Stadt streicht Parkplätze in der Nähe der Vorderreihe

Lübeck - Travemünde: Archiv: Seit Ostern ist die Vorderreihe in Travemünde dauerhaft eine Fußgängerzone. Die Parkplätze im Winterhalbjahr entfallen. Jetzt geht die Stadt noch einen Schritt weiter: Auch die 14 Parkplätze in der benachbarten Straße "Parkallee" fallen dauerhaft weg.



Der Parkplatz ist bereits geräumt und abgesperrt. Jetzt soll die Einziehung als öffentlicher Verkehrsraum folgen. "Das innere Kurgebiet sowie der öffentlich-historische Park mit seinen wichtigen Wegebeziehungen sollen so wieder attraktiver und zu einer qualitätvollen Adresse werden", so die Begründung der Stadtverwaltung.

"Die heutige Parkallee stellte die zentrale Achse des Kurgartens dar, welche von den Stadttoren zum Kurhaus führte. Allerdings beeinträchtigt die in Rede stehende Parkplatznutzung die geschützte Parkallee. Die prägenden Linden wurden hier (vermutlich in den 1950er Jahren im Zuge des Baus der Stadtteilbibliothek) entnommen, die Wegeführung durch die asphaltierte Parkplatzfläche ist nicht mehr sichtbar", betont die Stadt die Bedeutung der Änderung.

Die Kosten für die Aufhebung des Parkplatzes und die Neubepflanzung übernimmt der Investor, der hier ein neues Hotel errichtet. Anschließend soll die Grundstücksfläche des bisherigen Parkplatzes dem Kurbetrieb übertragen werden.

Die Stadt verliere zwar Einnahmen durch die Parkgebühren, räumt die Verwaltung ein, aber kleinere Parkplatzflächen würden den Parksuchverkehr erhöhen. Sie verweist auf die Abstellmöglichkeiten "Leuchtenfeld" und "Am Lotsenberg".

Sollte die Bürgerschaft der Entwidmung der öffentlichen Verkehrsfläche zustimmen, wird diese öffentlich bekannt gegeben. "Widerspruchs- und klagebefugt gegen die Einziehungsverfügung sind nur Personen, die in ihren subjektiven Rechten betroffen sind", sagt Senatorin Joanna Hagen.

Die Vorlage ist in der Tagesordnung des Bauausschusses abrufbar: www.luebeck.de.
Der Parkplatz ist bereits abgesperrt. Fotos: Helge Normann
Der Parkplatz ist bereits abgesperrt. Fotos: Helge Normann

Text-Nummer: 178858    Autor: VG    vom 12.4.2026 17.08 Uhr

Kommentare zu diesem Text (22):

Sylvia Zastrow

schrieb am 13.4.2026 7.31 Uhr:
Ach ,was für eine großartige Idee ! Noch weniger Parkplätze 😡 da wird Travemünde noch unattraktiver ! Die Touristenzahlen gehen doch schon zurück !Niemand will weit außerhalb parken um ins Geschehen zu kommen ! Die Siedlung und der Teutendorfer Weg sind doch schon zugeparkt ! Immer wieder spannend ,wie es mit und in Travemünde weiter geht ! 😂

Micha

schrieb am 13.4.2026 8.37 Uhr:
Lübeck habt ihr schon geschaff darauf könnt ihr Stolz sein. Aus einer lebendigen und belebten Innenstadt habt ihr eine unattraktive und tote Stadt gemacht. Finger weg von Travemünde Parkplatz und Straßenrückbau Sperrbalken Poller was noch?? Schaft Parkraum damit die Menschen entspannt leben und erleben können. Keiner will in seiner Freizeit drangsaliert werden. Ihr seht doch an Lübeck was daraus geworden ist. Ein toter Schandfleck ohne Leben. Nur Peinlich

Der andere Autofahrer

schrieb am 13.4.2026 10.03 Uhr:
Micha hat recht, wir müssen endlich Parkraum schaffen, nach Vorbild Citti Park und Luv Center müssen endlich die Hälfte aller Wohnhäuser abgerissen werden damit genug Parkraum geschaffen werden kann.
Nur so kann eine Stadt Attraktiv sein, wenn überall nur noch Autos stehen.

Tria

schrieb am 13.4.2026 10.23 Uhr:
Ich war schon mindestens fünfzehn Jahre nicht mehr in Travemünde. Ich finde das da nicht schön und wenn ich das so höre was da los ist in Bezug Umgestaltung dann bestätigt mich das nur, totes und verschandeltes Nest . Brauch ich nicht fahr ich woanders hin. Lübeck ist schon grässlich und Travemünde auch .

