125 Jahre Neuapostolische Kirche in Lübeck

Lübeck: Archiv - 19.04.2026, 11.02 Uhr: In diesem Jahr begeht die Neuapostolische Kirche in Lübeck im Ellerbrook 2-14 ihr 125-jähriges Jubiläum. In diesem Rahmen wird am Samstag, 25.04.2026, um 16:00 Uhr ein Festakt stattfinden. Die Gemeinde lädt zu dieser und weiteren Veranstaltungen herzlich ein. Programmpunkte des Festakts sind Grußworte aus Gemeinde, Kirche und Öffentlichkeit sowie Musikbeiträge und ein Rückblick auf 125 Jahre Gemeindeleben.

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Danach besteht die Möglichkeit, den Festakt bei Begegnung und Austausch sowie einem Umtrunk und Häppchen im Foyer ausklingen zu lassen.

Auszug aus der Geschichte der Neuapostolischen Kirche Lübeck
Die Gemeindegeschichte begann im Januar 1901 in der Hansestadt. Mit Gründung der Gemeinde wurde ein Versammlungsraum im Hinterhaus der Breiten Str. 27 bezogen. In den darauffolgenden Jahren wurde das Versammlungslokal innerhalb der Innenstadt mehrfach gewechselt. Da die Anzahl der Mitglieder stieg, fanden zusätzlich Gottesdienste in der Marquard-Schule (heute Bernt-Notke-Realschule) statt.

Im Frühjahr 1927 kaufte die Neuapostolische Kirche das Grundstück Fischergrube 71. Das Hofgebäude wurde von einem Bauunternehmen mit Unterstützung durch viel Eigenleistung der Gemeindemitglieder zum Kirchenraum mit etwa 100 Plätzen hergerichtet. Die Einweihung erfolgte im Sommer 1927. Im Oktober 1936 kaufte die Neuapostolische Kirche im Ellerbrook 10 - das war der Bierspündergang - zwei Ganghäuser Nr. 13 und 14, die in direkter Verlängerung des Kirchensaales lagen. Er wurde auf die doppelte Fläche vergrößert und mit einer Empore versehen. So entstanden etwa 250 Plätze.

In der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 (Palmsonntag) ging der erste Bombenangriff auf Deutschland über der Lübecker Altstadt nieder und zerstörte etwa 20 Prozent der Gebäude, darunter auch das Kirchengrundstück Fischergrube 71.

Für die Lübecker Gemeindemitglieder war zunächst in Bad Oldesloe die nächstgelegene Gemeinde, in der sie nach der Zerstörung der eigenen Kirche an neuapostolischen Gottesdiensten teilnehmen konnten. Die Kriegsverhältnisse machten eine Fahrt nach Bad Oldesloe zu einem Abenteuer, und bald organisierte sich die Gemeinde Lübeck neu. Es fanden sich Gruppen von Gemeindemitgliedern in erhalten gebliebenen Wohnungen zusammen.

Lübeck wurde mit Kriegsende Auffangstation für Flüchtlinge und Vertriebene aus Ostdeutschland und von Sudetendeutschen. Die Notlage der Bevölkerung zwang zur Ausgabe von Lebensmittelkarten. Die Ausgabestellen für diese Karten waren Nachrichtenzentralen. Dort waren überall Hinweisschilder auf die nächstgelegenen Versammlungsstätten der Neuapostolischen Kirche angebracht.

Nach Kriegsende gelang es der Gemeinde Lübeck, einen Raum in der Seefahrtschule (Wallstraße) für gemeinsame Gottesdienste zu mieten. Durch den großen Zustrom von weiteren Flüchtlingen wurde dieser Raum bald zu klein.

Nach Auszug der Besatzungstruppen konnten ab 1. Januar 1946 die Gottesdienste in der Aula der Staatsbauschule, Langer Lohberg 24, stattfinden. Für größere Gottesdienste unter Einbeziehung weiterer Gemeinden wurde die Aula der Oberschule zum Dom gemietet.

In anderen Stadtteilen und Orten der Umgebung wurden von Lübeck aus Gemeinden gegründet, um dort die neuhinzugekommenen Gemeindemitglieder zu versorgen. Fahrgelegenheiten nach Lübeck standen in der Regel nicht zur Verfügung.

Am 23. August 1953 wurde die inzwischen stark gewachsene Gemeinde Lübeck aufgeteilt: Alle westlich der Trave wohnenden Mitglieder wurden der Gemeinde Lübeck-West zugeordnet und versammelten sich erneut in der Marquard-Schule. Der andere Teil der Mitglieder bildete die Gemeinde Lübeck-Mitte und wurde in der Aula des Johanneums (bei St. Johannis) untergebracht.

1956 überstieg die Mitgliederzahl der beiden Gemeinden, in die die Hauptgemeinde vorübergehend aufgeteilt war, die Zahl von 500. 1959 waren es bereits circa 600 Mitglieder. Endlich konnte am 10. Dezember 1960 die neue Kirche Ellerbrook 2-14 auf historischem Grundstück mit mehr als 500 Sitzplätzen geweiht werden. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Gemeinden Lübeck-West und Lübeck-Mitte wieder zusammengeführt. 1961 hatte die Gemeinde circa 700 Mitglieder und heute sind es laut Kirchenbuch wieder circa 500 Mitglieder. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass alle ihre Versammlungsstätten und Kirchen seit 125 Jahren immer im Bereich der Innenstadt zu finden sind.

Veranstaltungen in der Gemeinde Lübeck und Umgebung
Die Gemeinde in Lübeck ist Teil des Kirchenbezirks Lübeck-Schwerin mit insgesamt 12 Gemeinden. Die Gottesdienste in der Neuapostolischen Kirche in Lübeck finden sonntags um 10 Uhr im Ellerbrook 2-14 und mittwochs um 19:30 Uhr in der Gemeinde Bad Schwartau, Anton-Baumann-Str. 3, statt.

Neben den Gemeindemitgliedern sind auch Freunde, Nachbarn und interessierte Mitbürger zum Jubiläumsgottesdienst am 16.08.2026 um 10:00 Uhr herzlich eingeladen, sowie den Tag der Offenen Kirche am Samstag, 12.09.2026, zwischen 11:00 und 17:00 Uhr mitzuerleben. Das gesamte Jubiläumsprogramm ist auf der Internetseite der Gemeinde unter der Rubrik „Jubiläum“ zu finden.

In diesem Jahr begeht die Neuapostolische Kirche in Lübeck im Ellerbrook 2-14 ihr 125-jähriges Jubiläum. Fotos: Kirche

In diesem Jahr begeht die Neuapostolische Kirche in Lübeck im Ellerbrook 2-14 ihr 125-jähriges Jubiläum. Fotos: Kirche


Text-Nummer: 178893   Autor: Kirche/red.   vom 19.04.2026 um 11.02 Uhr

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