konstantinopel eine zentrale Rolle spielte.
Zur Bedeutung Thessalonikis trug auch die wichtige und international anerkannte Jüdische Gemeinde bei. Daher besuchte er auch das Jüdische Museum Thessaloniki und nahm an Gesprächen zum Gedenken an die jahrhundertealte jüdische Gemeinschaft teil. Auch Besuchergruppen aus Italien, den USA und Frankreich beteiligten sich an diesem Austausch. Die jüdische Gemeinschaft hatte über Jahrhunderte hinweg das kulturelle und wirtschaftliche Leben der Stadt maßgeblich geprägt, bevor sie während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig vernichtet wurde.
Spyridon Aslanidis betont: „Das Gedenken an die Opfer und der Respekt vor der historischen Vielfalt sind für uns von großer Bedeutung. Interreligiöser Dialog bedeutet auch, Verantwortung für die Geschichte zu übernehmen und gemeinsam an einer respektvollen Zukunft zu arbeiten. Lübeck sehen wir dabei als Vorbild.“
Das Forum für Migranten in der Hansestadt Lübeck wird auch weiterhin aktiv den interreligiösen Dialog sowie ein friedliches und respektvolles Zusammenleben in einer Stadtgesellschaft fördern, die aus rund 67.000 Menschen aus über 170 Ländern besteht.

In diesem Jahr fallen die Osterfeiern der westlichen und orthodoxen Christen auf unterschiedliche Termine. Foto: FORUM
Text-Nummer: 178844 Autor: Forum/red. vom 11.04.2026 um 13.18 Uhr