Jurijörg

schrieb am 13.4.2026 10.24 Uhr:
Es gibt bestimmt viele Gründe, Parkplätze umzuwidmen.
Ich beobachte, dass Parplätze in kleinen Schritten wegfallen.
Hier mal ein- zwei, dort mal ein paar.
(Hüxtertorallee in den letzen 2 Wochen neun Parkplätze weniger)
So merkt niemand, dass auf lange Sicht gesehen, immer weniger Parkraum zur Verfügung steht. Böse der, der dabei Böses unterstellt.

Tobias Möller

schrieb am 13.4.2026 11.41 Uhr:
Wo Autos nicht willkommen sind, dort ist auch das Geld der Leute, die arbeiten gehen und sich ein Auto leisten können, unerwünscht.

Das bekommen seit Jahren die ganzen autofeindlichen Städte zu spüren.
Nur klappt es bei den autohassenden Verantwortlichen noch nicht mit der Einsicht, dass solvente Kunden nicht mit unzuverlässigen schmutzigen unflexibelen Nahverkehrsmitteln oder reinen Schönwetterfreizeitsportgeräten anreisen.

In anderen Städten ohne Autoverkehr haben sie durch die Verbannung von Autos ganz viel Aufenthaltsqualität für Obdachlose und Drogendealer, tolle Gastronomie in Form von Obdachlosenküchen und jede Menge Platz für Kunst und Kultur aus Leerstand, Müllbergen, Schmierereien und an Laternen und Schildern herumvergammelnden Drahteseln.

Will man das auch aus Lübeck und Travemünde machen?

Vielleicht mal etwas weniger ideologieverseuchter Hass gegen Autos.

Wittmann

schrieb am 13.4.2026 11.54 Uhr:
"Der Parkplatz ist bereits abgesperrt. " Bemerkenswerterweise b e v o r die Bürgerschaft der Entwidmung überhaupt zugestimmt hat. Die Verantwortlichen scheinen sich sehr sicher zu fühlen, dass die Bürgerschaft der Entwidmung gemäß Vorlage zustimmt, quasi nur noch abzunicken hat. Es drängt sich die Frage auf, wie die Verantwortlichen zu dieser vermeintlichen Sicherheit kommen und bereits im Vorwege einer Entscheidung absperren.

Brennendes Holzbein

schrieb am 13.4.2026 12.36 Uhr:
Altersheim Travemünde.😁

Schon klar. Parkplätze weg,Hotel hin.
Wird Zeit dass es einmal ein Politikwechsel für Lübeck und Travemünde gibt. Die jetzige kann leider nichts. Nach dem Motto " Ist das Kunst oder kann das weg?"
Schade dass die heutige Politik noch immer nichts verstanden hat.

KHD

schrieb am 13.4.2026 12.54 Uhr:
#JAMMERMÜNDE

Gut so, hebt die Lebensqualität in neue Sphären.

Trachmin

schrieb am 13.4.2026 13.03 Uhr:
Gibt es überhaupt noch parkplätze in Travemünde?

Johnnyfritz

schrieb am 13.4.2026 13.17 Uhr:
Parkraum statt Wohnraum oder Bäume!
Autofahrer kaufen auch nicht im Internet ein, sondern nur in Fachgeschäften. Im Internet lassen die sich allenfalls zur Ware beraten.

Peters

schrieb am 13.4.2026 13.23 Uhr:
Wenn man in Lübeck "Investor" liest, sollten ALLE Alarmglocken läuten.

Die Ansicht der Allee war 70 Jahre lang kein Problem und ist es auch heute nicht. Das ist nur vorgeschoben. Ein Amigo hat seine Kontakte in die Verwaltung spielen lassen (...)

Dass in Mitten einer verheerenden Wohnraumkrise überhaupt noch Hotels gebaut werden ist an sich schon ein Skandal. Dass das auf ehemals öffentlichen Grundstücken passieren kann, ist himmelschreiender Wahnsinn. Die Stadt muss für ihre Bürger da sein, deren Löhne von Mieten aufgefressen werden. Nicht für Investoren die nur eine Minderheit bedienen. Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Die Zahl der Obdachlosen steigt, die Armut steigt. Die Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie wegen sowas. Rechte Demagogen missbrauchen das um Stimmung zu machen.

Die Verwaltung hat eine Verantwortung ihren Bürgern und der Demokratie gegenüber.

Karlo

schrieb am 13.4.2026 13.38 Uhr:
Da freuen sich die Radfahrenden und die keinen Führerschein haben oder brauchen. Es leben die Autohasser hoch.

