Forum für Migranten beteiligte sich am Friedensgebet
Lübeck - Innenstadt: Archiv - 15.04.2026, 08.43 Uhr: Unter dem Leitgedanken „In Lübeck aufeinander zugehen. Gegenseitig Hoffnung schenken“ haben jüdische, christliche und muslimische Gemeinden für den Nachmittag am Dienstag, 14. April 2026, um 18 Uhr zu einem interreligiösen Friedensgebet auf den Lübecker Markt eingeladen.Landesweit heulten in Israel am Vormittag des 14. April 2026 zwei Minuten die Sirenen. Das öffentliche Leben kam komplett zum Stillstand. Die Autos hielten auf den Straßen an, Fußgänger blieben stehen, die Menschen verharrten in stillem Gedenken. Zwei Minuten Stillstand: Warum? Israel erinnerte an die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Zeitzeugen waren dabei wichtige Stimmen, doch es gibt immer weniger.
Das Forum für Migrantinnen und Migranten in Lübeck hat sich an diesem Holocaust-Gedenktag beteiligt, um zu erinnern und gleichzeitig aktiv für eine offene, inklusive Gesellschaft einzustehen. In Anlehnung an internationale Gedenkformen sollte auch in Lübeck ein Moment des Innehaltens geschaffen werden, um Ausgrenzung zu verhindern und eine Kultur des Respekts zu fördern. Zwei Minuten Stillstand für sechs Millionen ermordete Menschen.
„Der schreckliche Holocaust erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Menschenwürde und Vielfalt zu schützen. Gute Nachbarschaft, gegenseitiger Respekt und aktives Engagement waren damals genauso notwendig wie heute", so Aydın Candan, Vorsitzender des Forums. Er meint dazu: „Vielfalt ist unsere Stärke. In Zeiten der Unsicherheit mussten wir als Gemeinschaft zusammenstehen, Denkanstöße geben, Barrieren überwinden und Räume schaffen, in denen alle sicher und respektiert leben können. Die Erinnerung an Gemeinsamkeiten trug unsere Stadt in eine offene Zukunft.“
„Gedenken bedeutet Handeln, Mitwirken, aktiv sein. Die heutige Erinnerung bedeutet auch, lokale Verantwortung wahrzunehmen. Und Brücken zu bauen“, meint Spyridon Aslanidis, Beauftragter für interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben sowie gegen Antisemitismus: „Sorry, seinen Rotwein oder Cappuccino zu trinken, ist kein Einsatz gegen das Vergessen, gegen Hass, gegen Diskriminierung. Die industrielle Vernichtung von sechs Millionen Menschen durch die Nazis ist kein Vogelschiss in der Geschichte! Dieser Friedensabend ist ein Schritt zu einer Kultur des respektvollen Miteinanders. Eine großartige Aktion.“

Am Holocaust-Gdenktag fand auf dem Lübecker Markt ein Friedensgebet statt. Foto: Forum für Migranten
Text-Nummer: 178919 Autor: Forum/red. vom 15.04.2026 um 08.43 Uhr
