Benzin soll jetzt billiger werden
Lübeck: Archiv - 13.04.2026, 21.30 Uhr: Die Bundesregierung hat gesprochen. Am Wochenende ist man doch an die vom Verbraucher lange geforderte Steuerentlastung herangegangen, jedenfalls erst einmal für zwei Monate. Harald Denckmann gibt einen Überblick über die Lage und die Situation an den Lübecker Zapfsäulen.Die Entlastung beim Treibstoff soll dem Vernehmen nach 17 Cent pro Liter bringen. Da können wir einmal gespannt sein, wie viel der Entlastung nachher tatsächlich beim Verbraucher ankommt. Wir haben das Ganze 2022 ja bereits einmal durchgemacht und die Analysen der Fachleute haben im Nachhinein gezeigt, dass nur etwa 81 bis 84 Prozent der damaligen Steuersenkung an die Endkunden weitergegeben wurden, während die Bruttomargen der Konzerne stiegen. Da wir die Erfahrung bereits einmal gemacht haben, sollte es für all die Experten kein Problem sein, dieses Mal alles genau im Auge zu behalten und dem Verbraucher genau das geben, was ihm laut Entlastungspaket zusteht.

Am heutigen 13. April bleibt erst einmal alles beim Alten. Der zu hohe 12 Uhr Wert ist bis 18 Uhr bereits von 2,30 auf 2,19 Euro geschrumpft und die günstigste Tankstelle verspricht sogar einen Preis von 2,17 Euro pro Liter.
An der Wall Street gibt man sich auch relativ entspannt. Um Punkt 16 Uhr konnte dort sogar ein Barrelpreis von leicht unter 100 US-Dollar registriert werden. Danach sank er bis 21 Uhr sogar auf den Wert von 98 US-Dollar.
Das ist umso erstaunlicher, weil Feldherr Trump für genau 16 Uhr unserer Zeit schließlich die Sperrung der Straße von Hormus angeordnet hat. Die ist zwar schon von den Iranern gesperrt, aber Geld vermochte sie natürlich zeitweise zu öffnen. Einen Dollar pro Barrel erheben sie als Maut, wenn man da durchwill und ein politisch genehmer Kunde ist. Wer das gezahlt hat und losfährt, wird ab Montag 16 Uhr aber von den Amerikanern angehalten. Die lassen kein Schiff durch, das Geld in die iranischen Kassen spült, aber die anderer Golfstaaten schon, wenn die sich trauen, wegen der Minen, die da schwimmen, und der Drohnen, die da fliegen. Hoffentlich vertüddeln sie sich da nicht.
Eigentlich ist da alles nach wie vor dicht, was die Märkte aber offenbar nicht sonderlich erregt hat. Der DAX ist zwar heute leicht im Minus, hat aber gegen 16 Uhr den Tagesverlust schon fast wieder aufgeholt. Vielleicht wissen die Märkte wieder mehr als der Normalverbraucher.
Als Lübecker wissen wir natürlich, wie ärgerlich eine Maut ist. Wenn die Iraner es wirklich schaffen sollten, für das Passieren einer Meerenge zu kassieren, wird rund um den Globus ein tolles Karussell losgetreten. Wieso wollen die überhaupt alleinig kontrollieren, sagt der Oman auf der gegenüberliegenden Seite jetzt schon, und hat daher schon einmal angefangen, auch die Hand aufzuhalten. Was soll Singapur denn sagen mit seiner Meerenge von Malakka? Die ist viel enger und da fahren noch viel mehr Tanker durch. Auch am Eingang zum Roten Meer wäre es möglich, eine weitere Kassenstation zu errichten, wo die Huthi-Rebellen ein paar Einnahmen generieren könnten. Es ist schon richtig. Wenn das losgeht, wird die Welt endgültig zum Irrenhaus.
So wie es aussieht, wird der Ölpreis zunächst noch einmal hoch bleiben und eventuell noch steigen. Ob das mit unserer Steuerentlastung aufgefangen werden kann? Zu hoffen bleibt daher, dass die Welt in zwei Monaten besser aussieht als heute und die Märkte sich dann beruhigt haben. Sonst könnte es bei der Rückkehr zum alten Preisniveau ein böses Erwachen geben.

Für zwei Monate soll das Tanken billiger werden. Foto, Grafik: Harald Denckmann
Text-Nummer: 178889 Autor: Harald Denckmann vom 13.04.2026 um 21.30 Uhr