Marek Lengen

schrieb am 13.4.2026 15.24 Uhr:
An alle Lesenden und anonyme Kommentatoren. Sehr gut, wie jetzt sanft genug die Autos aus Travemünde gedrängt werden. Vor gar nicht langer Zeit wurde bepöbelt, dass das Parkhaus Godewind kaum genutzt wird. Bitte ! Es stellt Parkplätze zur Verfügung. Lasst doch die Genießer am Wasser flanieren, einkaufen, essen. Wer sich ein Auto leistet muss ohnehin Geld investieren in Anschaffung und Wartung. Auch fürs Parken. Andere wohnen in Travemünde oder nutzen ÖPNV oder Fahrrad. Und Lübecks Innenstadt ist nicht tot, sondern leiser, mit viel Aufenthaltsqualität. Man muss nicht dauernd lärmend durch die Innenstadt. Die Anwohner freuen sich, gern auch über mehr Anwohnerparkplätze und nicht über Parksuchverkehr von Touristen und Bewohner anderer Stadtteile und Umgebung. Hilft bald eine neue S Bahn, die Schlutup und Eichholz, Genin mit dem Hauptbahnhof verbindet. Wir können doch auch ohne Hubbrücke, ohne Beckergrube, ohne Mühlenbrücke.
mareklengen@googlemail.com

Koglin

schrieb am 13.4.2026 15.40 Uhr:
"historisch" in "... öffentlich-historische Park ..."
Historisch scheint im Auge des Betrachters zu sein bzw. Auslegungssache. Mir liegt ein Pharusplan Travemünde von ca. 1920 vor - Fotos können hier leider nicht hochgeladen werden -. Dort ist die "Parkallee" noch als öffentliche Straße durchgehend von der Straße "Am Lotsenberg" bis zur Straße "Am Kurgarten"(Kurhaus) eingezeichnet, nicht das Stummelchen von heute, und ergo ebenfalls als historisch zu bezeichnen. Indirekt bestätigt auch durch die Verwaltung "Die heutige Parkallee stellte die zentrale Achse des Kurgartens dar, welche von den Stadttoren zum Kurhaus führte."
Die zugige Gegend am Ende der "Kurgartenstraße" zur Straße "Am Lotsenberg" hin war nie ein Flaniergebiet in meiner Lebenszeit seit den 1950er Jahren. Als gebürtiger Travemünde frage ich mich im übrigen, wo denn die Stadttore Travemünde sich befinden oder befunden haben sollen.

Klaus HL

schrieb am 13.4.2026 15.46 Uhr:
@MarekLengen

Wohl wahr! Endlich eine Stimme der Vernunft! Die unsachlichen ‚Beschwerden‘ davor sind nicht nachvollziehbar.
Es gibt jede Menge Parkraum, das neue Parkhaus steht fast immer nahezu leer. Und wer noch gut zu Fuß ist, der parkt umsonst in der Nähe des Grünstrands. Max. zehn Minuten bis zur Promenade.
Was, bitte, soll das Geheule?

Ortungsamt

schrieb am 13.4.2026 16.34 Uhr:
Entsprechend erfolgt die Umbenennung der Straße von "Parkallee" in "Parkverbotallee" zum 1.1.2027.

Hannes

schrieb am 13.4.2026 18.11 Uhr:
Was dem Amerikaner seine Waffe, ist den Deutschen ihr Autochen mit freier Fahrt und kostenlosen Parkplätzen überall. Liegt wohl in den Genen, kriegt man nicht raus.

KHD

schrieb am 13.4.2026 18.29 Uhr:
@tobias möller

Mensch, der (...) ist wieder da. Hatte ihre Blechbüchse Motorschaden?

Jetzt lohnt es sich wieder in die Kommentarspalte zu schauen. Popcorn raus, Nachos und Cola rein.
Los geht’s.

Noch ein anderer Autofahrer

schrieb am 13.4.2026 22.08 Uhr:
Ich stimme meinem Namensvetter zu. Alles planieren und Parkplätze anlegen. So hätte Travemünde ein attraktives Alleinstellungsmerkmal.

Birgit

schrieb am 13.4.2026 22.18 Uhr:
Noch ein Hotel? Reichen Maritim, Arosa, aja.... und die Pensionen nicht aus?
"Altersmünde" sollte auch für die alten und zahlenden Ganzjahres Bürger etwas tun. Mal kurz zur Bank oder einkaufen... Pech gehabt 🤮
OHNE WORTE

andre klar

schrieb am 14.4.2026 2.41 Uhr:
@KHD:
Das geht mir genauso, hatte auch schon vermutet, das T. Möller irgendwie normal oder rational geworden sein könnte. Offensichtlich ist er aber noch der alte, ich erinnere mich noch an legendäre Postings von ihm hier mit der Forderung nach plötzlich hochklappbaren Stahlsperren gegen Radfahrer, die dadurch zu Tode gekommen wären. Sowas bekommt man wirklich nur hier zu lesen, überall sonst greifen Netiquette oder sonstige Gewaltverhindernde Regelungen zum Posting.