Gehen, Fahren, Parken: Travemünder Themen auf der Travemünder Runde
Lübeck - Travemünde: Archiv - 12.04.2026, 15.03 Uhr: Alles, was mit Mobilität zu tun hat, vom öffentlichen Personennahverkehr bis zu Parkplätzen, zählt zu den beliebteren Themenfeldern in Travemünde. Auch auf der „Travemünder Runde“ am Freitagabend dominierte die Fortbewegung im Seebad die Diskussionen. Es ging aber auch um Klassiker wie „Hunde am Strand“ und das Restaurant „Traveblick“.
Nach einer kurzen Einführung durch Michael Matthies wurden im Clubhaus des Travemünder Sportvereins Folien zu den jeweiligen Themenfeldern an die Wand geworfen. Matthies berichtete, und jeder konnte seine Meinung dazu beitragen.
Hund am Strand: Grüne rudern zurück
Die CDU möchte bekanntlich, dass Hunde schon im Oktober wieder an den Strand dürfen. Nachdem sie zuvor dazu beigetragen hatte, dass das nicht mehr geht. Man hatte die Strandsatzung vor der Beschlussfassung einfach nicht richtig gelesen (wir berichteten). „Wenn Du 50 Seiten liest, dann überliest Du unter Umständen eine Kleinigkeit“, erklärte Jan Ingwersen (CDU). Die Teilnehmer zeigten Verständnis. Andreas Schwarberg von der Hundelobby berichtete von einem Gespräch mit Jochen Mauritz (CDU). Der hätte erzählt, dass er daran arbeite, in der Bürgerschaft genug Stimmen für den Beschluss zu bekommen. Die Grünen seien allerdings wieder „zurückgerudert“.
Akteneinsicht beim Traveblick
Beim Restaurant „Traveblick“, dessen Schließung in Travemünde für Wellen gesorgt hatte, gäbe es nichts Neues, berichtete Michael Matthies. Das Restaurant solle verkauft werden (wir berichteten). Einen Mediator zwischen Betreiberin und Verwaltung hätte die Stadt abgelehnt. Ein Bürgerschaftsmitglied hätte nun Akteneinsicht beantragt. Es gäbe zwei „Traveblick-Akten“, eine bei der Baubehörde und eine bei Lübeck Port Authority (LPA). Demnächst solle beim LPA Akteneinsicht genommen werden, im Anschluss dann bei der Baubehörde.
Pressetermin Ostseestrasse
Der Pressetermin in der Ostseestraße vom März (wir berichteten) war auch auf der „Travemünder Runde“ ein Thema. Die älteren Anwohner beklagen sich über die Busanbindung, die sich stark verschlechtert habe. Die Anwohner haben deshalb einen Antrag bei der letzten Einwohnerversammlung eingebracht, mit dem sich die Bürgerschaft jetzt innerhalb von drei Monaten beschäftigen werde. Es wurde noch einmal über den aufgrund der Baustelle beschwerlichen Weg berichtet, auf dem vier kleine Brücken zu passieren seien. Weiter gäbe es keine überdachten Haltestellen. „Die alten Leute werden buchstäblich im Regen stehen gelassen“, hieß es. Es meldete sich auch eine Stimme für die Teutendorfer Siedlung, wo ebenfalls ältere Leute wohnen würden. Es wurde den Akteuren empfohlen, ihre Anliegen auch auf der Ortsratssitzung am 14.04.2026 (19:00 Uhr) im Travemünder Gesellschaftshaus einzubringen.
Parkhaus Godewind zu schlecht beworben?
Die Auslastung des neuen Parkhauses Godewind hatte im März für Diskussionen gesorgt (wir berichteten). Das Parkhaus sei nicht vernünftig ausgeschildert, lautete jetzt mehrfach die Kritik in der „Travemünder Runde“. „Touristen finden das Parkhaus nicht“, meinte auch Moderator Michael Matthies. Touristen würden sich auf die digitalen Anzeigen verlassen. Die Stadt hätte diese eigentlich bereits für Februar zugesagt. Teilnehmer verglichen dann noch die Navigationskarten auf ihren Handys. Bei den Google-Modellen sei das Parkhaus bereits eingetragen, hieß es, bei Apple aber noch nicht.

Anwohner-Befragung Fußgängerzone Vorderreihe
Die Travemünder Vorderreihe wurde von der Verwaltung kürzlich zu einer ganzjährigen Fußgängerzone gemacht, die Öffnung im Winter entfällt (wir berichteten). Michael Matthies berichtete, er hätte bereits bei der Lübecker Einwohnerversammlung eine Befragung der Anlieger in der Vorderreihe erreichen wollen, da hätten allerdings zwei Stimmen gefehlt. Er empfahl, dass mehr Travemünder zur Einwohnerversammlung gehen sollten. Die CDU hätte nun aber einen entsprechenden Antrag gestellt. „Vielen Dank, Jochen Mauritz, dass Du meinen Antrag kopierst“, sagte Matthies. Hauptsache sei aber, dass es gemacht werde. Die „Travemünder Runde“ hatte bereits eigene Umfragen bei Geschäftsleuten und kürzlich auch bei Wochenmarkt-Beschickern gemacht. In beiden Fällen hätte sich eine deutliche Mehrheit für die saisonale Fußgängerzone ausgesprochen. Es wurde die Sorge geäußert, dass die Zahl der Wochenmarkt-Stände im Winter nun zurückgehen könne. Was die Beschilderung der Vorderreihe als Fußgängerzone betrifft, wurde von Teilnehmern erneut gefordert, die Schilder herunterzusetzen, damit man sie besser sieht. Ein weiteres Thema aus dem Publikum war die Frage, wie Behinderte mit Therapierädern nach dem Fahrradverbot jetzt am Leben in der Vorderreihe teilnehmen sollen. Dazu wurde empfohlen, sich zunächst an den Behindertenbeirat zu wenden. Was die geforderten versenkbaren Poller betrifft, meinte Michael Mattheis, es gäbe schlicht niemanden in der Stadt, der das planen könne.

Michael Matthies, hier im Gespräch mit Ulrike Frings, leitet die „Travemünder Runde“. Fotos: Helge Normann
Text-Nummer: 178857 Autor: Helge Normann vom 12.04.2026 um 15.03 Uhr
